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Warum gerechte Gesellschaften für alle besser sind.

Richard Wilkinson, Kate Pickett: Gleichheit ist Glück

In jahrzehntelanger Forschung haben die beiden empirische Daten gesammelt und ausgewertet, anhand derer sie den Einfluss der Ungleichheit auf eine Vielzahl der drängendsten sozialen Probleme entwickelter Gesellschaften untersuchen. Die geistige Gesundheit oder der Drogenkonsum der Mitglieder einer Gesellschaft, Lebenserwartung, Gesundheit, Übergewicht, Bildung, die Geburtenrate bei Minderjährigen, die Verbrechensrate und nicht zuletzt die soziale Mobilität: All diese Phänomene hängen statistisch eindeutig davon ab, wie ungleich die Einkommens- und somit Chancenverteilung einer Gesellschaft ist.

Ab einem gewissen Einkommensniveau, das etwa auf der Höhe dessen von – ausgerechnet – Kuba liegt, ist es eben nicht mehr die Höhe des Durchschnittseinkommens, die es den Menschen immer bessergehen lässt, sondern die Verteilung des Einkommens: Die USA sind wohlhabender und geben pro Kopf mehr für ihr Gesundheitswesen aus als jedes andere Land. Trotzdem hat ein Baby, das in Griechenland geboren wird, wo das Durchschnittseinkommen nur halb so hoch ist wie in den USA, ein geringeres Risiko, als Säugling zu sterben und eine höhere Lebenserwartung. Übergewichtigkeit kommt in Großbritannien doppelt so häufig vor wie in Schweden oder Norwegen und sechsmal häufiger in den USA als in Japan.

Was ist es aber genau, was sich in Gesellschaften mit relativ großer sozialer Ungleichheit so verheerend auswirkt? Die Folgen der Statusangst, der Stress den Hierarchie (denn nichts anderes ist Ungleichheit) erzeugt: Indische Kinder aus niedrigeren Kasten schneiden bei kognitiven Tests schlechter ab, wenn sie ihre Herkunft vor dem Test offenlegen müssen; Baboon-Affen hohen Ranges weisen stark gestiegene Stresshormon-Werte auf und werden öfter krank, wenn sie in eine Gruppe verlegt werden, in der sie nicht mehr dominieren. Der Stress der Statusangst macht krank, dick und drogensüchtig, er entlädt sich in Gewalttaten und führt zu Misstrauen in der Gesellschaft. Er fördert das Konsumdenken, und das Wettrüsten der Statussymbole erzeugt wiederum Stress auf allen Ebenen der Gesellschaft.

Was braucht unsere Gesellschaft also? Mehr Wachstum? Nein, mehr Gleichheit des Geldes und der Chancen.

Wilkinson und Pickett: Gleichheit ist Glück.

4. erweiterte Auflage

Mit zahlreichen Abbildungen und Illustrationen.

368 Seiten. 13,5 x 21 cm. 19,90 €.

ISBN 978-3-942989-38-1

Pressestimmen:

“Offenbar hat es schlicht eine Weile gedauert, bis genügend Leute das Buch gelesen hatten. Jetzt spricht plötzlich jeder darüber – zumal es ganz wunderbar in eine Zeit passt, in der die halbe Welt daüber debattiert, ob Wirtschaftswachstum überhaupt noch so wichtig ist.” - F.A.S

“Kate Pickett sprengt ein altes Ökonomendogma.” - Financial Times Deutschland

“‘The Guardian’ bezeichnet das Buch von Pickett und Wilkinson als ‘das vielleicht wichtigste des Jahres’ – dem kann man sich nur anschließen.” - ORF

” Wilkinson und Pickett argumentieren fast ausschließlich mit Statistiken, die Zahlen kommen von den UN, Unicef oder der WHO. Mit diesem Material können sie eindrucksvoll belegen, wie eng der Zusammenhang zwischen Gesundheit und Gleichheit ist.” - Frankfurter Rundschau

” Die beiden britischen Universitätsprofessoren haben ein fulminantes Buch geschrieben, das Erkenntnisse der modernen ‘Glücksforschung’ mit einer Fülle von Fakten unterlegt.” - Berliner Zeitung

” Die Ergebnisse haben eine große politische Dimension.”- taz

” Gerade die methodische Sorgfalt der beiden Autoren, die sich auch präventiv mit möglichen Einwänden auseinandersetzen, spricht mit für die Tragfähigkeit und Überzeugungskraft von Analyse und Position.” - Humanistischer Pressedienst

” Ein ganz, ganz wichtiges Buch, an dem künftig keiner mehr vorbei kann, der substanziell etwas zur anschwellenden ‘Sozialstaatsdebatte’ oder auch zur ‘Bildungsdebatte’ beitragen will.” - Der Standard

” Das Buch ist ein wichtiger Beitrag zur Debatte, wie viel sozialen Ausgleich moderne Gesellschaften brauchen. Es verdient viele Leser, am besten unter denen, die eine Politik der größeren sozialen Unterschiede betreiben.” - Neues Deutschland

Ein lesenswertes Buch, das viele Denkanstöße gibt. Denn die mit wachsender Ungleichheit verbundenen Konflikte kann sich kein Land auf Dauer leisten.” Verdi News Essay von Wilkinson/Pickett, gesendet im MDR am 27.09.2010 Podcast Gleichheit ist Glueck Der Essay zum Nachhoeren by Haffmans & Tolkemitt



Richard Wilkinson/ Kate Pickett

Richard Wilkinson ist einer der international führenden Wissenschaftler auf dem Gebiet der Erforschung von Ungleichheit und sozialen Einflüssen auf die Gesundheit; seine Arbeiten wurden in zehn Sprachen übersetzt. Er hat an der London School of Economics Wirtschaftsgeschichte studiert und dann eine Ausbilung zum Epidemiologen absolviert. Wilkinson ist emeritierter Professor der Nottingham Medical School und Honorarprofessor am University College London. Kate Pickett ist Senior Lecturer an der University of York und forscht am englischen National Institute for Health Research. Sie hat Anthropologie in Cambridge studiert, Ernährungswissenschaften an der Cornell University und Epidemiologie in Berkeley, bevor sie vier Jahre Assistenzprofessorin an der University of Chicago wurde.