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Joachim Ringelnatz: Die Gedichte

Dieser Band strebt eine Gesamtausgabe der Gedichte von Hans B√∂tticher an, der als Joachim Ringelnatz ein gro√üer deutscher Dichter wurde. Textgrundlage dieser Neuausgabe bilden die Erstausgaben und die zu Lebzeiten des Autors veranstalteten Neuausgaben, deren Orthographie und Interpunktion respektiert wurden:¬†”Simplicissimus”, 1909; “Kleine Wesen”, 1910: “Was Topf’ und Pfann erz√§hlen kann”, 1910; “Gedichte”, 1910; “Die Schnupftabaksdose”, 1912; “Joachim Ringelnatzens Turngedichte”, 1920, erweiterte NA 1923; “Kutteldaddeldu oder das Schl√ľpfrige Leid”, 1920, erweiterte NA 1923; “Die gebatikte Schusterpastete” , 1921; “Taschen-Kr√ľmmel”, 1922; “Geheimes Kinder-Spiel-Buch”, 1924; “Reisebriefe eines Artisten”, 1927, “Allerdings”, 1928; “Flugzeuggedanken”, 1929; “Kinder-Verwirr-Buch”, 1931; “Gedichte Dreier Jahre”, 1932; “103 Gedichte”, 1933; “Gedichte. Gedichte von einstmals und heute”, 1934. Von den nachgelassenen Gedichten noch die abgeschlossenen B√§nde: “Der Nachla√ü”, 1935; “F√ľr die Mode, nicht dagegen sei der Mensch. Gedichte f√ľr Venus”, 1936; “Kasperle-Verse”, 1939; “Betrachtungen √ľber dicke und d√ľnne Frauen”, 1940/41. Alle verstreut in Zeitungen, Zeitschriften, Anthologien oder in Prosawerken oder als Anzeigen ver√∂ffentlichten Gedichte sind als “Nachgelassene Gedichte” chronologisch nach den Erstver√∂ffentlichungen geordnet. Eine editorische Notiz der Herausgeber Katinka und Fritz Eycken und Jakob Winter sowie ein Register der Gedichtanf√§nge und -√ľberschriften beschlie√üen die derzeit preisg√ľnstigste Ringelnatz-Ausgabe.

“Ich freue mich an diesem Mann und seinem Humor, der so gar nicht golden ist, sondern echter Galgenhumor, schwebend zwischen Spa√ü und Not, zwischen Rausch und Verzweifelung. Sei gegr√ľ√üt, Bruder Ringelnatz!” Hermann Hesse

“Neben den spa√ühaften Gedichten, in denen Ringelnatz den risus interruptus erfunden hat, stehen jene Verse, die wir wohl alle lieben, weil sie unsre Melancholie enthalten, deren man sich niemals zu sch√§men hat.” Kurt Tucholsky

“Das wunderliche dichterische Gew√§chs, das er gepflanzt hat, hielt durch, hart und wurzelfest. Ich habe die Kuttel-Daddeldu-Gedichte, die Turn-Gedichte, das Kinderverwirrbuch wieder gelesen – mit der gleichen Freude wie einst an ihrer sprachlichen Saftigkeit, an der Erg√∂tzlichkeit und Bizarrerie ihrer Einf√§lle und Formen, an ihrer unversch√§mten Salonwidrigkeit und ihrer versch√§mten Herzensw√§rme. Sein Humor hat eine derbe und eine sublime Seite, und unnachahmlich bleibt die geistige Grazie, mit der er von der einen zur anderen hin√ľberwechselte, sozusagen: mit einem Satz (in des Wortes zwiefacher Meinung). Nichts, was an Ringelnatz’ Kernsch√ľsse in das L√§cherliche des zivilisierten Menschen, nichts, was an seinen von poetischen Lichtern umspielten Witz heranreichte, wird heute in Deutschland von denen erzeugt, die das traurige Gesch√§ft eines Humoristen betreiben.” Alfred Polgar

“So stark ist der Dichter in dem Manne, der erlebt, da√ü das Banalste und Niedrigste durch ihn zum Wunder wird. Nichts ist so unbedeutend an der bunten Welt, da√ü er es nicht ergreifen k√∂nnte. – Ringelnatz steht in der neuesten Literaturgeschichte noch immer nicht auf dem Platze, der ihm geb√ľhrt.” Erich K√§stner

“Zwar ist Joachim Ringelnatz beileibe kein verkannter Dichter, doch ein Gro√üteil seiner Gedichte – darunter einige seiner besten – sind herzlich unbekannt.” Robert Gernhardt

“Das Schwere leicht zu machen, und zwar im Zweifelsfall so leicht, da√ü es bis in die hintersten Parkettreihen tr√§gt, verleiht dem oft gedankenlos benutzten Begriff ‘Artistik’ einen praktischen Sinn, wie er vor Ringelnatz √ľberhaupt nie ernsthaft er√∂rtert wurde: Eine Selbstfindungs√§quilibristik, die auf Erden ihresgleichen sucht, da√ü am Ende die reine G√∂tterkomik herausschaut.” Peter R√ľhmkorf

√úberall ist Wunderland.
√ľberall ist Leben.
Bei meiner Tante im Strumpfenband
Wie irgendwo daneben.

INHALT

SIMPLICISSIMUS
KLEINE WESEN
WAS TOPF UND PFANN’ ERZ√ĄHLEN KANN
GEDICHTE
DIE SCHNUPFTABAKSDOSE
TURNGEDICHTE
KUTTEL DADDELDU oder DAS SCHL√úPFRIGE LEID
DIE GEBATIKTE SCHUSTERPASTETE
TASCHEN-KR√úMMEL
GEHEIMES KINDER-SPIEL-BUCH
REISEBRIEFE EINES ARTISTEN
ALLERDINGS
FLUGZEUG-GEDANKEN
KINDER-VERWIRR-BUCH
GEDICHTER DREIER JAHRE
103 GEDICHTE
GEDICHTE, GEDICHTE VON EINSTMALS UND HEUTE
DER NACHLASS
F√úR DIE MODE, NICHT DAGEGEN SEI DER MENSCH
GEDICHTE F√úR VENUS
KASPERLE-VERSE
BETRACHTUNGEN √úBER D√úNNE UND DICKE FRAUEN
NACHGELASSENE GEDICHTE.

EDITORISCHE NOTIZ
VERZEICHNIS der Gedichtanf√§nge und -√ľberschriften

Die Gedichte

Herausgegeben von Fritz & Katinka Eycken mit Jakob Winter.

Broschur.

1.008 Seiten. 13,5 x 21 cm.

7,99 ‚ā¨.

ISBN 978-3-942048-01-9

Seit Oktober 2009 nur bei ) erhältlich.



Joachim Ringelnatz

Joachim Ringelnatz, geboren am 7.8.1883 als Hans B√∂tticher in Wurzen bei Leipzig; nannte sich “etwas schief ins Leben gebaut” und nach dem nautischen Begriff f√ľr Gl√ľck bringende Seepferdchen “Ringelnatz “; war Schiffsjunge, Matrose, Leutnant der Marine, Handlungsgehilfe, Hausmeister in einer englischen Pension, Lehrling in einer Dachpappenfabrik, Angestellter eines Reiseb√ľros, Tabak-H√§ndler, Fremdenf√ľhrer, Schaufensterdekorateur, Bibliothekar und Archivar u. a. beim Grafen Yorck von Wartenburg und dem Balladendichter B√∂rries von M√ľnchhausen, als Kabarettist erste Auftritte im Simplicissimus in M√ľnchen, dort Bekanntschaft mit Frank Wedekind, Erich M√ľhsam, Carl Georg von Maassen, Richard Seewald; Dichter, Erz√§hler, Maler; als Vortragsk√ľnstler seiner eigenen Werke brachte er es in der Weimarer Republik zu einigem Ruhm, verheiratet mit Frau “Muschelkalk” konnte er “von Frauen wie von Alkohol nie genug bekommen” (Alfred Polgar); die Feier zu seinem 50. Geburtstag richtete Ernst Rowohlt im Kaiserhof zu Berlin aus; nach dem Auftrittsverbot kamen Verarmung und der Tod am 17. 11. 1934 in Berlin. In seiner Grabrede zitierte Paul Wegener das Ringelnatz-Gedicht f√ľr Muschelkalk: “Wenn ich tot bin, darfst du gar nicht trauern.”