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Christian Morgenstern: Die Galgenlieder

Über die Galgenlieder:

“Ich habe nur eine Bitte: Sollte in Ihrem Aufsatz das Wort Blödheit oder Stumpfsinn, wenn auch noch so glĂ€nzend epithetiert vorkommen, so ersetzen sie es meinethalben durch Wahnwitz oder Tollheit; da es auf die Dauer nicht angeht, einen Humor, dessen vielleicht einziger Vorzug in einer gewissen Art von Geistigkeit, von Helligkeit und Schnelligkeit besteht, mit diesen zwei ĂŒblen deutschen Philister- und BierbankausdrĂŒcken, in denen sich die Mehrzahl meiner ‘Kritik’ gefĂ€llt, abzustempeln.” Christian Morgenstern an einen Redakteur

“Ein mystischer Kobold.” Fritz Mauthner

“Es gibt unertrĂ€gliche Menschen, welche ihre Humoristen sei es nun Busch oder Morgenstern oder Ringelnatz auf Schritt und Tritt zitieren, weil sie zwar gern lachen, aber selber keinen Humor haben. Ihnen zum Trotz lieben wir Morgenstern und seine Scherzgedichte, die oft so kindlich verspielt, oft so vereinsamt melancholisch sind. Diese vor-dadaistischen Dada-Verse haben ihre Beliebtheit wohl verdient, sie sind echt narrenhaft, und manche von ihnen haben so zarte, wohlgebaute, rĂŒhrend reine Formen, das man sie schon als Klang lieb gewinnt. Er spielt und zeigt an unendlich formschönen Gedichten mit völlig verrĂŒcktem Inhalt, daß schöne Verse rein als solche große Wirkung tun können.” Hermann Hesse

“Morgenstern ist der Busch unserer Tage. Wie unsere VĂ€ter sich an den niederdeutschen Holzschnittzeichnungen des großen Philosophen verlustierten – unter uns: in dieser Beziehung bin ich mein eigener Papa -, so kugelt sich ein ganzes junges Geschlecht heut ĂŒber Palmström, Korfen und Muhme Kinkel, daß es eine Art hat. Es ist aber auch zu hĂŒbsch: man lacht sich krumm, bewundert hinterher, ernster geworden, eine tiefe Lyrik, die nur im letzten Augenblick ins Spaßhafte abgedreht ist – und merkt zum Schluß, daß man einen philosophischen Satz gelernt hat. So kommt es, daß es uns gar nicht mehr wundert, in Morgenstern Kantsche SĂ€tze in Gedichtform zu finden. Morgenstern ist einfach hinreißend. Man weiß zum Schluß nicht, was man mehr bewundern soll: die Clownerie oder die tiefe Weisheit. Wer ihn liebt, liebt das beste Teil am Deutschtum, fern, fern allen Ludendörffern.” Kurt Tucholsky

“FĂŒr mich eines der wichtigsten BĂŒcher des Jahrhunderts. Das Groteske fĂŒhrt uns das unser Leben Deformierende vor – das Unabwendliche, hier wird’s Ereignis.
Man kann ihn gar nicht ĂŒberschĂ€tzen. Er steht auf einsamer Höhe. Christian Morgenstern ist in unserer deutschen, nicht gerade von Humor beseelten Literatur eine Art Ehrenrettung, einer der seltenen GlĂŒcksfĂ€lle im Geistesleben einer Nation.” Walter Kempowski

INHALT

Versuch einer Einleitung

Wie die Galgenlieder entstanden
GALGENLIEDER
PALMSTRÖM
PALMA KUNKEL
DER GINGGANZ
VIER LEGENDCHEN
ZEITGEDICHTE

ANHANG

Drei Briefe
Alphabetisches Verzeichnis der GedichtanfĂ€nge und -ĂŒberschriften.

Die Galgenlieder.

Fadenheftung. LesebÀndchen. Leinen.

320 Seiten. 10 x 16 cm.

8,90 €.

ISBN 978-3-942048-08-8

Seit November 2009 nur bei erhÀltlich.



Christian Morgenstern

Christian Otto Josef Wolfgang Morgenstern, geboren am 6. Mai 1871 in MĂŒnchen, gestorben am 31. MĂ€rz 1914 in Meran, Beisetzung im Goetheaneum in Dornach bei Basel. Literat, Dichter, Übersetzer, Lektor, Redakteur und Anthroposoph.