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Der Urknall der modernen Poesie, ein Faustschlag ins Gesicht des Bildungsbügertums. In der Übersetzung von Stefan George

Charles Baudelaire: Die Blumen des Bösen

Als Die Blumen des Bösen 1857 in einer Auflage von 1.100 Exemplaren erscheinen, wirkt das Buch wie ein Faustschlag ins kollektive Gesicht des Bildungsbürgertums, das sich die Poesie poetisch wünscht: feierlich, erhaben und gelegentlich galant, etwas für Mußestunden, die den Alltag erhöhen. Und hier besingt einer in bisher unerhörter Formvollendung ausdrücklich den Alltag, den Dreck, das Kranke, die Unterwelt, den Abschaum und die Ausgestoßenen, die Revolte gegen menschliche wie göttliche Ordnung. Denn der Schöpfer hat mit Erschaffung der Welt seine Unschuld verloren; er ist als Seinsgrund auch Urheber des Bösen. Die Schöpfung als Sündenfall Gottes. – Nie zuvor ist derart Unerhörtes Wort geworden.

Baudelaire ist der Kirchenvater und sein einziger Gedichtband ist die Offenbarung der Modernen Poesie. Seine Blumen des Bösen haben durch den Dichter Stefan George die bis heute würdigste deutsche Entsprechung gefunden.

„Ich habe aus dem Schmutz von Paris Gold gemacht.“

Charles Baudelaire

„Ah, Sie kennen die Last des Daseins! ›Le Spleen‹ zerreißt mir das Herz.”

Gustave Flaubert an Charles Baudelaire


„Soupé mit Baudelaire. Schneidend scharf und mit einer Beredsamkeit, die die Eleganz und Präzision eines Saint-Just übertrifft, wehrt er sich gegen den Vorwurf, in seinen Gedichten die guten Sitten verletzt zu haben.“

Tagebuch der Brüder Goncourt

Charles Baudelaire

Die Blumen des Bösen

Umdichtungen von Stefan George, 1891, erweiterte Auswahl: Berlin 1901.

Mit Stimmen zum Werk, neu herausgegeben von Fritz Eycken

ca. 192 Seiten

Leinen, Buchbinde und Lesebändchen

10 x 16 cm

ab Januar 2011 nur bei

9,90 €

ISBN 978-3-942048-35-4



Charles Baudelaire

Charles Baudelaire (9. April 1821, Paris – 31. August 1867, Paris) führt ein kurzes, extremes, berauschtes und unglückliches Leben und hinterlässt ein präzises Werk von weltliterarischer Ausstrahlung. Seine Fleurs du Mal werden als „unmoralisch“ denunziert, Autor und Verleger wegen „Verhöhnung der öffentlichen Moral und guten Sitten“ zu einer Geldstrafe verurteilt. Trotz des Einspruchs der einflussreichsten Literaten wie Théophile Gautier, Sainte-Beuve und Theodore de Banville müssen sechs Gedichte entfernt werden.