“Daß ein Buch wie das Tagebuch des Samuel Pepys überhaupt existiert, ist im Grunde ganz unbegreiflich. Ein rares Wunderwerk”    Robert Louis Stevenson

Er sagte, daß der Anschlag auf den Lordkanzler mit Sicherheit im Gemach von Lady Castlemaine ausgeheckt worden sei


27. August 2010 | Pepys

27. August 1667

Am frühen Morgen bat man mich für morgen zum Taufpaten für das Kind von Kapitän Poole, zusammen mit Lady Penn und Lady Batten Pate, was ich zusagte, um ihm eine Gefälligkeit zu erweisen. Dann ins Amt, wo wir den ganzen Vormittag Sitzung hatten. Mittags zum Essen nach Hause. Dann fuhren meine Frau, ich und Sir W. Penn zur Neuen Börse. Wir setzten meine Frau dort ab, und er und ich fuhren weiter zum St.-James-Palast, wo wir zusammen mit Sir J. Mennes und Sir W. Batten dem Herzog von York unsere Aufwartung machten, konnten aber nur wenige dienstliche Dinge ansprechen. Er ist zur Zeit, wie es scheint, sehr mit anderen Dingen beschäftigt und kümmert sich kaum noch um unsere Belange. Als wir dort fertig waren, gingen Sir J. Mennes, Sir W. Batten und ich nach Whitehall, wo wir hörten, daß der Lordkanzler wohl noch einmal glimpflich davon kommen wird. Anscheinend soll er sein Amt behalten, und er ist auch bereit, sich dem Parlament zu stellen, sollte es die gegen ihn erhobenen Vorwürfe untersuchen wollen. Sir J. Mennes und ich sahen uns die Gemälde dort an, und als Mr. Chiffinch, der Schlüsselbewahrer, uns sah, erbot er sich, uns ins Kabinett des Königs zu führen und uns die Gemälde dort zu zeigen. Es ist wahrlich kostbar eingerichtet, und es hängen dort die unterschiedlichsten Gemälde von den berühmtesten Malern in großer Zahl. Ich hätte stundenlang dort verweilen mögen. Wir konnten uns ganz ungehindert umsehen, und Chiffinch genoß es ganz offensichtlich, uns herumzuführen und alles zu erklären.

Ging anschließend zur Börse und erfuhr dort, daß meine Frau schon mit Sir W. Penn mitgefahren war. Also stattete ich Oberst Fitzgerald einen Besuch ab, der in Woolwich lange krank gewesen war. Die meisten Offiziere und Soldaten, die bei dem Überfall der Holländer dort gekämpft haben, sind inzwischen gestorben oder sind krank, und mit seinem Bart und dem langen grauen Haar erkannte ich ihn erst gar nicht. Er hatte mich zu sich gebeten, um über die Streichung der Rentenzahlung für Tanger zu sprechen.

Von dort zurück ins Amt und gearbeitet, und dann am Abend nach Hause zum Abendessen und zu Bett. Heute ist Mr. Pearse, der Arzt, bei mir gewesen und er sagte, daß der Anschlag auf den Lordkanzler mit Sicherheit im Gemach von Lady Castlemaine ausgeheckt worden sei. Als er am Montag nach der Unterredung mit dem König das Gebäude verlassen habe, habe sie noch im Bett gelegen (obwohl es schon Mittag gewesen sei) und sei dann im Nachthemd in ihr Vogelhaus gelaufen, von wo aus sie den Garten von Whitehall überblicken kann. Die Zofe mußte hinter ihr herlaufen, um ihr den Schlafrock zu bringen, und dort habe sie dann gestanden und sich an dem Anblick des alten Mann erfreut, als er davon ging. Einige Höfling hatten ihr in dem Vogelhaus Gesellschaft geleistet, aber viele von ihnen blieben anscheinend nur, um ebenfalls zu sehen, wie der Kanzler das Haus verließ. Unter ihnen sei auch Blanquefort gewesen, und er habe zu ihr gesagt, sie sei ein Paradiesvogel.

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Außerdem sagte er mir, daß ich für meine Tüchtigkeit und meine Zuverlässigkeit bekannt sei, wofür ich Gott danke.


26. August 2010 | Pepys

26. August 1663

Aufgestanden und ein wenig im Haus aufgeräumt, jetzt da die Tischler fertig sind. Dann mit dem Boot nach Whitehall. Der Innenhof war voller Kutschen, da der König und der ganze Hof heute nach Bath reisen. Ging zum St.-James-Palast, wo ich über eine Stunde blieb. Sprach mit Mr. Coventry über verschiedene Dinge, sehr zu meiner Zufriedenheit. Auch er wollte heute mit dem Herzog aufbrechen. Deshalb verließ ich ihn. Traf Mr. Gauden und fuhr mit ihm zurück ins Amt, wo wir in Sir W. Penns Zimmer mit Mr. Waith verabredet waren, um über Fragen der Verproviantierung zu sprechen, wobei wir fast in Streit gerieten.

Dann nach Hause zum Mittagessen. Mr. Moore aß bei mir. Nach dem Essen gab ich ihm Geld, womit jetzt alle offenen Rechnungen zwischen ihm und mir beglichen sind. Ich gab ihm auch das Geld für den gnädigen Herrn, der mir jetzt genau 700l schuldet, worüber ich einen Schuldschein habe.

Wir stritten noch ein Weile, ob es angebracht sei, daß er mir die Zahlungen quittiere, doch schließlich tat er es, als ich ihm deutlich machte, daß ich ohne Quittung das Geld nicht herausrücken würde.

Unternahmen dann zusammen einen schönen Spaziergang nach Deptford, wo ich verschiedene Dinge erledigte, und wieder zurück. Dann trennten wir uns. Ging nach Hause zum Abendessen. Bin sehr froh, daß in meinem Haus jetzt wieder Ordnung einkehrt, einen solchen Dreck möchte ich jedenfalls so schnell nicht mehr in der Wohnung haben. Aber die Böden sind sehr schön geworden und werden noch schöner aussehen, wenn sie erst einmal alle dieselbe Farbe haben.

Dann müde und erschöpft zu Bett.

Kapitän Hickes gab mir heute in Deptford zu meiner großen Freude ein Verzeichnis aller Beamten der Werft, mit einem kurzen Bericht über jeden von ihnen, und er führt viele Fälle von Pflichtvergessenheit auf. Außerdem sagte er mir, daß ich für meine Tüchtigkeit und meine Zuverlässigkeit bekannt sei, wofür ich Gott danke. Anscheinend war es Mr. Coventry, der mit ihm über mich gesprochen hatte.

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Dann ließ ich die Wände tünchen und sah einige Zeit dabei zu


25. August 2010 | Pepys

25. August 1666

Den ganzen Vormittag im Amt. Mittags zu Hause gegessen und danach in mein neues Zimmer, das mir ganz ausgezeichnet gefällt, und aufgeräumt. Dann ließ ich die Wände tünchen und sah einige Zeit dabei zu. Darauf ins Amt und Briefe geschrieben sowie einige andere Dinge erledigt. Dann in bester Laune nach Hause zum Abendessen und zu Bett.

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Kurz zur Börse, dann nach Hause und gut zu Mittag gegessen


24. August 2010 | Pepys

24. August 1664

Um 6 Uhr aufgestanden und mit Tom Hayter ins Amt gegangen, wo wir in großer Eile verschiedene Anordnungen trafen. Um 9 Uhr nach Whitehall zum Kronrat, wo es um Mr. Maes und seine nicht verzollte Fracht ging, und es sieht nicht gut für ihn aus. Ging von dort zur Advokateninnung, traf Mr. Cole aber wieder nicht an. Auf dem Rückweg sah ich mir in der Wood Street bei mehreren Tischlern Tische an, kaufte aber keinen, weil ich zu Hause erst ausmessen wollte, wie groß er genau sein muß. Kurz zur Börse, dann nach Hause und gut zu Mittag gegessen. Anschließend nach Whitehall zu einer Sitzung des Fischereiausschusses, wo Lord Craven und Mr. Grey sich sehr dagegen wehrten, Mr. Creed zum Stellvertreter von Mr. Duke, unserem Sekretär, zu machen, solange der Herzog von York nicht anwesend sei – und so wurde die Sitzung aufgehoben, ohne daß etwas erreicht worden wäre. Von dort zu Fuß nach Hause. Ging zuvor noch zur Kleiderverwaltung und sah mir die Kleider und das Weißzeug für meinen Burschen an. Ich denke, er wird wohl Ende der Woche bei mir anfangen können. Dann nach Hause. Mr. Creed begleitete mich ein Stück des Wegs, und er gab mir Ratschläge, wie ich mich für ihn verwenden könne, damit er die Sekretärsstelle bekommte, und ich versprach, mich für ihn einsetzen, so gut es mir möglich ist. Dann zurück ins Amt, wo ich viele verschiedenen Dinge zu erledigen hatte. Dann nach Hause zum Abendessen und zu Bett.

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Mrs. Pearse ist wieder schwanger, was ihrer Schönheit leider großen Abbruch tut


23. August 2010 | Pepys

23. August 1668

Sonntag. Früh aufgestanden. In Gedanken ganz bei meinem Bericht. Doch hängte ich zunächst meinen neuen Stich von Paris im grünen Zimmer auf und hängte andere Bilder um. Dann zu Hauptmann Cocke, von dem ich mehr darüber wissen wollte, was die Veränderungen im Amt angeht, aber er war nicht da. Also zurück und in den Gottesdient, wo Mr. Gifford eine gute Predigt hielt über die Worte: “Trachtet vielmehr nach seinem Reich, so wird euch das alles zufallen”. Eine sehr überzeugende, gute und moralische Predigt. Er zeigte, daß Rechtschaffenheit sicherer zum Reichtum führt als Sünde und Verbrechen. Dann nach Hause. Aß mit W. Howe und Mr. Pelling einen Hasen, den dieser mitbrachte. Dann ins Amt, wo Mr. Gibson und ich den Bericht an den Herzog von York noch einmal durchgingen, was mir zu meiner großen Freude mit der Papierröhre keinen Augenschmerzen bereitete. Mein Schreiben gefiel mir sehr. Begab mich darauf rasch zum St.-James-Palast und war um 4 Uhr dort, wo der Herzog mich bereits erwartete und alles mit außerordentlicher Zufriedenheit anhörte, mir lange und herzlich dankte und sagte, er kenne und schätze meine Verdienste über die Maßen, und ich könne mich stets auf ihn verlassen. Er redete sehr offen von den Änderungen, die in der Marine geplant sind, und was er erzählte, stimmte fast völlig mit Hauptmann Cockes Worten überein. Und bei jeder Gelegenheit wünschte er meinen Rat zu hören. Mein Bericht soll abgeschrieben und sogleich in seinem Namen an das Flottenamt geschickt werden. Ich ging überaus froh und so zufrieden in den Park. Traf dort Mr. Pearse mit Frau, Schwester, Bruder und kleinem Sohn und ging mit ihnen zum Maulbeergarten, wo ich 18s für sie ausgab. Dort verließ ich sie. Mrs. Pearse ist wieder schwanger, was ihrer Schönheit leider großen Abbruch tut. Nahm eine Kutsche nach Hause und plauderte den ganzen Abend mit meiner Frau und W. Hewer, denn meine Gedanken drehten sich vor allem um das Amt und wie ich mich der Flotte und dem König nützlich erweisen kann. Dann zum Abendessen und zu Bett.

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Aber schließlich denkt jetzt auch alle Welt, daß mein Vater in Geld schwimmt


23. August 2010 | Pepys

22. August 1661

Hatte im Siegelamt einiges zu tun. Mittags nach Hause. Fuhr von dort mit meiner Frau in der Kutsche zu Onkel Fenner, bei dem viele Trauergäste versammelt waren, aber die Bewirtung war sehr schlecht, was mich wunderte. Im Haus war es so heiß, daß Onkel Wight, mein Vater und ich zwischendurch ein Wirtshaus aufsuchen mußten, um uns zu erfrischen. Dann zurück und zur Kirche. Die Familie meines Vaters war ganz in neuen Trauerkleidern erschienen, um Onkel Fenner die Ehre anzutun, aber schließlich denkt jetzt auch alle Welt, daß mein Vater in Geld schwimmt. Zur Kirche, wo wir die Predigt im Stehen hörten. Danach fuhr ich mit meiner Frau, meiner Schwester Pall und Tante Wight in der Kutsche zu ihr nach Hause, wo es Westfälischen Schinken gab. Dann nach Hause und zu Bett.

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Was seinem Ruf als dem größten Vielfraß auf Erden nur gerecht wird


23. August 2010 | Pepys

21. August 1665

Früh am Morgen traf eine Nachricht von Lord Brouncker ein, daß alle Beamten des Flottenamts am Vormittag beim Herzog von Albemarle zu einer Sitzung einbestellt seien. Sehr müde aufgestanden und vor allen anderen dort eingetroffen, so daß ich mich noch mit ihm unterhalten konnte. Gingen mit einigen anderen Herren im Park spazieren, wo er offenbar sehr viel Zeit verbringt, weil er sonst nirgendwo hin kann. Er erzählte davon, daß er gestern einige Presbyterianer bei einer geheimen Versammlung in Covent Garden verhaften ließ und ihnen anbot, sie freizulassen, wenn jeder 5l für die Armen spenden würde. Sie hätten jedoch erwidert, sie würden keinen Penny zahlen, worauf er sie ins Gefängnis von Whitehall sperren ließ. Kurz darauf erschienen auch die anderen Beamten und wir gingen ins Haus und hielten dort unsere Sitzung. Anschließend mit Sir W. Batten ins Amt, wo ich verschiedene Dinge erledigte, und dann zu Sir W. Batten zum Mittagessen. Auch Hauptmann Cocke war dort, für dessen unersättlichen Appetit noch einige Rebhühner geholt wurden, was seinem Ruf als dem größten Vielfraß auf Erden nur gerecht wird.

Nach dem Essen mit dem Boot zu Sir W. Warren nach Rotherhithe und zwei Stunden über seine und meine Geschäfte geredet. Unter anderem gab er mir einige gute Ratschläge, wie ich Sir G. Carterets Verbundenheit mir gegenüber gewinnbringend nutzen kann, warnte mich aber davor, es nicht zu übertreiben und ihn mir nicht zu sehr zu verpflichten, indem ich mich in seine privaten Angelegenheiten einmische, was für mich ein Leichtes wäre.

Danach zu Lord Brouncker und Sir J. Mennes nach Greenwich, um die neuen Räumlichkeiten für unser Amt in Augenschein zu nehmen, die mir allerdings ganz und gar nicht zusagen, da ringsum die Handwerker und Bauleute arbeiten und die Gegend genauso unsicher wie London ist. Mr. Hugh May, ein sehr kluger Mann, mit dem ich gern näher bekannt werden möchte, zeigte uns die Räume. Danach zu Fuß im Dunkeln zu Sir J. Mennes und dort eine Stunde vor der Tür gewartet und geplaudert, während Laufburschen sich bemühten, für mich ein Boot nach Woolwich aufzutreiben, allerdings vergebens. Machte mich daher um zehn Uhr in Begleitung von Sir J. Mennes’ Diener George zu Fuß auf nach Woolwich. Unterwegs hatten wir große Angst vor den Hunden des dortigen Gutshofs, Combe geheißen, mehr noch vor Wegelagerern in der Umgebung, am meisten aber vor der Pest, die das Gut befallen hat. (Was seltsam ist, da es sich um ein alleinstehendes Gutshaus handelt, weitab von der Stadt, doch hatten sie offensichtlich die Angewohnheit, Bettler bei sich übernachten zu lassen (zu ihrer eigenen Sicherheit), und die haben die Seuche eingeschleppt.) Gott sei Dank kam ich gegen 11 Uhr wohlbehalten in Woolwich an, gab George 4s für seine Mühen und ging zu meiner Frau. Nachdem ich ihre jüngste Zeichnung betrachtet hatte, die sie seit unserer letzten Begegnung (vor sieben oder acht Tagen) angefertigt hat und die mir ganz ausgezeichnet gefällt, sehr zufrieden, aber auch sehr müde zu Bett.

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Sah zum ersten Mal die Wollkissen &c., auf denen sie sitzen


20. August 2010 | Pepys

20. August 1660

Ins Flottenamt. Während Sir W. Penn und ich im Garten einen Spaziergang machten, kam ein Bote vom Herzog von York, der mich zum Lordkanzler bringen sollte. Da ich Besuch von Mrs. Turner und ihrer Tochter Theophila hatte, die mit mir über einen Freund von ihnen sprechen wollte, der zur See geschickt werden soll, fuhr ich mit ihr in ihrer Kutsche bis zum Worcester House mit. Doch der Lordkanzler war ins Oberhaus gegangen. Ich ging also dorthin und kam (da vor den Lords eine Gerichtsverhandlung stattfand) problemlos hinein und blieb den ganzen Vormittag dort. Sah zum ersten Mal die Wollkissen &c., auf denen sie sitzen.

Als die Verhandlung zu Ende war, sprach ich mit dem Lordkanzler und erhielt von ihm die Anweisung, am Abend zu ihm zu kommen. Heute früh gab mir Mr. Creed die Unterlagen, die Ernennung des gnädigen Herrn zum Vize-Admiral betreffend, Mr. Creed selber ging heute in See, um sich um die Gratifikation der Seeleute zu kümmern. Nachmittags im Siegelamt, wo ich mit Mr. Moore unsere Abrechnung machte. Er zahlte mir 100l aus, worüber ich mich ungemein freute, denn soviel hatte ich allenfalls im ganzen Monat erhofft.

Abends ging ich allein ins Harper etwas trinken, wo ich die Tochter von Mrs. Crisp traf, und ich setzte mich zu ihr und ihren Freunden und trank mit ihnen. Dann in der Kutsche mit W. Hewer zum Worcester House, wo ich ausstieg und ihn mit den 100l, die ich heute erhalten hatte, nach Hause schickte. Ich wartete eine Weile im großen Saal, bis der Lordkanzler eintrat, und es war erstaunlich, wie viele Menschen gekommen waren, um ihm beim Siegeln zuzusehen.

Bevor er mit irgend etwas anderem anfing, nahm er meine Papiere mit der Aufstellung der Schulden der Flotte entgegen und sah sie vor allen Leuten durch und gab mir dann im Vertrauen Ratschläge, wie wir es anstellen sollen, um vom Parlament soviel Geld zu bekommen wie möglich.

Danach ging ich nach Hause. Meine Sachen von See waren angekommen (die mir Mr. Dunn auf meinen Wunsch hin geschickt hatte), worüber ich froh bin, denn viele meiner Sachen haben durch die Feuchtigkeit bereits gelitten, weil meine Kajüte nicht dicht ist. Ich verbrachte am Abend viel Zeit damit, die Sachen auszupacken und fortzuräumen, und dann zu Bett.

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Das wäre nicht nur eine große Ehre, sondern würde vielleicht auch einigen Gewinn abwerfen


19. August 2010 | Pepys

19. August 1662

Früh aufgestanden, um zu sehen, wie die Arbeiten vorangehen. Dann kam Mr. Creed, mit dem ich ein, zwei Stunden, bis 8 Uhr, im Garten auf und ab ging. Wir sprachen über unsere gemeinsamen Abrechnungen und danach über die öffentlichen Angelegenheiten. Unter anderem sagte er mir, daß der gnädige Herr mich in einen Ausschuß für Tanger berufen hat, dem auch der gnädige Herr sowie viele andere Adlige angehören. Das wäre nicht nur eine große Ehre, sondern würde vielleicht auch einigen Gewinn abwerfen, und ich bin sehr froh darüber.

Dann kamen wir zur Sitzung zusammen, und Mr. Coventry erzählte uns von dem Duell von Mr. Jermin, dem Neffen von Lord St. Albans, und Oberst Giles Rawlins, bei dem letzterer getötet und ersterer tödlich verwundet wurde, wie es heißt. Sie hatten gegen Kapitän Thomas Howard, den Bruder von Lord Carlisle, und eine weitere, unbekannte, Person gekämpft. Diese sollen Rüstungen getragen haben, so daß sie nicht verwundet werden konnten und eins der Schwerter am Heft abbrach. Sie hatten Pferde dabei und sind geflohen. Sehr merkwürdig ist jedoch, daß Howard zwar Jermin herausgefordert und sich mit ihm gestern auf der alten Mail-Bahn am St.-James-Palast, duelliert habe, ihm aber nicht habe sagen wollen, worum es überhaupt ging. Und auch sonst kennt niemand den Grund. Am Hof ist man wegen der Sache sehr beunruhigt, was mich freut, denn so steht zu hoffen, daß es bald zu Gesetzen kommt, die derlei verbieten.

Nach der Sitzung gingen Sir W. Carteret und ich einige Zeit im Garten spazieren. Er erzählte mir, Sir W. Batten habe sich bei ihm darüber beschwert, daß einige von uns ihm Übel wollten. Aber anscheinend ist Sir George nicht dieser Meinung, sondern eher gegen ihn eingestellt. Er drückte mir erneut seine Verbundenheit aus und berichtete mir, daß er auch mit dem Lordkanzler über mich gesprochen habe, so daß Lord Sandwich auch von dieser Seite nur Gutes über mich hören werde. Darüber bin ich sehr froh, und zweifellos entwickeln sich die Dinge für mich von Tag zu Tag besser.

Aß zu Hause allein, dann ins Amt, wo ich bis spät abends arbeitete. Aß zu Hause noch eine Kleinigkeit und ging dann zu Bett.

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Dabei trug sie einen Schlafrock und keine Perücke, war ungeschminkt und ihr Haar war hinten zu einem Knoten zusammengebunden


18. August 2010 | Pepys

18. August 1667

Aufgestanden und den ganzen Vormittag im Amt verbracht, wo wir Sitzung hatten. Ich mußte die ganze Zeit an Carkesse, der heute vormittag vom Kronrat angehört wurde, und er hat mindestens 30 Zeugen mitgebracht. Doch sonderbar, ich hatte gehört, die meisten von ihnen wollten eher gegen ihn aussagen als für ihn. Er muß verrückt geworden sein.* Mittags zum Essen nach Hause, und gleich danach gingen meine Frau, ich und Sir W. Penn ins Königliche Theater, das ungewöhnlich voll war – der König und der Herzog von York waren gekommen, um das neue Stück zu sehen, „Queen Elizabeth’s Troubles, and the History of Eighty-Eight“.** Ich habe die traurige Geschichte der Königin bereits mit der Muttermilch aufgesogen, deshalb blieb es nicht aus, daß mir an einigen Stellen die Tränen kamen. Aber das Stück selbst ist wohl lächerlichste Stück, das je auf die Bühne gebracht wurde – ein reine Prozession. Immerhin tragen Königin Maria und Königin Elisbeth historische Kostüme, so wie man sie von den Gemälden kennt. Aber das Ganz ist bloß Puppentheater mit lebendigen Puppen, auch was die Handlung und den Text betrifft. Und es gibt sogar jemanden, der am Bühnenrand steht und uns die Bedeutung des Geschehens erklärt. Das einzige, was mir gefiel, war Knepp, die zusammen mit den Milchmädchen tanzte und einmal für Königin Elisabeth ein Lied sang. Dabei trug sie einen Schlafrock und keine Perücke, war ungeschminkt und ihr Haar war hinten zu einem Knoten zusammengebunden – die reizendste Aufmachung, in der ich sie je gesehen habe. Machten uns dann auf den Heimweg und fuhren mit Sir W. Penn bis nach Mile End, wo seine Kutsche auf ihn wartete, denn er wollte weiter zu seinem Landhaus nach Walthamstow. Nachdem wir dort im Rose and Crowne etwas getrunken hatten, verabschiedeten wir uns – ein gutes Wirtshaus, denn man bekommt dort Bier von Ratsherrn Bide. Dann nach Hause. Im Amt schrieb ich meine Briefe zu Ende, dann nach Hause zum Abendessen und zu Bett.

* James Carkesse wurde später tatsächlich verrückt und ins Irrenhaus eingewiesen. 1679 veröffentlichte er aus der Irrenanstalt heraus einen Gedichtband, in dem sich auch ein Spottgedicht auf Peyps findet, „who has my Rival been / For the Duke’s favour, more than years thirteen.“

**„If you know not me, you know nobody, or The Troubles of Queen Elizabeth“, Historiendrama von Thomas Heywood.

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