Joachim Ringelnatz


Joachim Ringelnatz wurde am 7.8.1883 als Hans B├Âtticher in Wurzen bei Leipzig geboren;er nannte sich “etwas schief ins Leben gebaut” und nach dem nautischen Begriff f├╝r Gl├╝ck bringende Seepferdchen “Ringelnatz “; war Schiffsjunge, Matrose, Leutnant der Marine, Handlungsgehilfe, Hausmeister in einer englischen Pension, Lehrling in einer Dachpappenfabrik, Angestellter eines Reiseb├╝ros, Tabak-H├Ąndler, Fremdenf├╝hrer, Schaufensterdekorateur, Bibliothekar und Archivar u. a. beim Grafen Yorck von Wartenburg und dem Balladendichter B├Ârries von M├╝nchhausen, als Kabarettist erste Auftritte im Simplicissimus in M├╝nchen, dort Bekanntschaft mit Frank Wedekind, Erich M├╝hsam, Carl Georg von Maassen, Richard Seewald; Dichter, Erz├Ąhler, Maler; als Vortragsk├╝nstler seiner eigenen Werke brachte er es in der Weimarer Republik zu einigem Ruhm, verheiratet mit Frau “Muschelkalk” konnte er “von Frauen wie von Alkohol nie genug bekommen” (Alfred Polgar); die Feier zu seinem 50. Geburtstag richtete Ernst Rowohlt im Kaiserhof zu Berlin aus; nach dem Auftrittsverbot kamen Verarmung und der Tod am 17. 11. 1934 in Berlin. In seiner Grabrede zitierte Paul Wegener das Ringelnatz-Gedicht f├╝r Muschelkalk: “Wenn ich tot bin, darfst du gar nicht trauern.”

Joachim Ringelnatz: Die Gedichte


“Das Schwere leicht zu machen, und zwar im Zweifelsfall so leicht, da├č es bis in die hintersten Parkettreihen tr├Ągt, verleiht dem oft gedankenlos benutzten Begriff ‘Artistik’ einen praktischen Sinn, wie er vor Ringelnatz ├╝berhaupt nie ernsthaft er├Ârtert wurde: Eine Selbstfindungs├Ąquilibristik, die auf Erden ihresgleichen sucht, da├č am Ende die reine G├Âtterkomik herausschaut.” Peter R├╝hmkorf


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