“Daß ein Buch wie das Tagebuch des Samuel Pepys überhaupt existiert, ist im Grunde ganz unbegreiflich. Ein rares Wunderwerk”    Robert Louis Stevenson



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Was seinem Ruf als dem größten Vielfraß auf Erden nur gerecht wird


/ August 23rd, 2010 | Pepys

21. August 1665

Früh am Morgen traf eine Nachricht von Lord Brouncker ein, daß alle Beamten des Flottenamts am Vormittag beim Herzog von Albemarle zu einer Sitzung einbestellt seien. Sehr müde aufgestanden und vor allen anderen dort eingetroffen, so daß ich mich noch mit ihm unterhalten konnte. Gingen mit einigen anderen Herren im Park spazieren, wo er offenbar sehr viel Zeit verbringt, weil er sonst nirgendwo hin kann. Er erzählte davon, daß er gestern einige Presbyterianer bei einer geheimen Versammlung in Covent Garden verhaften ließ und ihnen anbot, sie freizulassen, wenn jeder 5l für die Armen spenden würde. Sie hätten jedoch erwidert, sie würden keinen Penny zahlen, worauf er sie ins Gefängnis von Whitehall sperren ließ. Kurz darauf erschienen auch die anderen Beamten und wir gingen ins Haus und hielten dort unsere Sitzung. Anschließend mit Sir W. Batten ins Amt, wo ich verschiedene Dinge erledigte, und dann zu Sir W. Batten zum Mittagessen. Auch Hauptmann Cocke war dort, für dessen unersättlichen Appetit noch einige Rebhühner geholt wurden, was seinem Ruf als dem größten Vielfraß auf Erden nur gerecht wird.

Nach dem Essen mit dem Boot zu Sir W. Warren nach Rotherhithe und zwei Stunden über seine und meine Geschäfte geredet. Unter anderem gab er mir einige gute Ratschläge, wie ich Sir G. Carterets Verbundenheit mir gegenüber gewinnbringend nutzen kann, warnte mich aber davor, es nicht zu übertreiben und ihn mir nicht zu sehr zu verpflichten, indem ich mich in seine privaten Angelegenheiten einmische, was für mich ein Leichtes wäre.

Danach zu Lord Brouncker und Sir J. Mennes nach Greenwich, um die neuen Räumlichkeiten für unser Amt in Augenschein zu nehmen, die mir allerdings ganz und gar nicht zusagen, da ringsum die Handwerker und Bauleute arbeiten und die Gegend genauso unsicher wie London ist. Mr. Hugh May, ein sehr kluger Mann, mit dem ich gern näher bekannt werden möchte, zeigte uns die Räume. Danach zu Fuß im Dunkeln zu Sir J. Mennes und dort eine Stunde vor der Tür gewartet und geplaudert, während Laufburschen sich bemühten, für mich ein Boot nach Woolwich aufzutreiben, allerdings vergebens. Machte mich daher um zehn Uhr in Begleitung von Sir J. Mennes’ Diener George zu Fuß auf nach Woolwich. Unterwegs hatten wir große Angst vor den Hunden des dortigen Gutshofs, Combe geheißen, mehr noch vor Wegelagerern in der Umgebung, am meisten aber vor der Pest, die das Gut befallen hat. (Was seltsam ist, da es sich um ein alleinstehendes Gutshaus handelt, weitab von der Stadt, doch hatten sie offensichtlich die Angewohnheit, Bettler bei sich übernachten zu lassen (zu ihrer eigenen Sicherheit), und die haben die Seuche eingeschleppt.) Gott sei Dank kam ich gegen 11 Uhr wohlbehalten in Woolwich an, gab George 4s für seine Mühen und ging zu meiner Frau. Nachdem ich ihre jüngste Zeichnung betrachtet hatte, die sie seit unserer letzten Begegnung (vor sieben oder acht Tagen) angefertigt hat und die mir ganz ausgezeichnet gefällt, sehr zufrieden, aber auch sehr müde zu Bett.




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