“Daß ein Buch wie das Tagebuch des Samuel Pepys überhaupt existiert, ist im Grunde ganz unbegreiflich. Ein rares Wunderwerk”    Robert Louis Stevenson



/ HOME >  / AKTUELL >  /pepys >  /Sah zum ersten Mal die Wollkissen &c., auf denen sie sitzen

Sah zum ersten Mal die Wollkissen &c., auf denen sie sitzen


/ August 20th, 2010 | Pepys

20. August 1660

Ins Flottenamt. Während Sir W. Penn und ich im Garten einen Spaziergang machten, kam ein Bote vom Herzog von York, der mich zum Lordkanzler bringen sollte. Da ich Besuch von Mrs. Turner und ihrer Tochter Theophila hatte, die mit mir über einen Freund von ihnen sprechen wollte, der zur See geschickt werden soll, fuhr ich mit ihr in ihrer Kutsche bis zum Worcester House mit. Doch der Lordkanzler war ins Oberhaus gegangen. Ich ging also dorthin und kam (da vor den Lords eine Gerichtsverhandlung stattfand) problemlos hinein und blieb den ganzen Vormittag dort. Sah zum ersten Mal die Wollkissen &c., auf denen sie sitzen.

Als die Verhandlung zu Ende war, sprach ich mit dem Lordkanzler und erhielt von ihm die Anweisung, am Abend zu ihm zu kommen. Heute früh gab mir Mr. Creed die Unterlagen, die Ernennung des gnädigen Herrn zum Vize-Admiral betreffend, Mr. Creed selber ging heute in See, um sich um die Gratifikation der Seeleute zu kümmern. Nachmittags im Siegelamt, wo ich mit Mr. Moore unsere Abrechnung machte. Er zahlte mir 100l aus, worüber ich mich ungemein freute, denn soviel hatte ich allenfalls im ganzen Monat erhofft.

Abends ging ich allein ins Harper etwas trinken, wo ich die Tochter von Mrs. Crisp traf, und ich setzte mich zu ihr und ihren Freunden und trank mit ihnen. Dann in der Kutsche mit W. Hewer zum Worcester House, wo ich ausstieg und ihn mit den 100l, die ich heute erhalten hatte, nach Hause schickte. Ich wartete eine Weile im großen Saal, bis der Lordkanzler eintrat, und es war erstaunlich, wie viele Menschen gekommen waren, um ihm beim Siegeln zuzusehen.

Bevor er mit irgend etwas anderem anfing, nahm er meine Papiere mit der Aufstellung der Schulden der Flotte entgegen und sah sie vor allen Leuten durch und gab mir dann im Vertrauen Ratschläge, wie wir es anstellen sollen, um vom Parlament soviel Geld zu bekommen wie möglich.

Danach ging ich nach Hause. Meine Sachen von See waren angekommen (die mir Mr. Dunn auf meinen Wunsch hin geschickt hatte), worüber ich froh bin, denn viele meiner Sachen haben durch die Feuchtigkeit bereits gelitten, weil meine Kajüte nicht dicht ist. Ich verbrachte am Abend viel Zeit damit, die Sachen auszupacken und fortzuräumen, und dann zu Bett.




Kein Kommentar zu "Sah zum ersten Mal die Wollkissen &c., auf denen sie sitzen"


Jetzt kommentieren


Name (erforderlich)
E-Mail (erforderlich)