Nach dem Aufstehen sprachen meine Frau und ich mit Ashwell. Wohl oder übel mußte ich ihr mitteilen, daß wir wünschen, daß sie uns verläßt, und doch bin ich im Grunde froh, daß ich die Ausgaben sparen kann. Sie wird also noch heute zurück zu ihrem Vater gehen. Verließ beide, obwohl sie noch erhitzt stritten, und fuhr mit Sir J. Mennes und Sir W. Batten in der Kutsche zum St.-James-Palast zu unserer üblichen Sitzung beim Herzog. Anschließend nach Whitehall, wo ich Mr. Moore traf, der mir erzählte, daß das junge Frauenzimmer in Chelsea den gnädigen Herrn noch ins Verderben stürzen werde, was mich sehr beunruhigt. Bin entschlossen, mit ihm darüber zu reden, sobald sich die Möglichkeit dazu ergibt.
Von dort nach Hause, wo ich allein mit meiner Frau zu Mittag aß. Nach Tisch kam Susan, unser früheres Dienstmädchen. Sie suchte ein Halstuch, das sie hier liegengelassen haben will. Wie sich herausstellte, hatte Hannah, unser jetziges Küchenmädchen, das Tuch nicht nur an sich genommen, sondern es sogar umgebunden, denn als Susan hereinkam, nahm sie es eilig ab, aber ich hatte es bemerkt, sagte es ihr auf den Kopf zu und sagte, ich hätte nicht übel Lust, sie zu entlassen. Da fuhr sie auf und sagte, wenn ich ihr den Lohn auszahlte, würde sie noch heute gehen, womit meine Frau und ich nur einverstanden waren, und so holte ich ihren Lohn. Da ich fürchtete, sie könne in ihren Sachen etwas verstecken und heimlich fortschaffen, ließ ich meine Frau sie durchsuchen – und eine Viertelstunde später war sie fort. Meine Frau und ich waren sehr verdutzt, denn plötzlich war kein einziges Mädchen mehr im Haus, abgesehen von Ashwell, die wir ebenfalls entlassen haben, und auch kein Bursche, und nach einer Stunde, die wir so allein im Haus verbracht hatten, wurde ich sehr schwermütig. Ging daraufhin zu Mrs. Holden, mit der ich schon früher darüber gesprochen hatte, daß wir ein Dientsmädchen suchen. Suchte in dieser Angelegenheit auch Mrs. Standing auf und außerdem meinen Bruder Tom, den ich in einer Schenke in der Popinjay Alley fand. Und als ich eben mit ihm am Tor zur Gasse stand, kam Ashwell vorbei. Verabschiedete mich von Tom und begleitete sie fast bis nach Hause und sprach mit ihr über ihre Entlassung. Sie war sehr verständnisvoll (obwohl meine Frau ihr anscheinend erzählt hatte, daß es vor allem mein Wunsch sei, sie zu entlassen, und weniger der ihre, was eine Unverschämtheit ist), und ich sagte ihr, in Anbetracht der Tatsache, daß sie und meine Frau nicht miteinander auskämen, sei es für alle Beteiligten das beste, wenn sie ginge, und selbst wenn sie meine Schwester wäre, würde ich nicht anders entscheiden. Worauf sie nur entgegnete, meine Frau suche gewiß ein Mädchen, von dem sie sicher sein kann, daß es nicht hinter ihrem Rücken mit mir über sie spreche, denn das unterstelle meine Frau ihr. Wie auch immer, ich muß mich bemühen, daß es zu solchen Verdächtigungen keine Veranlassung gibt.
Kurz vor dem Haus trennten wir uns und vereinbarten, daß ich erst geraume Zeit nach ihr heimkehren würde. Doch als ich das Haus betrat, bedrückte mich die Leere und die Stille.
Zu Abend gegessen, gebetet und zu Bett. Als wir zu Bett gehen wollten, sprach meine Frau Ashwell an und fragte sie, ob sie bereits eine neue Stelle habe. Sie erwiderte, wenn wir wollten, könne sie zu jemandem im Flottenamt in Stellung gehen, wogegen wir nichts einzuwenden hatten. Daraufhin sagte sie: nein, sie werde nur eine Stellung annehmen, wo sie Kinder unterrichten könne, denn sie wolle wieder das tun, was sie gelernt habe, und zum Zimmermädchen, bei uns oder sonstwem, eigne sie sich nicht. Was zeigt, daß sie eine schlaue Person ist und sehr wohl geeignet wäre, jeder hohen Dame im Land als Gesellschafterin zu dienen. Dann ruhig eingeschlafen – kalt war es in der Nacht.
Aber ich weiß nicht, wie ich mich um die Amtsgeschäfte kümmern soll, solange die Verhältnisse in meinem Haushalt nicht in Ordnung gebracht sind, was hoffentlich bald der Fall sein wird. Bei Mrs. Holden kaufte ich heute einen neuen Biberhut mit niedrigem Kopf, wie es jetzt Mode ist. Er wird morgen ins Haus geliefert.
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