“Daß ein Buch wie das Tagebuch des Samuel Pepys überhaupt existiert, ist im Grunde ganz unbegreiflich. Ein rares Wunderwerk”    Robert Louis Stevenson



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Wo ich bis spät abends mit meiner Frau plauderte, Flöte spielte und mich an unserem Kaminsims erfreute


/ August 16th, 2010 | Pepys

14. August 1668

Aufgestanden und im Boot nach Whitehall und zum St.-James-Palast zu Sir W. Coventry, um mit ihm über unser Amt zu sprechen und die Mißstände, die nach wie vor dort herrschten. Ich berichtete ihm auch, was Cocke mir erzählt hatte. Er sagte jedoch, an der Sache sei nicht viel dran. Zwar wisse er, daß einige Leute große Umwälzungen in der Marine beabsichtigten, und gewiß werde es auch Veränderungen geben, denn das liege in der Luft, er glaube aber nicht, daß es wirklich so weit kommen werde, wie ich es geschildert hatte.

Von dort nach Whitehall, wo ich eine Weile vor der Ratskammer wartete und mit verschiedenen Leuten redete. Dann wieder im Boot zurück. Zu Hause war Simpson dabei, meinen neuen Kaminsims im großen Zimmer zu bauen. Er wird sehr schön, wird mich aber auch einiges kosten. Doch das ist es mir wert.

Dann zurück nach Whitehall, noch einmal zum Rat, danach mit Mr. Wren zu Sir S. Fox, der uns zum Essen eingeladen hatte. Mr. Ashburnham, der Kämmerer des königlichen Haushalts, und Sir E. Savage waren ebenfalls da. Hörte viele gute Geschichten über die Vorfahren und den Besitz vieler Familien in Cheshire und Umgebung, die viel bedeutender sein sollen als die meisten Familien in und um London.

Seine Frau aß ebenfalls mit uns, eine sehr freundliche Dame. Die ganze Familie ist so vornehm und gesittet, daß es eine Wohltat ist.

Hinterher fuhren der Kämmerer, Sir Stephen und ich zu den Lordkommissaren des Schatzamts, wo ich sie verließ und zum Herzog von York ging, der mich nach dem Bericht über die Mißstände und Mängel im Flottenamt fragte, den ich ihm versprochen hatte. Ich sagte, er solle ihn nächste Woche bekommen, und war froh, daß er danach fragte, denn er ist offenbar wirklich entschlossen, etwas zu unternehmen – schon allein, um sich selbst zu schützen, denn der feindliche Teil des Parlaments will ihn ganz offensichtlich verdrängen. Nachmittags traf sich das Flottenamt zur üblichen Sitzung bei ihm. Der Herzog sprach von seiner Absicht, bald nach Dover zu fahren, um sich als Lordaufseher der fünf Häfen vereidigen zu lassen, eine sehr würdige Zeremonie. Fuhr von dort mit Mr. Wren zum Ersten Kronanwalt zum Temple, aber er war nicht da. Fuhr daher nach Hause, wo ich bis spätabends mit meiner Frau plauderte, Flöte spielte und mich an unserem Kaminsims erfreute. Dann zu Bett.




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