“Daß ein Buch wie das Tagebuch des Samuel Pepys überhaupt existiert, ist im Grunde ganz unbegreiflich. Ein rares Wunderwerk”    Robert Louis Stevenson



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Ich ritt durch die City, nicht wenig stolz darauf, auf einem so prächtigen Tier gesehen zu werden


/ August 5th, 2010 | Pepys

5. August 1664

Sehr früh aufgestanden und den Maler angewiesen, das neue Musikzimmer teils zu kalken, teils farbig anzustreichen. War mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Kleidete mich gegen 10 Uhr an und stieg zu Pferd – Sir W. Warren hatte mir, wie gestern versprochen, eine schöne Stute bringen lassen. Ich ritt durch die City, nicht wenig stolz darauf, auf einem so prächtigen Tier gesehen zu werden. Ritt zu Vetter W. Joyce, der ebenfalls sein Pferd bestieg, und dann ritten wir gemeinsam zur Stadt hinaus Richtung Highgate. In Kentish Town zeigte er mir die Stelle, wo Clun getötet und in einen Graben geworfen worden war, und erzählte mir in allen Einzelheiten, wie die Tat begangen wurde und daß seine Wunde eigentlich nicht tödlich gewesen sei (er habe nur eine Stichwunde im Arm gehabt), sondern daß er bei dem Versuch sich zu befreien, verblutet sei – und daß er sich sehr spät auf dem Heimweg gemacht habe, nachdem er mit seiner Hure noch etwas getrunken hatte – und auch wie der Täter schließlich gefaßt wurde.

Dann ritten wir weiter nach Barnet und tranken dort etwas. Ritten spät abends weiter nach Stevenage. Es regnete ein wenig, aber nicht stark. Zu meiner großen Bestürzung erfuhr ich dort, daß meine Frau nicht angekommen war und daß diese Woche überhaupt keine Kutsche aus Stamford gekommen sei. Nach dem Abendessen zu Bett. War verärgert und erschöpft und hatte auch wieder die üblichen Schmerzen. Nachdem ich eine Weile geschlafen hatte, kam W. Joyce im Nachthemd zu mir ins Zimmer, zusammen mit einem Boten, der eine Nachricht von meiner Frau brachte. Darin schreibt sie, daß sie die Kutsche aus York genommen habe und nach Biggleswade gefahren sei und daß sie morgen früh bei uns sein werde. Ich schlief dann sehr beruhigt bis zum nächsten Morgen und war sehr zufrieden damit, wie klug sie in dieser Sache gehandelt hatte.




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