Aufgestanden und ins Amt, wo mich Mrs. Daniel aufsuchte, aber ich konnte nicht tocar su cosa, weil ella ihre Tage hatte. Mittags zum Essen nach Hause. Ging dann mit Mr. Colvill zum neuen Steueramt in Aldersgate. Von dort zurück zur alten Börse wegen einer sehr schönen vornehmen Dame, die ich auf dem Hinweg gesehen hatte. Kaufte dort ein paar Handschuhe und bewunderte sie, und sie war wirklich eine große Schönheit. Dann bummelte ich den ganzen Nachmittag in der Duck Lane umher und sah dort die mujer meines Buchhändlers, kam aber nicht recht bei ihr weiter. Dort sah ich auch Mrs. Mitchells Tochter, die gerade einen Buchhändler geheiratet hat, eine hübsche kleine ernste Frau. Weiter zu Lord Crew, der schwer an einer Gesichtsrose erkrankt ist. Hörte von einem solchen Leiden zum ersten Mal. Dann nach Hause, unterwegs kaufte ich einen Stimmschlüssel für mein Spinett bei einem Eisenhändler beim Holborn-Brunnen, wo auch die hübsche Frau war, die mir neulich bereits aufgefallen ist, und sie ist wirklich sehr hübsch und yo creo auch eitel. Von dort nach Hause und bis abends gearbeitet, dann zu Bett.
/ WeiterlesenBeim Aufstehen war mein Befinden bestens. Nur um den Mund habe ich etwas Ausschlag als Folge des gehabten Fiebers.
Dann ins Amt und den ganzen Vormittag Sitzung, wo wir über unsere Geldsorgen sprachen. Überall müßten neue Vorräte eingekauft werden, doch fehlt uns dazu das Geld, und kein Händler will uns mehr Kredit geben.
Dann nach Hause und mit Balty und seiner Frau zu Mittag gegessen. Bald darauf verabschiedete sich Balty, um zur Flotte zurückzukehren, und ich vermute, er wird schon in zwei Tagen die nächste große Schlacht auf See miterleben.
Den ganzen Nachmittag bis spät abends im Amt gearbeitet. Dann nach Hause, angenehm mit meiner Frau geplaudert und zu Bett. Als ich bereits im Bett lag, traf ein Brief von Sir W. Coventry mit der Meldung ein, die Flotte sei heute morgen ausgelaufen. Walte Gott, daß wir bald gute Nachrichten erhalten.
/ WeiterlesenHeute morgen machte der Zimmermann die Tür von meinem Zimmer zur Dachterrasse fertig. Am Vormittag kamen wir im Amt zu einer Sitzung zusammen. Mittags aß ich in meinem Haus in der Seething Lane. Als ich danach gegen 4 Uhr nach Westminster ging, traf ich Mr. Carter und Mr. Cooke, die im Wagen zu mir unterwegs waren, und kehrte wieder um.
Ich traf auch Mr. Pearse, den Arzt, der einen Träger mit einem Fäßchen Zitronen dabei hatte, das mir Burr, mein Bursche, von der Flotte schicken ließ.
Ich nahm sie alle mit zu mir nach Hause und gab ihnen etwas zu trinken. Dann kam auch noch Mr. Shipley, und nachdem wir eine Weile so zugebracht hatten, fuhren wir alle im Boot nach Westminster bis zur Neuen Börse.
Ich ging von dort zum gnädigen Herrn, und während wir redeten, kam jemand mit einem halben Rehbock aus Hinchingbrooke, und da er ein wenig streng roch, schenkte der gnädiger Herr ihn mir, obwohl an dem Tier nicht das geringste auszusetzen war.
Ich brachte es zu meiner Mutter (wo ich ziemlich lange nicht gewesen war und eigentlich auch keine große Lust hatte hinzugehen, weil mein Vater nicht aufhört, mich wegen der Stelle in der Kleiderverwaltung zu bedrängen, ich kann aber zur Zeit nichts für ihn tun, weil meine eigene Angelegenheit noch so frisch ist). Doch mein Vater war nicht zu Hause. Ich überließ meiner Mutter das Rehfleisch zur freien Verfügung. Dann nach Hause, wo W. Hewer eingetroffen war, um bei uns zu schlafen – das erste Mal.
Ich bin sehr zufrieden. Ein wenig Sorgen bereiten mir nur die großen Schulden, die ich beim Staatsekretär, bei Mr. Kipps und bei Mr. Spong wegen meiner Ernennungsurkunde noch habe.
/ WeiterlesenAufgestanden und mich auf meine Rede vor dem Kronrat vorbereitet, wo ich in der Sache der Lohnscheine Vorschläge unterbreiten soll. Nach Whitehall zum Herzog von York und dann zusammen zum Rat, wo ich mich zur Zufriedenheit aller zur Sache äußerte. Ich betonte allenfalls zu sehr, daß es keine andere Lösung gäbe als die bestehende. Der Herzog von Buckingham widersprach, und ich hätte ihm antworten können, tat es aber nicht. Alles wurde aber sehr gut aufgenommen. Dann nach Hause und mit meiner Frau und Deb ins Königliche Theater zur Wiederaufführung von ***. Ein schlechtes Stück, und wir ärgerten uns, daß wir in der Bruthitze im Theater sitzen mußten. Danach besuchten wir Betty Mitchell und ihr Neugeborenes. Fuhren dann mit dem Boot zum Neuen Garten, wo wir spazierengingen, zu Abend aßen. Dann sehr vergnügt nach Hause und zu Bett. Es war so heiß, daß wir in zwei Betten schlafen mußten, und ich nur mit einem Laken und einer Fußdecke, was ich früher nicht gekonnt hätte.
/ WeiterlesenAufgestanden und verschiedene Dinge zu meinem Vater aufs Land geschickt, außerdem zwei Fässer Stör und ein Dutzend Flaschen Wein nach Cambridge als Geschenk für Vetter Roger Pepys. Kurz darauf mit den Boot zu mehreren mit Planken beladenen Schiffen. Hielt unterwegs an, um den Kalfaterern beim Abdichten eines Schiffs zuzusehen. Dann wegen der Schnitzarbeit für meine Gambe nach Wapping zum Bildhauer. Anschließend nach Hause und von dort zum Gambenbauer in der Bishopsgate Street. Er heißt Wise, ein sehr fähiger Mann. Von dort zur Börse und wieder nach Hause zum Mittagessen. Anschließend ins Amt, wo wir große Sitzung hatten. Den ganzen Nachmittag beschäftigt. Arbeitete unter anderem mit Sir W. Warren einen Vertrag aus über 40 000 Planken aus Svensksund zu 3l 17s das Hundert. Am Morgen, bevor ich das Boot nahm, war ich wegen einer Lieferung Pech in der Thames Street. Traf dort Anthony Joyce und nahm ihn und Mr. Stacey, den Teerhändler, mit in die Schenke, wo Stacey mir viele Geschichten über die ehemals ärmlichen Verhältnisse der Lady Batten erzählte und wie ihr früherer Ehemann starb und wie sie zu ihrem Vermögen kam.
Abends, nach getaner Arbeit, zu Sir W. Batten, wo ich heftig mit der gnädigen Frau aneinander geriet wegen der Leerung der Sickergrube. Schließlich einigten wir uns aber, daß die Leerung durch unsere Grube erfolgen solle, und damit war es wieder gut. Dann nach Hause und zu Bett.
/ WeiterlesenUm 4 Uhr aufgestanden und, nachdem ich zu Hause einige Unterlagen geordnet hatte, ins Amt, wo ich bis zur Sitzung sehr beschäftigt war. James Southerne, der Schreiber von Mr. Coventry, kam mit einer Zahlungsanweisung zu mir, den ich unterzeichnen sollte, was ich mit der Bemerkung ablehnte, das sei die Aufgabe meines Schreibers. Hinterher war mir nicht recht wohl wegen der Sache, aber ich will es in Zukunft so handhaben. Aß zu Hause mit meinem Bruder Tom und Mr. Cooke, aber ich konnte wegen meiner Arbeit keine Ruhe, sondern ging gleich nach dem Essen wieder ins Amt, während die beiden mit meiner Frau ausgingen. Am Abend kam Cooper, und ich nahm ihn im Boot mit, damit er mir alles mögliche über Schiffe und Schiffszubehör erzählte, was überaus lehrreich war. Als meine Frau heimkam, sagte sie, sie habe den Spaziergang mit den beiden sehr genossen und sie hätten sich bestens amüsiert. Später am Abend fing es an zu regnen, was mich wegen des abgedeckten Dachstuhls ärgerte, aber es ließ sich nicht ändern. Ins Bett.
/ WeiterlesenDa ich zu gern wissen wollte, um was für eine Angelegenheit es sich handelt, stand ich kurz nach 4 Uhr auf und verließ das Haus. Ging zu Fuß zum gnädigen Herrn, wo noch niemand aufgestanden war. Der Pförtner, der auf mein Klopfen kam, hatte auch noch im Bett gelegen. Ich ging daher noch einmal zurück zur Fleet Street und kaufte dort ein kleines Buch mit Gesetzestexten. Dann hörte ich, wie in St. Dunstan ein Psalm gesungen wurden. Ich ging hinein und hörte mir die Andacht an, die dort offensichtlich jeden Morgen um 6 Uhr abgehalten wird. Ich war noch nie so früh in einer Kirche, außer damals im Studium.
Von dort wieder zum gnädigen Herrn. Er war inzwischen aufgestanden und ließ mich zu sich heraufkommen. Als wir allein waren, versicherte er mir zunächst feierlich, daß er noch immer größtes Vertrauen in mich setze und mir nach wie vor in Freundschaft verbunden sei, und dann berichtete er mir von den Klagen, die gegen mich erhoben worden waren. Der Lordkanzler hatte sich anscheinend gestern abend bei ihm in bitteren Worten über mich beschwert und wollte sich gar nicht wieder beruhigen lassen, ganz gleich was der gnädige Herr zu meiner Verteidigung auch vorbrachte. Was er mir nun vorwirft, ist, daß ich die Bäume im Clarendon-Park (den er offensichtlich von Lord Albemarle gekauft hat) markieren ließ und damit zum Schlagen freigegeben habe, woran mich nun weiß Gott keine Schuld trifft, abgesehen davon, daß ich nicht wußte, daß sie ihm gehören, aber ich habe in dieser Sache nicht eigenmächtig gehandelt, sondern im Auftrag des Lordschatzmeisters, der für die Staatsforste verantwortlich ist. Der Lordkanzler habe weiterhin gesagt, daß ich keine Ehre im Leib hätte und mich auf die Seite der Verbrecher gestellt hätte, die seine Bäume gefällt haben, und daß ich mich zum Büttel von Mr. Deane gemacht habe, der der größte religiöse Fanatiker im Land sei, denn dieser habe die Bäume markiert, und all das nur, um ihm, dem Lordkanzler, zu schaden. Ich versicherte dem gnädigen Herrn, daß die Anschuldigungen gänzlich haltlos seien, und ich erklärte ihm in allen Einzelheiten, wie sich die Sache verhielt. Der gnädige Herr schien sehr wütend auf den Lordkanzler zu sein, teils meinetwegen, aber wohl auch seinetwegen. Und er riet mir, dem Lordkanzler umgehend meine Aufwartung zu machen, um mich von den Anschuldigungen zu befreien, so gut ich es vermochte, und ihm zu versichern, daß ich sein untertänigster Diener sei, daß ich alles, mein Amt und meine Würden, nur ihm verdanke, da er es war, der sie mir, vermittelt durch Lord Sandwich, verliehen habe. Ich begab mich daher voller Bangen sogleich zu ihm. Er war aber im Verhandlungssaal mit Gerichtsdingen beschäftigt, und da am Vormittag auch eine Verhandlung stattfand, konnte ich nicht mit ihm sprechen, sondern ging zurück zu Lord Sandwich und erzählte ihm dies. Daraufhin wies es mich an, ihn nach dem Mittagessen aufzusuchen. Also verließ ich den gnädigen Herrn, der sehr besorgt um mich war, und fuhr nach Hause.
Dann ins Amt und dort den ganzen Vormittag sehr beschäftigt. Mittags zur Börse und von dort mit Alsop und seinen Leuten ins Pope’s Head, wo ich eine Viertelstunde mit ihnen über die Tanger-Verträge sprach. Und wir verblieben so: wenn ich nicht mehr als 3s 1½d pro Mann und Woche für sie bekomme, erhalte ich von ihnen 150l per annum, garantiert und ohne Abzüge, wenn ich aber 3s 2d für sie herausschlage, bekomme ich 300l. Ich wies sie daher an, mir ihr schriftliches Lieferungsangebot am Nachmittag einzureichen und sich dann mit mir in Whitehall zu treffen. Ich verabschiedete mich und ging zum Lordkanzler. Dort sah ich ihn, wie er vom Mittagessen kam, und sprach ihn an. Ich sagte ihm, daß ich der unglückliche Pepys sei, der bei ihm in Ungnade gefallen sei, und daß ich gekommen sei, ihn zu bitten, mich erklären zu dürfen, und ich versicherte ihn meiner Treue und Ergebenheit. Er antwortete mir sehr freundlich: daß er geneigt sei, den Worten von Lord Sandwich Glauben zu schenken, der mich verteidigt und meine Rechtschaffenheit gelobt habe, aber daß sich ihm die Sache nun einmal so dargestellt habe, wie er sie vorgebracht habe, und er bot an, daß ich ihn einmal abends aufsuchen könne. Ich schlug den heutigen Abend vor und er war einverstanden. Ging daher sehr erleichtert fort. In Whitehall sah ich mir das Lieferungsangebot von Mr. Gauden an, das er mir unterbreitete, und ich verfiel auf eine List, denn ich tat so, als verstünde ich nicht, wie die Preise zustandekommen, und bat ihn, mir alles genau zu erklären. Mit diesem Wissen ging ich das Lieferungsangebot der Herren Alsop und Lanyon erneut durch und hatte beide Angebote zur Vorlage für den Tanger-Ausschuß vorbereitet, als dieser am Nachmittag zusammentraf. Es erschienen aber nur General Monck, Mr. Coventry, Povey und ich, so daß ich es nicht für angebracht hielt, die Angebote jetzt schon vorzulegen, sondern verschob es auf Samstag, was mir nur recht war.
Von dort zum Half Moon gegenüber der Börse, um Lanyon und seine Leute vom Stand der Dinge in Kenntnis zu setzen. Dann zum Lordkanzler, der noch einige Gerichtsverhandlungen führte, und dies, wie ich feststellte, mit großem Geschick und klugem Verstand. Nachdem er fertig war, rief er mir sogleich zu: „Kommen Sie, Mr. Pepys, wir wollen ein wenig in den Garten gehen.“ Da er an der Gicht leidet, wurde er von einem Diener nach unten geführt, und dann spazierten wir über eine Stunde lang durch den Garten, und er sprach mit mir ebenso freundlich wie offen. Ich sagte ihm rundheraus, wie sich die Dinge verhielten, daß ich nicht einmal geahnt hatte, daß es sich bei den Bäumen um seine handeln könnte, und daß ich nicht auf eigene Faust gehandelt hätte, sondern daß es sich um einen Beschluß des Flottenamts gehandelt habe. Er entgegnete, daß sein Zorn eigentlich nicht mir, sondern Sir G. Carteret galt, oder allenfalls dem gesamten Flottenamt, und da habe sein Zorn einfach mich getroffen, da er mich am wenigsten kannte, und es sei nur falsche Rücksichtnahme auf seine vermeintlichen Freunde im Flottenamt gewesen. Ich glaube, ich konnte den Lordkanzler zufriedenstellen, denn er dankte mir, daß ich mir die Mühe gemacht hatte, ihn über die Angelegenheit aufzuklären. Und nachdem ich ihn gefragt hatte, mit welchem seiner Diener ich wegen dieser Angelegenheit in Verbindung bleiben solle, antwortete er mir, mit keinem, sondern daß er sich freuen würde, wenn ich selbst ihn in dieser Sache auf dem laufenden hielte. Er sagte mir, daß er mir in dieser Sache keinerlei Anweisungen erteilen wolle, damit man ihm nicht nachsagen könne, er stelle seine Interessen über die Interessen der Krone. Ich hatte ihm vorgeschlagen, den Beschluß, die Bäume zu fällen, noch einmal zur Debatte zu stellen, aber auch davon wollte er nichts hören. Ich werde es aber als meine Aufgabe betrachten, ihm in dieser Angelegenheiten zu Diensten zu stehen. Himmel, wie wütend er aber auf den armen Deane ist, den er als schlimmen Fanatiker, Verbrecher und was nicht alles bezeichnete. Aber er wiederholte, er wolle mir keine Anweisungen geben, denn er werde sich nicht anmaßen, irgendwem erzählen zu wollen, was er zu tun oder zu lassen habe, aber er sagte, er würde sich freuen, wenn ich ihn in der Sache auf dem laufenden hielte.
Himmel, und wir fürchten den Zorn dieses Mannes, dabei ist er der letzte, der uns daran hindern würde, zu tun, was zum Wohl der Krone getan werden muß.
Er nannte noch einmal Sir G. Carteret und Sir J. Mennes und all die anderen und sagte, das sein Zorn eigentlich ihnen galt und nicht mir.
Es war aber doch recht amüsant, daß Sir G. Carteret in den Garten kam, als der Lordkanzler noch mit mir sprach, und noch viele andere kamen, um seine Lordschaft zu sprechen, doch er ließ sie warten, während ich über eine Stunde mit ihm auf- und abging – und er hatte sich verbeten, daß ich den Hut vor ihm abnehme.
Und doch fürchte ich, daß das Ganze nur ein politischer Schachzug gewesen sein könnte, denn der Anlaß für seinen Ärger ist im Grunde sehr unbedeutend. Vielleicht wollte er, indem er mir Furcht einjagt, mich auf seine Seite bringen. Oder er wollte mich prüfen (was noch schlimmer wäre) und sehen, wie treu ich dem König ergeben bin. Wenn überhaupt, dann denke ich, es war das erstere.
Ich schied von ihm, indem ich ihm versicherte, daß ich sehr wohl wisse, daß ich alles, was ich besitze, allein seiner Gunst verdanke, was er wohlwollend aufnahm, und dann schieden wir sehr höflich voneinander. Von dort mit der Kutsche zurück. Hielt unterwegs beim gnädigen Herrn, aber er war nicht zu Hause.
Bis spät abends im Amt. Dann nach Hause, um etwas zu essen, denn ich war völlig ausgehungert, da ich seit dem Morgen nichts zu mir genommen hatte. Dann zu Bett – sehr aufgewühlt wegen der vielen wichtigen Angelegenheiten, die mich zur Zeit beschäftigen.
/ WeiterlesenZiemlich früh aufgestanden. In der Nacht war es so heiß, daß ich mich auf den Boden auf eine Matte gelegt und nur mit einem Tuch zugedeckt hatte (was ich wohl seit meiner Kindheit nicht mehr getan habe, jedenfalls nicht seit der Zeit, als ich den Stein hatte.) Ging in mein Zimmer. Meine Frau stand ebenfalls auf, um irgend etwas zu tun, und wir gerieten wieder in Streit. Ich ging aber ins Amt, wo wir Sitzung hatten. Wir sprachen darüber, wie die 5000l verwendet werden sollen, die uns die Lordkommissare des Schatzamts gnädigerweise bewilligt haben (nachdem wir in einem Brief um 50 000l gebeten hatten). Nach der Sitzung nahm mich Lord Anglesey, der heute zum zweitenmal bei uns war, zur Seite und fragte mich, wo ich wohne, denn er würde sich bei Gelegenheit gern mit mir unterhalten. Das hörte ich sehr gern, und ich sagte, daß er jederzeit willkommen sei. Nach der Sitzung nach Hause zum Mittagessen, wo Mr. Pearse mit uns aß. Er erzählte uns, daß Lord Buckhurst Nell Gwyn zu seiner Geliebten gemacht habe, so daß sie das Königliche Theater verlassen werde, was mich sehr ärgerte. Sie bekomme von ihm 100l im Jahr, und habe dem Theater gestattet, all ihre Rollen neu zu besetzen. Und gestern hatte mir Sir Th. Crew erzählt, daß John Lacy im Sterben liege und trotzdem seine Hure bei sich habe. Er soll Syphilis haben. Mr. Pearse sagte, daß er wohl nach ihm sehen werde, wenngleich man nichts mehr für ihn tun könne. Geistlichen Beistand wolle er keinen haben, einen Bischof (einen alten Bekannten von ihm), der zu ihm gekommen sei, habe er wieder fortgeschickt. Mr. Pearse berichtet mir auch von dem Streit zwischen dem König und Lady Castlemaine, von dem ich schon gestern gehört hatte.
Nach dem Essen gingen meine Frau und ich in der Neuen Börse zu dem Laden der hübschen Mrs. Smith, wo ich meine Frau verließ. Ging zu Sir W. Coventry und konnte mit ihm sprechen. Anscheinend ist er nicht glücklich über unseren neuen Kämmerer. Er sagte, daß er über kurz oder lang mit ihm aneinandergeraten werde, da er ihm die Finanzierung der Verproviantierung und des herzoglichen Regimentes aus der Hand nehmen wolle. Auch sagte er mir, daß der neue Kämmerer keine 3d Pfundgeld erhalt, denn das sehe seine Bestallungsurkunde nicht vor. Dies sei bislang durch ein gesondertes Siegel geregelt gewesen, und in diesem Fall hätten König und Kronrat beschlossen, daß ein Gehalt von 2000l im Jahr ausreiche. Darüber soll Lord Anglesey sehr verärgert sein, aber das scheint Sir W. Coventry nicht zu scheren. Und auch sont wirkt er entschlossener denn je. Heute erhielt ich von den Lordkommissaren des Schatzamts die Order, ab sofort alle Pensionszahlungen für Tanger einzustellen, was mir nur recht ist. Und Sir W. Coventry sagte, daß jetzt überall hart durchgriffen. Von dort nach Whitehall. Sah auf der Straße Mrs. Burrows. Ich lief so, daß sie mir entgegenkommen mußte, und ich begrüßte sie und plauderte mit ihr. Verabschiedete mich dann und nahm eine Kutsche nach Hause. Holte unterwegs meine Frau von der Börse ab, wo ich noch einmal die hübsche Mrs. Smith sah, wahrlich eine sehr schöne Erscheinung. Beschlossen zu Hause, morgen einen Ausflug nach Epsom zu unternehmen. Luden Mrs. Turner ein, uns zu begleiten. Nach Hause zum Abendessen (nachdem ich noch im Amt gewesen war) und zu Bett. Sehr betrüblich ist, daß mit dem Friedensschluß nichts besser geworden ist, denn die Angst ist groß, daß sich die Holländer, jetzt, wo der König ihnen in allem nachgegeben hat, nicht an die Abmachungen halten. Und ich habe noch niemanden getroffen, der, wenn er ehrlich ist, diesem Zustand nicht einen Krieg vorziehen würde. Ein Auswärtiger, den ich in der Stadt getroffen habe, brachte das sehr gut auf den Punkt. Als ihm einer sagte, daß wir jetzt Frieden hätten, sagte er: „So, Sie haben Frieden?“ „Ja,“ sagte der andere. Und darauf er: „Den können Sie meinetwegen behalten.“ Und er meinte damit, daß dieser Frieden unter schmählichen Bedingungen zustandegekommen sei und daß wir nicht in der Lage sind, die Holländer zu zwingen, sich an den Frieden zu halten, wenn ihnen der Sinn danach steht, ihn zu brechen.
Als ich gestern mit Sir Th. Crew darüber sprach, welch großer Mann der König von Frankreich sei, sagte er: „Als der Papst im Frühjahr starb, dachte alle Welt, daß es zu heftigen Streitigkeiten zwischen der französischen und der spanischen Krone kommen würde. Doch der König von Frankreich blieb ganz gelassen und antwortete auf die Frage, was er seinen Kardinälen in Rom aufgetragen habe, wenn sie wählen sollten: ‚Sollen sie wählen, wen sie wollen. Wenn der neue Papst tut, was seines Amtes ist, dann wird er in mir einen treuen Freund haben, und wenn nicht, dann werde ich mir schon etwas ausdenken. Und genau deshalb werde ich mir jetzt darüber nicht den Kopf zerbrechen.’ Als dies bekannt wurde, wurde die Wahl des neuen Papstes plötzlich in kürzester Zeit vollzogen (in einem Tag glaube ich), und damit war die Sache erledigt.“
/ WeiterlesenHeute war ein offizieller Fastentag wegen der um sich greifenden Pest. Erledigte einige Arbeiten im Amt und fuhr dann mit dem Boot nach Deptford, wo ich mit großem Vergnügen ein, zwei Stunden an Lady Sandwichs Bett verbrachte (ein ganz entzückender Anblick) und ihr berichtete, daß Lady Jemima meine Briefe verpaßt habe, da sie nicht wie angenommen im Haus von Lady Pickering, sondern bei Lord Mountagu in Boughton war. Tatsächlich war es so, daß ich die Briefe vor zwei Tagen bekommen und dann verloren hatte und mich in größter Verlegenheit befand, was ich jetzt tun und der gnädigen Frau erzählen sollte. Schließlich ließ ich überall Nachforschungen anstellen, unter anderem auch in Mortlake, wo ich am Vortag gewesen war und wo sie auch gefunden wurden und zu meiner größten Erleichterung heil zu mir zurückkamen. Die gnädige Frau war mit meiner Erklärung zufrieden, doch Lady Carteret zeigte sich wenig erfreut über die Verzögerung, vor allem deshalb, weil es wegen der Pest gefährlich ist, noch länger in Deptford zu bleiben. Ich nahm einen Imbiß zu mir (tatsächlich ist Lady Carteret die freundlichste Gastgeberin der Welt) und fuhr dann mit dem Boot bis zum Tower und von dort mit einem anderen Boot weiter stromaufwärts. Kämpften die ganze Zeit gegen die Tide, da ich durch meine Plauderei mit der gnädigen Frau zu spät losgekommen war. Obwohl ich um kurz vor eins aufgebrochen war, traf ich erst gegen 7 Uhr abends in Hampton Court ein, als sämtliche Sitzungen schon vorüber waren und ich nur noch Mr. Coventry in seinem Zimmer fand. Ich unterhielt mich eine Weile mit ihm über verschiedene Dinge, verabschiedete mich dann und bestieg wieder mein Boot. Unterwegs machte ich Halt in Mortlake und besuchte Nan und vergnügte mich eine Weile mit ihr. Anschließend weiter nach Hause, wo ich gegen 2 Uhr früh eintraf und gleich zu Bett ging. Will war nicht im Haus, da er nach Woolwich gefahren ist, um morgen abend mit meiner Frau zum Essen zu Lady Carteret zu kommen. <Mr. Williamson bestätigte mir heute in Hampton Court, der König von Frankreich habe jüngst ein sehr strenges Gesetz gegen den Papst erlassen, was als sehr hochmütig und anmaßend empfunden wird.>
/ WeiterlesenAufgestanden und mit dem Boot zu Sir G. Downing, um mit ihm über die Freilassung holländischer Kriegsgefangener zu reden und wie wir sie nach Holland bringen können. Danach mit der Kutsche zum St.-James-Palast und dort erfahren, daß die Herzogin von York einen Sohn geboren hat. Sprach mit dem Herzog im Beisein des Königs unter anderem über den Bau der zehn großen Schiffe und die Auslösung der Gefangenen in Holland. Dann unterhielt man sich unter anderem über die unfähigen spanischen Offiziere. Zwar hätten die Spanier in Flandern brauchbare Soldaten, aber ihre Offiziere, allen voran der General und der Generalleutnant, seien die größten Feiglinge. Und der König äußerte sich überaus abfällig über das pompöse Zeremoniell am spanischen Hof, und alles, was der spanische König tue, geschehe auf die lächerlichste Art und Weise, so könne er nur pinkeln, wenn ihm jemand den Nachttopf halte.
Von dort nach Westminster Hall, wo ich mich eine Weile aufhielt. Ging in den Swan, wo ich Sarah küßte, dann weiter nach Hause zum Essen. Danach zu Sir R. Vyner und mit ihm vereinbart, mir 2000l auf Kerbhölzer des Königs auszuzahlen. Ich bin sehr froh und eleichtert darüber, eine so große Summe in diesen unruhigen Zeiten in Händen habe, obwohl es mich schmerzt, auf die 10 Prozent Zinsen zu verzichten, die man zur Zeit bekommt.
Von dort nach Westminster und unterwegs verschiedene Dinge erledigt. Ging auch zu Mrs. Lane, die aber nicht da war. Dann mit der Kutsche meine Frau bei ihrer Schwester abgeholt und mit ihr einen Ausflug nach Islington und Hackney gemacht. Unterwegs mit ihr darüber gesprochen, angesichts der zu erwartenden Unruhen eine größere Summe Geldes irgendwo sicher zu deponieren. Dann sehr spät nach Hause. War sehr müde, da ich gestern erst spät ins Bett gekommen und heute sehr früh aufgestanden war, doch fand ich im Amt eine Order von Lord Arlington vor, ich soll mich (auf ausdrückliche Anweisung des Königs) sofort zu nach Greenwich begeben, wo sich der savoyardische Botschafter auf einer Gig einschiffen will. Da vermutlich viele Franzosen mit an Bord sind, sollte ich deren Papiere kontrollieren und jeden festnehmen und in Gewahrsam nehmen lassen, der keine offizielle Reiseerlaubnis vorlegen könne. Ging daraufhin zum Tower und nahm einige Musketiere sowie Griffith und meinen Burschen Tom zur Verstärkung mit. Dann nach Greenwich. Doch an Bord des Schiffes waren lediglich zwei, drei Bedienstete, die sich um die Pferde und Hunde kümmerten. Ich hielt mich deshalb nicht lange auf, sondern ging in Greenwich an Land, da es schon sehr spät und ohnehin Ebbe war. Bei Mrs. Clerke (bei der ich mich zuvor angemeldet hatte) bekam ich ein anständiges Bett und wurde sehr freundlich empfangen. Sie standen sogar alle nur für mich noch einmal auf, darunter auch die junge Mrs. Daniel, die ich ein ums andere Mal küßte, als wir allein waren. Schließlich zu Bett und ausgezeichnet geschlafen. Stand aber bereits um fünf Uhr wieder auf, da ich viel zu tun hatte.
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