Am frühen Morgen erhielt ich einen Brief des Werftvorstehers von Gravesend, worin es hieß, daß die holländische Flotte gestern mittag mit allen Schiffen bis nach Hope vorgedrungen sei und daß sie sich von diesem Moment an bis 7 Uhr abends mit unseren Schiffen ein Gefecht geliefert habe. Sie haben 12 unserer Brander zerstört, und wir haben eines ihrer Schiffe erobert und 5 ihrer Brander zerstört. Als ich aufstand und zu Sir W. Batten ging, erzählte mir dieser, daß wir eines ihrer Kriegsschiffe niedergebrannt hätten und daß ein weiteres ihrer Schiffe explodiert sei, ich weiß allerdings nicht, ob es stimmt. Aber diese Holländer haben wahrlich Mut. Der Ostwind hat ihre Fahrt noch begünstigt, so konnten wir sie nicht mit unseren Brandern behelligen. Überhaupt scheinen sie über die Winde zu gebieten, und jetzt kommt ihnen noch die Springflut zu Hilfe. Sie scheinen zu allem entschlossen.
Ging dann ins Amt und war den ganzen Vormittag sehr fleißig, sehr zu meiner Zufriedenheit. Brachte das Register meines Vertragsbuchs auf den neusten Stand, was ich aufgrund des Krieges über zwei Jahre lang nicht getan hatte. Denn ich habe mir vorgenommen, bis das Parlament zusammentritt alle meine Bücher in Ordnung zu bringen, so daß ich mich, wenn es eine Untersuchung geben sollte, jederzeit rechtfertigen kann.
Mittags zum Essen nach Hause. Meine Frau war in muffeliger Laune, aber ich tat, als bemerke ich es nicht. Ging statt dessen nach dem Essen gleich wieder ins Amt und arbeitete mit Mr. Harper fleißig an der Aufstellung der Kosten des gegenwärtigen Kriegs, die wir dem Parlament bereits im letzten Jahr vorgelegt hatten, die aber noch nicht auf den neusten Stand gebracht worden war. Jetzt habe ich sie aber vervollständigt, und das beruhigt mich sehr. Da ich von der Arbeit erschöpft war, nahm ich um 5 Uhr das Boot, das ich in Rotherhithe zur Gig hatte umbauen lassen, und fuhr bis nach Gravesend. Eine sehr angenehme Fahrt. Las die ganze Zeit in Boyles Buch über die Hydrostatik, und je mehr ich darin lese und davon verstehe, desto mehr bewundere ich es. Als wir uns Gravesend näherten, hörten wir deutlich den Kanonendonner, doch als wir eintrafen, hatte der Gefechtslärm aufgehört. Es wurde jetzt auch dunkel, deshalb ging ich an Land (wir hatten mittlerweile Flut). Ging ins Ship und prach dort mit dem Wirt. Das, was ich heute vormittag gehört hatte, daß die Holländer zwei Kriegsschiffer verloren hätten, konnte er mir nicht bestätigen, er sagte, sie hätten vielmehr nur mehrere Brander verloren. Und er sagte, daß die Holländer unsere Schiffe heute nachmittag zum Rückzug gezwungen hätten, daß sie sich jetzt aber selbst bis nach Sell Haven zurückgezogen hätten. Was es mit Gefechtslärm heute abend auf sich hatte, wußte er nicht, aber er vermutete, daß nicht viel geschen sei, man habe wohl nur aus großer Distanz aufeinander gefeuert. Was die Stadt betrifft und das Ufer weiter flußabwärts, so scheint man sich vor dem Feind sehr sicher zu fühlen. Die Befestigungen seien sehr gut und die Kanonen zahlreich. Er sagte allerdings auch, daß sich die Leute über Sir Edward Spragge beschweren, denn er habe rein gar nichts unternommen, und mehr noch über Sir W. Jenings, der auf seinem Schiff nicht einmal die Propfen von den Kanonen entfernt habe. Nachdem ich mich mit ihm unterhalten und etwas getrunken und ein wenig kaltes Wildbret gegessen hatte, ging ich fort, nahm das Boot und fuhr sehr gemächlich wieder zurück, denn der Mond schien und es war ein schöner, angenehm kühler Abend. Gelangte eine halbe Stunde nach Mitternacht an, dann zu Bett.
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