Gleich nach dem Aufstehen zu den Goldschmieden Sir R. Vyner und Colville und für meine Kerbhölzer 10 000l ausgezahlt bekommen. Danach sogleich zu Mr. Mervin. Ließ auch die anderen Händler kommen, die noch offene Rechnungen hatten, Kapitän Hewitt &c. Ließ nach Mr. Jackson schicken, der aber nicht in der Stadt war. Den ganzen Vormittag im Amt verbracht, sehr spät zu Mittag gegessen und danach noch einmal zu Sir R. Vyner (der mich am Morgen zu sich gebeten hatte), und weitere 5000l von ihm bekommen, so daß vom heutigen Tag an die ganzen oder beinahe ganzen 15 000l verzinst werden müssen. Danach mit dem Boot nach Westminster, doch war der Herzog von Albemarle zum Mittagessen bei Lord Canterbury in Schloß Lambeth. Begab mich dorthin und sah mir die neue Halle an, die im alten Stil wiederaufgebaut wird und für die Bischof Juxon das Geld bereitgestellt hat. Da ihm mein Besuch ungelegen kam, ging ich nach Vauxhall und spazierte durch die Neuen Gärten, doch traf ich nicht einen Besucher. Die ganze Stadt scheint so leer, daß keiner mehr hierher kommt. Nur einmal begegnete ich einer Frau, die mit dem Vorsteher des Pesthauses schimpfte, weil sie offenbar eine Verwandte, die kürzlich an der Pest gestorben war, auf dem Friedhof und nicht in einer der Pestgruben beerdigen wollte.
Zurück nach Whitehall und kurz mit dem Herzog von Albemarle geredet und dann mit der Kutsche nach Hause. Auf der ganzen Fahrt von Whitehall bis nach Hause begegneten mir nur zwei Kutschen und zwei Fuhrwerke und man sieht auch kaum Menschen auf den Straßen.
Heute Mittag traf ich Dr. Burnet, der mir erzählte, die Geschichte, nach der sein Diener nicht an der Pest starb, sondern von ihm selbst umgebracht wurde, sei ein übles Gerücht. Er legte mir auch ein Schreiben des Pesthauses vor, in dem bestätigt wurde, daß sein Diener an einer Schwellung in der linken Leiste starb und zwei Flecken auf der rechten Hüfte hatte, was eindeutig auf die Seuche hinweist. Gleiches steht auch in einem Zeitungsartikel, den er an der Börse ausgehängt hat.
Im Amt bis spät Briefe geschrieben und mich auf die morgige Sitzung in Hampton Court vorbereitet. Zum Abendessen ließ ich mir ein gutes Hühnchen ganz für mich allein kommen und danach sehr spät zu Bett.
Überall ist zu hören, daß wir jetzt auch noch Frankreich gegen uns haben, da die Franzosen sich auf die Seite der Holländer schlagen. Und es heißt, Ratsherr Backwell sei mit viel Geld dorthingereist und Ostende sei in unseren Besitz übergegangen. Aber kurios, was man dem armen Backwell in seiner Abwesenheit alles unterstellt. Und Mr. Shaw, seine rechte Hand, ist krank. Die Abwesenheit des Bankiers sorgt für große Verunsicherung bei den Leuten, die alle Angst um ihr Geld haben, wie auch Sir G. Carteret mir vor zwei Wochen berichtete.
Unsere Flotte unter Lord Sandwichs Kommando befindet sich (was ein streng gehütetes Geheimnis ist) auf etwa 55,5° nördlicher Breite in den Gewässern vor Texel.
Sehr spät zu Bett. Auf dem Weg nach Hause ging ich bei Sir W. Turner und Mr. Shalcross vorbei (der selbst nicht da war, aber seine Rechnung bei Sir W. Turner hinterlassen hatte), damit nachher niemand sagen kann, ich hätte nicht alle Rechnungen umgehend bezahlt, nachdem ich Geld bekommen hatte.
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