“Daß ein Buch wie das Tagebuch des Samuel Pepys überhaupt existiert, ist im Grunde ganz unbegreiflich. Ein rares Wunderwerk”    Robert Louis Stevenson



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Darunter auch die junge Mrs. Daniel, die ich ein ums andere Mal küßte, als wir allein waren


/ Juli 12th, 2010 | Pepys

11. Juli 1666

Aufgestanden und mit dem Boot zu Sir G. Downing, um mit ihm über die Freilassung holländischer Kriegsgefangener zu reden und wie wir sie nach Holland bringen können. Danach mit der Kutsche zum St.-James-Palast und dort erfahren, daß die Herzogin von York einen Sohn geboren hat. Sprach mit dem Herzog im Beisein des Königs unter anderem über den Bau der zehn großen Schiffe und die Auslösung der Gefangenen in Holland. Dann unterhielt man sich unter anderem über die unfähigen spanischen Offiziere. Zwar hätten die Spanier in Flandern brauchbare Soldaten, aber ihre Offiziere, allen voran der General und der Generalleutnant, seien die größten Feiglinge. Und der König äußerte sich überaus abfällig über das pompöse Zeremoniell am spanischen Hof, und alles, was der spanische König tue, geschehe auf die lächerlichste Art und Weise, so könne er nur pinkeln, wenn ihm jemand den Nachttopf halte.

Von dort nach Westminster Hall, wo ich mich eine Weile aufhielt. Ging in den Swan, wo ich Sarah küßte, dann weiter nach Hause zum Essen. Danach zu Sir R. Vyner und mit ihm vereinbart, mir 2000l auf Kerbhölzer des Königs auszuzahlen. Ich bin sehr froh und eleichtert darüber, eine so große Summe in diesen unruhigen Zeiten in Händen habe, obwohl es mich schmerzt, auf die 10 Prozent Zinsen zu verzichten, die man zur Zeit bekommt.

Von dort nach Westminster und unterwegs verschiedene Dinge erledigt. Ging auch zu Mrs. Lane, die aber nicht da war. Dann mit der Kutsche meine Frau bei ihrer Schwester abgeholt und mit ihr einen Ausflug nach Islington und Hackney gemacht. Unterwegs mit ihr darüber gesprochen, angesichts der zu erwartenden Unruhen eine größere Summe Geldes irgendwo sicher zu deponieren. Dann sehr spät nach Hause. War sehr müde, da ich gestern erst spät ins Bett gekommen und heute sehr früh aufgestanden war, doch fand ich im Amt eine Order von Lord Arlington vor, ich soll mich (auf ausdrückliche Anweisung des Königs) sofort zu nach Greenwich begeben, wo sich der savoyardische Botschafter auf einer Gig einschiffen will. Da vermutlich viele Franzosen mit an Bord sind, sollte ich deren Papiere kontrollieren und jeden festnehmen und in Gewahrsam nehmen lassen, der keine offizielle Reiseerlaubnis vorlegen könne. Ging daraufhin zum Tower und nahm einige Musketiere sowie Griffith und meinen Burschen Tom zur Verstärkung mit. Dann nach Greenwich. Doch an Bord des Schiffes waren lediglich zwei, drei Bedienstete, die sich um die Pferde und Hunde kümmerten. Ich hielt mich deshalb nicht lange auf, sondern ging in Greenwich an Land, da es schon sehr spät und ohnehin Ebbe war. Bei Mrs. Clerke (bei der ich mich zuvor angemeldet hatte) bekam ich ein anständiges Bett und wurde sehr freundlich empfangen. Sie standen sogar alle nur für mich noch einmal auf, darunter auch die junge Mrs. Daniel, die ich ein ums andere Mal küßte, als wir allein waren. Schließlich zu Bett und ausgezeichnet geschlafen. Stand aber bereits um fünf Uhr wieder auf, da ich viel zu tun hatte.




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