Den ganzen Vormittag im Amt. Es gab viel zu tun, und ich hoffe sehr, mit Mr. Coventrys Hilfe, vieles im Amt zum Besseren verändern zu können. Aß zu Hause mit Mr. Hunt. Am Nachmittag wieder ins Amt, aber da keine Sitzung war, ging ich unter anderem zu meinem Bruder und zum Buchhändler, wo ich alle Rechnungen bezahlte, die noch offen waren. Und ich werde wohl so schnell keine neuen Bücher mehr kaufen, obwohl ich zu gern die Lebensbeschreibung des früheren Königs* hätte, die jetzt als Folioband neu erschienen ist, um sie dem gnädigen Herrn zu schenken. Aber ich denke es ist besser, vorerst etwas sparsamer zu sein.
Nach Hause und zu Bett.
*„Eikon Basilike, The Works of King Charles the Martyr“, zuerst 1649 erschienen; im selben Jahr auf deutsch: „Abbildung des Königs Carl I. in seinen Drangsalen und gefänglicher Verwahrung, von ihm selbst beschrieben“.
Bezahlte dem Führer 1l 2s 5d, als wir in die schöne Stadt Oxford kamen. Für den Barbier 2s 6d, für ein Buch über Stonehenge 4s.* Ließen uns dann die Schulen und die Bücherei zeigen. Für den Führer, der uns das Allerseelenkollegium und die Porträts von Chichele zeigte: 5s. Besichtigte zusammen mit meiner Frau die Christuskirche und noch vor dem Essen mit W. Hewer mehrere andere sehr schöne Kollegien. Gab dem Jungen, der mich führte, 1s. Für Erdbeeren 1s 2d, für Essen und Bedienung 1l 6d. Ging danach mit dem Wirt zum Brasenose-Kollegium. Sah in der Kantine im Keller den Handabdruck des Riesen von Hale. 2s für den Verwalter. Dann in der Kutsche mit den Meinen zum Kräutergarten. Ging auch hinauf ins Studierzimmer von Roger Bacon und gab dem Diener 1s. Eine Flasche Weißwein für den Wirt 2s. Oxford ist wahrlich schön, schön gelegen und ist nicht teuer. Abends kamen wir nach Abingdon, wo gerade der Jahrmarkt vorüber war und viele Leute und Studenten nach Hause gingen. Wir hörten dort recht gute Musik und sangen und tanzten bis zum Abendessen.
* Womöglich Walter Charletons „Chorea Gigantum“, eine kritische Replik auf „The most notable Antiquity of Great Britain, vulgarly called Stonehenge“ von Inigo Jones.
Aufgestanden und eine Weile im Amt, dann mit Sir J. Mennes in der Kutsche zum St.-James-Palast zum Herzog und zusammen mit ihm und Mr. Coventry über die Amtsgeschäfte gesprochen, was uns die Nachmittagssitzung ersparte. Dann unverzüglich wieder nach Hause und zum Mittagessen. Nach Tisch gerieten meine Frau und ich wieder aneinander. Sie nannte mich einen Lügner, was mich verdroß, denn das hätte sie früher nicht gewagt. Doch sie weiß, daß ich vor Ashwell nie wagen würde, ausfallend zu werden oder sie zu schlagen, was mich nur noch mehr verdroß, und ich muß mich wirklich fragen, was ich getan habe, daß ich mir derart ihren Zorn zugezogen habe. Als ich merkte, daß ich durch Reden alles nur noch schlimmer machte, ging ich wütend in mein Zimmer und nahm mir meine neue Konkordanz vor, die ich zusammen mit der von Newman gekauft habe, die bislang für die beste galt. Stelle fest, daß meine sogar ein wenig umfangreicher ist, allerdings weniger übersichtlich, so daß man mitunter glaubt, es fehle etwas, bis man es schließlich an anderer Stelle findet.
Später kam meine Frau und war wieder guter Dinge. Gingen im Garten spazieren. Bald darauf zum Abendessen und zu Bett – mein Vetter John Angier junior aus Cambridge kam spät zu Besuch und erzählte, daß er zur See fahren wolle. Ich riet ihm aber davon ab, und ohne die Zustimmung seiner Verwandten werde ich in dieser Angelegenheit nichts unternehmen.
/ WeiterlesenHeute früh standen meine Frau, meine Mutter sowie Mercer, Mary, der Bursche und W. Hewer bereits um 2 Uhr auf, um eine Bootspartie nach Gravesend zu machen. Ich blieb bis 7 Uhr liegen. Dann aufgestanden und ins Amt und dort erneut viel Arbeit mit der Prüfung von Sir G. Carterets Büchern. Danach zur Börse, wo es immer noch keine neuen Nachrichten von der Flotte gab. Im Dolphin mit Sir J. Mennes, Lord Brouncker und Sir Thomas Hervey auf Sir G. Carterets Kosten gegessen und viel über Sir Thomas Herveys Späße gelacht. Darauf ins Amt und dann mit Creed zum Lordschatzmeister, um uns dort oder in Whitehall mit den Goldschmieden zu treffen, doch kamen sie nicht. Vereinbarten mit dem gnädigen Herrn einen anderen Tag, um mit ihnen zu sprechen und um Geld für uns zu bitten. Wegen der großen Hitze heute (niemand kann sich erinnern, daß es je so heiß in England Anfang Juni gewesen ist) zur Neuen Börse gefahren und ein Glas Molke getrunken. Allerdings mußten wir uns lange dazu durchringen, weil es unser Geld kostete. Versagten uns standhaft ein zweites Glas. Dann mit dem Boot nach Vauxhall und in den Neuen Gärten gut zwei Stunden mit großem Vergnügen spazieren gegangen. Dennoch voller Sorgen um die Flotte und um Lord Sandwich, von dem wir keine Nachricht haben, wenngleich allerlei Gerüchte kursieren, denen zufolge er getötet wurde, woran aber nichts Wahres ist. Blieb bis 9 Uhr abends, spazierte durch die Anlagen und gab nur 6d aus. Danach mit dem Boot nach Whitehall, um Neues von der Flotte zu erfahren, doch gibt es seltsamerweise keine neuen Nachrichten. Dann weiter mit dem Boot nach Hause, wo ich, erschöpft vom vielen Laufen und der Hitze des Tages und weil meine Frau noch nicht zurück war, mich noch bis Mitternacht im Garten aufhielt und ein mächtiges Wetterleuchten beobachtete. Schließlich wartete ich nicht länger auf meine Frau und ging zu Bett.
Sah heute mit großem Unbehagen in der Drury Lane zwei, drei Häuser mit einem roten Kreuz auf der Tür und darunter die Aufschrift „Gott erbarme sich unser“ – ein trauriger Anblick. Habe so etwas, wenn ich mich recht erinnere, noch nicht zuvor gesehen. Hatte danach das Gefühl, von mir selbst ginge ein sonderbarer Geruch aus, was sich erst wieder legte, nachdem ich mir etwas Rolltabak zum Riechen und Kauen gekauft hatte.
/ WeiterlesenAls ich aufstand, ging es meiner Frau noch nicht besser, was mich sehr beunruhigt – mußte dennoch das Haus verlassen. Fuhr mit Mr. Gauden und einigen anderen flußabwärts, um ein Schiff zu inspizieren, das ich für Tanger angeheuert hatte, und um diesbezüglich einige Anweisungen zu geben. Dann wieder zurück und ins Amt und von dort in der Kutsche mit Mr. Gauden nach Whitehall, um mit Lord Sandwich zu sprechen. Traf dort zufällig Mr. Townshend und Hauptmann Ferrer, so daß wir auch gleich über die Stelle in der Kleiderverwaltung sprechen konnten. Wir einigten uns dahingehend, daß er das Amt vorerst übernimmt, sollte Mr. Young aber vor meinem Vater sterben, fällt sein Amt auf Lebenszeit meinem Vater zu.
Dann nach Hause und von dort mit dem Boot nach Deptford. Ging in die Kirche, wo zahlreiche Innungsmitglieder vom Haus der Dreieinigkeit versammelt waren, da heute ihr Wahltag war. Dr. Breton hielt eine nichtssagende Predigt, wie ich fand. Er sprach über den Anstand, mit dem wir uns im Hause Gottes benehmen sollen. Und doch spielte sich Sir W. Batten hinterher bei Tisch auf wie ein Narr und bat Dr. Breton, so daß alle es hören konnte, im Namen der ganzen Innung darum, seine Predigt drucken zu lassen, so als sei er oder sonst einer der anwesenden Männer in der Lage, eine gute Predigt von einer schlechten zu unterscheiden.
Von dort mit Sir W. Batten in der Barke zum Haus der Dreieinigkeit. Anscheinend hatten sie sich nach langen Debatten für Sir G. Carteret und gegen Kapitän Harrison als neuen Innungsmeister ausgesprochen, obwohl der arme Harrison eigentlich an der Reihe gewesen wäre. Ganz offensichtlich hatte man die Juniorbrüder so eingeschüchtert, daß sie sich der Stimme enthielten (kein sehr löbliches Verfahren).
Beim Festessen waren Lord Sandwich, Mr. Coventry, Lord Craven und viele andere anwesend. Das Mahl war fürstlich, die Gesellschaft gut. Auch Mr. Prynne war da, aber als alter Puritaner weigerte er sich, die Trinksprüche zu erwidern, nicht einmal auf die Gesundheit des Königs wollte er trinken, und er behielt die ganze Zeit den Hut auf. Die anderen haben ihn aber einfach nicht beachtet. Im Gespräch mit dem Pfarrer sagte er, daß er schon immer für das Abendmahl für jedermann gewesen sei und sich immer gegen die presbyterianische Examinierung gewendet habe, was man in vielen seiner Schriften nachlesen könne.
Von dort fuhr ich mit Lord Sandwich und den anderen Mitgliedern des Tanger-Ausschusses im Boot zurück nach Whitehall, wo wir bis spät abends Sitzung hatten, in der wieder alles drunter und drüber ging. Dann mit der Kutsche nach Hause. Doch eines freute mich: denn ich merke, daß meine Bekanntheit täglich größer wird, was mir gewiß noch von Nutzen sein wird. Das Befinden meiner Frau war etwas besser. Noch kurz ins Amt und dann wieder nach Hause zum Abendessen und zu Bett.
/ WeiterlesenAufgestanden und mit Mr. Kinaston, dem Händler, in der Kutsche nach Whitehall gefahren, wo wir zu den Lordkommissaren des Schatzamts gingen, wegen der Gelder für Tanger. Wir mußten lange warten, doch dann wurden wir vorgelassen und erhielten einen sehr zufriedenstellenden Bescheid (unter anderem war auch Duncombe anwesend, der sich in seinem Sessel fläzte und die Füße vor sich auf einen Stuhl gelagert hatte). Dann wieder nach Hause. Da es sehr windig war und dies auch schon in der Nacht (ein stürmischer Südwest), hoffen wir alle, daß der Wind der holländischen und französischen Flotte einigen Schaden zugefügt hat. Fuhr, nachdem ich meine Unterlagen in Ordnung gebracht hatte, zum St.-James-Palast, wo wir alle in Sir W. Coventrys Zimmer zusammenkamen, zu Mittag aßen und uns über unsere dienstlichen Angelegenheiten unterhielten. Sir W. Coventry ist fürwahr ein großer Mann, und obwohl er so viele andere Verpflichtung hat, kümmert er sich mehr um die Belange der Flotte als irgendwer sonst, was mich sehr beschämt. Heute Mittag hat uns Hauptmann Perriman die Nachricht überbracht, daß die Happy Return, die draußen vor Hope liegt und den portugiesischen Botschafter nach Holland bringen sollte (und der Botschafter ist, glaube ich, sogar bereits an Bord), sich weigert auszulaufen, bevor die Männer nicht ihren Lohn bekommen haben. Und zwei, drei weitere Schiffe sind ihrem Beispiel anscheinend gefolgt und meutern ebenfalls. Eine betrübliche Sache, und dies während unsere Feinde sich stolzer denn je gebärden. Sir W. Coventry bewirtete uns mit einem sehr guten und sehr schön angerichteten Mahl nach französischer Art. Unterhielten uns angeregt. Nach dem Essen brachen wir auf und gingen zum Herzog von York zu unserer üblichen Sitzung. Sir W. Coventry machte uns Hoffnung, daß wir bald wieder Geld bekommen werden. Ich fuhr anschließend mit Sir G. Carteret zu Lord Crew. Wir sprachen über die Angelegenheit der Prüfung der Kriegskosten, denn Sir G. Carteret soll der vom König beauftragten Kommission morgen seine Bücher vorlegen, nachdem der König die Mitglieder der Kommission gestern zu sich gerufen und sie ermahnt hat, endlich zu tagen. Littleton und Garraway, die Abgeordneten, scheinen davon wenig zu halten, und tatsächlich ist die ganze Sache höchst lächerlich und wird am Ende niemandem etwas nützen. Wir sprachen auch über die Vorbereitungen für die Hochzeit des jungen Lord Hinchingbrooke mit der Tochter von Lord Burlington, die schon recht weit gediehen zu sein scheinen, was zu hören mich sehr freut. Von dort nach Whitehall. Unterwegs zeigte Sir G. Carteret mir einen Herrn, der gerade in seiner Kutsche an uns vorbeifuhr. Sir G. Carteret sagte, er sei in Lincolnshire Friedensrichter und müsse sich hier vor dem Kronrat verantworten, weil er in seiner Eigenschaft als Steuereinnehmer bestimmt habe, daß Ehemann und Ehefrau als eine einzige Person zu betrachten seien und gemeinsam nur 12d Kopfsteuer zu entrichten haben. Das haben dann andere Leute zum Anlaß genommen, ähnlich zu verfahren, und aus diesem Grund wird ihn jetzt ein königlicher Kurier in Gewahrsam nehmen. In Whitehall sprach ich mit Sir W. Coventry über Lanyon, unseren Tanger-Lieferanten, und ob wir unsere Schulden bei ihm nicht mit Prisen bezahlen können. Von dort nach Hause und noch ein wenig ins Amt. Anschließend in mein Zimmer, um zu lesen. Dann zum Abendessen und zu Bett. Das neue eiserne Bruchband, das mein Vater seit gestern trägt, verschafft ihm ganz offensichtlich Linderung, wofür Gott gedankt sei. Dann zu Bett. Man hat jetzt keine Hoffnungen mehr, daß der junge Herzog von Cambridge wieder genesen wird.
/ WeiterlesenAm Morgen kam Sir R. Slingsby, der mit mir einige Häuser in der Nähe unseres Amts besichtigen wollte. Er möchte sie für sich selbst oder Mr. Th. Turner haben, während ich dann Mr. Turners Wohnung übernehmen soll und er meine und die von Mr. Davis. Aber die Häuser gefielen uns nicht, so daß der Plan fürs erste fallengelassen wurde.
Dann fuhren wir mit dem Boot zur Brücke, gingen zum Südufer und dort immer die Bankside entlang bis auf die Höhe vom Temple. Dort setzte ich über und besuchte meinen Vater, wo ich Vetter J. Holcroft antraf. Ging mit ihm, meinem Vater und meinem Bruder Tom in den Bear und spendierte ihnen Wein. Der Vetter fährt morgen wieder zurück aufs Land. Von dort zu Lord Crew, um mit ihm zu Abend zu essen. Wir unterhielten uns angeregt darüber, wie man den jungen Edelleuten begreiflich machen könne, daß der Dienst als Offizier zur See nicht weniger ehrenvoll ist als der zu Land. Und er erzählte, wie zu Zeiten von Königin Elisabeth die jungen Herren sich um das Kommando auf einem Schiff gerissen hätten und noch vertröstet werden mußten. Und er war Zeuge, wie Lord Bedford, als er durch einen Brief erfuhr, daß der junge Mann, der ihn bei Tisch bediente, nunmehr zum Grafen von Kent erhoben worden sei, sich von seinem Platz erhob und den jungen Lord sich setzen hieß, während er selbst, wie es sich gebührte, einen niedereren Platz einnahm.
Dann ins Theater, wo “Heinrich der Vierte“* gegeben wurde, ein gutes Stück. Danach setzte ich ans andere Ufer über und ging querfeldein über Southwark nach Hause, wo ich noch ein wenig Laute spielte. Spät abends zu Bett.
*Von Shakespeare, der erste Teil.
Pfingstsonntag. Aufgestanden und mit dem Boot nach Whitehall. Traf dort Mr. Coventry, der mir erzählte, die einzigen Neuigkeiten von der Flotte stammten von Kapitän Elliott von der Portland, die nach einer Kollision mit der Guernsey seeuntüchtig sei und Aldeburgh habe anlaufen müssen, und Elliott habe gesehen, wie ein großes holländisches Schiff explodiert und drei weitere in Brand geraten seien. Und das Gefecht habe tatsächlich am Freitag begonnen, und bei seiner Ankunft im Hafen habe er noch ein weiteres Schiff unserer Flotte gesehen, offenbar die Rupert. Von einem weiteren beschädigten Schiff wisse er nichts.
Zufrieden mit diesen guten Nachrichten fuhr ich mit dem Boot nach Hause und ging zum Gottesdienst, wo ich meinen Banknachbarn voller Freude davon berichtete. Anschließend nach Hause zum Essen. Nach Tisch fuhren mein Vater, meine Schwester, meine Frau und Mercer mit dem Boot nach Woolwich, während ich zu Fuß zur Börse ging, wo sich schon seit Mittag die Leute drängten wie an einem normalen Wochentag und auf Nachrichten warteten.
Sah im Gottesdienst in der St.-Margaret-Kirche in Westminster die schöne Betty Mitchell. Ging anschließend in die Abtei und dann zu Mrs. Martin und machte que je voudrais avec ihr, sowohl devante als auch von hinten, was muy bon placer ist. Wenig später kam ihr Mann, mit dem ich mich kurz unterhielt, und dann nach Whitehall. Hörte dort die schlechte Nachricht, daß der Prinz gestern abend erst um 10 Uhr Dover erreicht habe. Von einem Gefecht habe er dort nichts gehört. All unsere Hoffnungen, er werde der Flotte zu Hilfe kommen, waren also vergebens. Von einigen Proviantschiffen haben wir die Nachricht erhalten, daß dem Herzog von Albemarle und Holmes die Flaggen heruntergeschossen worden seien und beide hätten vor Anker gehen müssen, um ihre Takelage und Segel zu erneuern.
Heute nachmittag ist ein Brief von Harman von der Henry eingetroffen (das Schiff, das Elliott irrtümlich für die Rupert gehalten hat). Danach ist er mitten unter die Holländer geraten und zwischen ihnen hindurchgesegelt und wurde dabei nacheinander von drei Brandern angegriffen. Zwei davon wehrte er ab und machte das dritte kampfunfähig, wurde aber selber in Brand geschossen, woraufhin ein Großteil der Mannschaft, der Schiffspfarrer vorneweg, über Bord sprang und ertrank. Insgesamt hat er über 100 Mann verloren und viele Verwundete zu beklagen (weiß der Himmel, was aus Balty geworden ist). Schließlich haben sie das Feuer an Bord löschen und sich nach Aldeburgh retten können. Alle sagen, einer größeren Gefahr sei wohl noch nie ein Schiff entronnen, und Harman habe sich überaus tapfer geschlagen. Der Mast des dritten Branders stürzte brennend auf ihr Schiff und verletzte ihn am Bein, allerdings nicht schlimm.
Ging zu Sir G. Carteret, der mir von schwerwiegenden Versäumnissen berichtete. So sei der Brief an Prinz Rupert mit dem Befehl, sofort zurückzukehren, am Mittwoch anscheinend mit der gewöhnlichen Post abgeschickt worden, er habe den Prinzen jedenfalls erst am Freitag erreicht. Doch anstatt sofort loszusegeln, habe dieser bis 4 Uhr nachmittags gewartet. Die Hampshire, die mit dem Geld der Kaufleute aus dem Mittelmeer zurückgekommen ist und etwa gleichzeitig oder kurz vor der Flotte aufbrach, erreichte bereits gestern früh um 5 Uhr die Reede von Downs, die Flotte des Prinzen kam jedoch erst um 10 Uhr abends in Dover an – was einfach unentschuldbar ist, wenn es denn wahr ist.
Der König, der Herzog und der ganze Hof sind außer sich. Als ich kurz darauf Creed traf, fuhr ich mit ihm in der Kutsche zum Hyde-Park, um in Ruhe über all diese Dinge zu reden. Ich bin nur froh, daß Lord Sandwich nicht im Land und von all dem ganz unbehelligt ist.
Kurios, aber ich hatte die ganze Zeit Angst, mit Creed gesehen zu werden, weil die Leute denken könnten, daß wir als Vertraute von Lord Sandwich versuchen würden, aus dem Mißgeschick des Prinzen Nutzen zu ziehen. Dabei bedaure ich die Sache zutiefst, weil sie unsere ganze Nation schwer trifft. Unter anderen Bedingungen würde ich es den Herren indes gönnen, wenn sie für ihre Überheblichkeit bestraft würden und für ihren Dünkel, mit dem sie schon so manchen fähigen Mann entmutigt haben.
Setzte Creed in Covent Garden ab und fuhr auf dem Nachhauseweg an der Börse vorbei. Dort drängten sich noch immer die Leute und schimpften auf den Prinzen, der dem Befehl nicht sofort gefolgt war, und über die unbegreifliche Tatsache, daß der Befehl ihn erst mit so großer Verspätung erreicht hat.
Zu Abend gegessen und zu Bett.
/ WeiterlesenFrüh aufgestanden und in meinem Zimmer viel erledigt. Dann mit Mr. Moore zur Kleiderverwaltung, wo wir mit dem gnädigen Herrn unter anderem über den Umtausch der Gold-Crusados in Sterlingsilber sprachen. Dann zu meinem Vater, der bei Tom war, und nach einem Gespräch mit ihm heim. Er kam später zum Essen zu mir. Nahm ihn dann in der Kutsche bis zur Cheapside mit und fuhr mit meiner Frau weiter zu Mrs. Clarke in Westminster. Es war unser erster Besuch überhaupt bei ihr. Wir trafen sie in einem deshabillé an. Sie will morgen nach Hampton Court reisen. Wir unterhielten uns sehr angeregt, denn sie ist eine sehr gewandte Dame. Dann im Boot nach Whitefriars und in die Salisbury-Court-Straße zu Mrs. Turner, die jedoch nicht da war. Fuhren daher mit der Kutsche zurück. Nach einem Spaziergang auf der Dachterrasse zu Abend gegessen und dann zu Bett. Heute trug meine Frau ihr geschlitztes Leibchen, das sehr hübsch ist.
/ WeiterlesenHeute morgen verteilte Mr. Shipley das Geld, das der Herzog von York dem gnädigen Herrn für seine Bedienten geschenkt hat, und ich erhielt 22 Dukaten, von denen ich Jasper etwas abgeben soll, da der gnädige Herr ihn übergangen hatte. (Ich schenkte Mr. Shipley das schöne Paar rauhlederner Handschuhe, das ich mir vor etwa fünf Jahren gekauft hatte.)
Der gnädige Herr nahm heute Abführmittel und kam den ganzen Tag nicht heraus. Der Kapitän war den ganzen Tag an Land.
Nach dem Mittagessen kegelten Kapitän Jefferys, W. Howe, der Leutnant und ich, wobei ich etwa 2s verlor. So vertändelten wir den Nachmittag.
Abends kam Mr. Cooke mit Briefen aus London und berichtete, daß überall Festtagsstimmung und Fröhlichkeit herrsche und daß das Parlament angeordnet habe, daß der 29. Mai, der Geburtstag des Königs, zum Feiertag erklärt werde zum Gedenken an unsere Befreiung von der Tyrannei und die Rückkehr des Königs, der an diesem Tag nach London einzog, um die Regierung zu übernehmen.
Er hatte meine Frau in London getroffen. Sie war vor einer Woche mit Mr. Bowyer und seiner Frau in die Stadt zurückgekehrt.
Meiner armen Frau ging es in der Woche zuvor nicht gut, aber jetzt geht es ihr, Gott sei Dank, wieder besser. Sie würde mich gern sehen und möchte wieder im eigenen Haus wohnen, aber wir müssen uns mit den Gegebenheiten zufrieden geben. Sie schrieb mir, daß im Hause Joyce anscheinend der Wohlstand ausgebrochen sei, jedenfalls täten sie jetzt sehr vornehm, und daß davon geredet werde, ich solle vom König geadelt werden, worüber die Joycens nur gelacht hätten. Aber es macht nichts. Ich halte uns, mich und meine Frau, in unseren Verhältnissen für glücklicher als sie es in ihren sind.
Zu Bett. <Als ich zu Bett ging, kam der Kapitän ziemlich betrunken an Bord, und am nächsten Morgen erzählte er denn auch, daß der Vizeadmiral, der Konteradmiral und er den ganzen Tag getrunken hätten.>
/ Weiterlesen