Dankfest zum Sieg über die Holländer. Aufgestanden und ganz allein im Amt gearbeitet, bis es Zeit für den Gottesdienst war. In der Kirche eine ganz erbärmliche Predigt von Mr. Milles gehört. Danach in den Dolphin, wo wir vom Flottenamt uns mit den Kommissaren des Zeugamts zum Essen verabredet hatten. Ausgezeichnete Musiker (für die ich gesorgt hatte). Unsere neun Leute mußten 34s pro Kopf bezahlen.
Nach dem Mittagessen mit Sir Berkeley in dessen Kutsche nach Whitehall. Dort ging ich in den Swan und vergnügte mich eine Weile avec la moza, sin hacer algo con ella que küssen und tocar ses mamelles, que me haca la cosa a mi mismo con gran plaisir. Danach mit dem Boot nach Vauxhall und eine Stunde lang spazierengegangen und mir das Treiben der Menschen an diesem Feiertag angesehen, die Kirschenschnappen und Gott weiß was spielten. Dann nach Hause und bis spät abends im Amt. Meine Frau und meine Mutter waren den ganzen Tag auf dem Fluß und noch nicht zurück. Mutter soll jedoch so schnell wie möglich aus der Stadt. Dann nach Hause zum Essen und zu Bett. <Meine Frau traf ein, als ich gerade aus dem Amt kam.>
Erfuhr heute, daß es letzten Sonntag in mehreren Häusern in der Bell Alley in Westminster, gleich gegenüber dem Eingang zum Palast, vier oder fünf Pesttote gegeben hat. Dennoch glauben die meisten, daß es in dieser Woche weniger Tote geben wird als in der Woche davor.
Die Holländer sind wieder mit 20 Schiffen unter Admiral Banckert ausgelaufen, vermutlich in Richtung Norden, um ihrer Ostindienflotte entgegenzufahren.
/ WeiterlesenFast den ganzen Vormittag zu Hause, um zuzusehen, wie der Maler die Treppe fertig streicht. Sie gefällt mir gut. Dann mit Mr. Moore nach Westminster Hall, wo die Gerichtsperiode wieder begonnen hatte, und von dort mit ihm mit dem Boot zur Kleiderverwaltung. Waren sehr vergnügt. Den ganzen Nachmittag im Amt. Am Abend zur Börse zu Onkel Wight, mit dem ich über den beabsichtigten Kauf von Land in Brampton sprechen wollte. Dann nach Hause und zu Bett.
Gott sei Dank bereitet mir die Erkältung keine Schmerzen mehr. Jetzt schmerzt nur noch der Dreck und die Unordnung im Haus. Ich hoffe aber, daß mit dem morgigen Tag dieser Zustand ein Ende hat.
Eines muß ich noch anmerken, weil es mir gerade durch den Kopf geht. Was Neuigkeiten und Nachrichten angeht, so gibt es wohl niemanden, der zur Zeit weniger auf dem laufenden ist als ich. Ich erfahre nichts, noch komme ich dazu, irgendwen zu fragen.
/ WeiterlesenUm 4 Uhr aufgestanden und ins Amt. Machte den ganzen Vormittag einen Voranschlag über die laufenden Kosten der Flotte, für mein Buch über die Marine – sehr detailliert. Anschließend allein zu Hause zu Mittag gegessen – zufrieden mit der Arbeit, aber traurig über die Abwesenheit meiner Frau. Eine halbe Stunde Geige gespielt. Im Amt bis spät abends Sitzung. Dann nach Hause und zu Bett. Heute morgen kam Mr. Cutler und saß eine halbe Stunde lang bei mir im Zimmer – ein kluger, äußerst redegewandter Mann. Seinen Äußerungen entnehme ich, daß mein Fleiß im Amt in der Öffentlichkeit sehr wohl zur Kenntnis genommen wird, wofür ich Gott dankbar bin. Möge es dabei bleiben.
Bevor ich heute abend nach Haus ging, ging ich noch zu Sir W. Batten. Als ich sah, daß er und seine Gattin mit etlichen vornehmen Damen zu Tisch saßen, zog ich mich zurück und ging nach Hause. Sie riefen mir noch lange nach und schickten sogar nach mir. Ging schließlich zurück – und traf dort zu meiner großen Überraschung Sir Francis Clerke, den königlichen Kammerherrn, der mit seiner Gemahlin sowie noch einer hübschen Dame dort zu Abend speiste. Es herrschte große Heiterkeit. Blieb bis 11 Uhr, dann nach Hause und zu Bett.
Sonntag. Da wir bei Anthony Joyce zum Essen eingeladen waren, mit meiner Frau, meiner Schwester und Mercer bei herrlichem Wetter zu Fuß zur Christuskirche und dort eine dumme Predigt gehört. Von meiner Bank aus sah ich aber einen ganz außerordentlich hübschen kleinen Jungen aus der Waisenschule, mit einem ganz entzückenden Mund.
Anschließend zu Joyce, wo auch sein Bruder William und seine Frau waren und wir ein gutes Essen bekamen. Nur ist mir ihre Gesellschaft nahezu unerträglich und ich wünschte, sie bliebe mir eine Weile erspart. Doch dann lud mich William für diese Woche ein, und als ich sagte, ich könne nicht kommen, fing seine Frau, das arme, unselige Ding, an zu weinen, weil sie sich von mir schlecht behandelt fühlte, und ich mußte versprechen zu kommen.
Anschließend mit meinem Vater nach Gray’s Inn Fields gelaufen und gut zwei Stunden spaziert und verschiedene Dinge besprochen. Zunächst erklärte er, daß das Landgut in Brampton 80l jährlich einbringe, abzüglich 30l Steuern und verschiedener anderer Ausgaben. Ich versicherte, die 30l Steuern zu übernehmen, worüber der arme Mann vor Rührung weinte.
Zu Palls Heiratsplänen sagte er, er sei mit Ensum sehr zufrieden. Ich versprach ihr im Falle einer Hochzeit 500l sowie weitere 100l bei der Geburt des ersten Kindes, und mein Vater erklärte, Ensum solle ihr ein Wittum von zehn Prozent der Mitgift aussetzen. Bis es soweit sei, will ich ihr 10l jährlich geben.
Was meinen jüngeren Bruder John angeht, sagte ich, daß ich ihm nichts schenken, sondern höchstens leihen wolle, da ich noch nicht zufrieden mit ihm sei. Sobald er seinen Abschluß erworben habe, würde ich ihn zu mir bitten, und wenn er zu irgendetwas tauge, ließe sich wohl ein Amt für ihn finden.
Mein Vater war über den Ausgang unseres Gesprächs sehr froh, genau wie ich, weil mir nicht zuviel abverlangt wird. Nachdem wir zum Haus von Anthony Joyce zurückgekehrt waren, lief ich auf der Suche nach einer Kutsche bis zur Neuen Börse, konnte aber nirgends eine auftreiben. Ich ging daraufhin in die Milchschenke und trank drei Gläser Molke, dann wieder die Strand auf und ab, bis ich endlich eine Kutsche fand. Holte meinen Vater, meine Frau, meine Schwester und Mercer bei Joyce ab und fuhr mit ihnen nach Islington, wo wir etwas tranken. Danach unsere übliche Runde über Hackney und wieder zurück. Noch kurz ins Amt gegangen, mit Lady Penn und Peg Penn im Garten geplaudert, dann nach Hause und todmüde zu Bett.
/ WeiterlesenDen ganzen Vormittag im Amt verbracht. Keine neuen Nachrichten seit gestern abend. Tyler, der Proviantmeister, kam zu mir und erzählte, daß er die ganze Zeit in Chatham gewesen sei und daß es zu schlimmen Pflichtverletzungen gekommen sei, von denen wir schon bald erfahren werden. Er sagt, daß der Mangel an Booten uns zum Verhängnis geworden sei, und er sagt, alle behaupten (auch auch Sir J. Mennes habe das gesagt), daß die Boote von den Männern auf der Werft dazu benutzt worden seien, um ihre Habe fortzuschaffen. Und anscheinend soll Kommissar Pett der erste gewesen sei, der den Rückzug angetreten habe. Es gibt viele Beschwerden über ihn, und man beschuldigt Brouncker, voreilig die Männer auf den Linienschiffen ausbezahlt und entlassen zu haben. Mittags aß Mr. Hayter mit mir, und er sagte, daß das Parlament sich kaum mit der Begründung zufrieden geben wird, daß wir aus Geldmangel keine Flotte seetüchtig gemacht hätten, denn so etwas habe es auch in Zeiten größter Not nicht gegeben. Gewiß hätte es uns große Mühen gekostet, Tatsache sei aber, daß der König und die Regierung alle dahingehenden Vorschläge einfach übergangen hätten – und da ist allerdings etwas dran. Wie am Vormittag, so auch am Nachmittag die ganze Zeit sehr beschäftigt. Ärgerte mich darüber, wie langsam alles vonstatten geht, weil überall das Geld fehlt. Abends kam Mr. Gibson zurück (den ich noch gar nicht erwartet hatte). Meine Frau war wohlauf, als er sie verlassen hatte, und alles, was sie mit sich geführt hat, ist gut angekommen. Ihm selbst war allerdings ein Mißgeschick widerfahren (und ich hatte so etwas befürchtet, kann ihm aber keinen Vorwurf machen, sondern muß beim nächsten Mal umsichtiger sein), so ist eine seiner Taschen seiner Reithosen geplatzt. Einige Silbermünzen sind darauf herausgefallen, aber nicht sehr viele (er glaubt nur zwei, denn er ist abgestiegen und habe sie aufgesammelt und sei dann noch ein Stück zurückgegangen, habe aber keine weiteren mehr finden können). Wie viele es genau sind, weiß ich allerdings nicht, was mich etwas beunruhigt. Aber die Freude darüber, daß der größte Teil dessen, was ich ihnen mitgegeben habe, in Sicherheit ist, entschädigt mich dafür, so daß ich es mir nicht allzu sehr zu Herzen nehme. Heute nachmittag hat meine über alles geliebte Betty Mitchell meiner Frau die Nachricht geschickt, daß ihr Kind im Sterben liege. Das arme Mädchen, ich mache mir große Sorgen um sie. Spät abends nach Hause und ein wenig Flageolett gespielt. Das Spielen bereitete mir Freude, wenn meine Seele auch betrübt war. Aber mich tröstete der Gedanke, daß ich mit Gottes Hilfe jederzeit aufs Land ziehen kann, wo ich vielleicht keinen Ruhm erlange, aber ein einfaches und zufriedenes Leben führen würde. Dann zum Abendessen und zu Bett.
/ WeiterlesenAufgestanden und zum Getreidekai gegangen, wo ich mit Kapitän Witham (der die Nachricht von der Ermordung von Lord Rutherford überbracht hatte) und Mr. Tooker verabredet war. Sahen uns dort einige Ladungen Hafer an und auch den Hafer in den Kornspeichern. Ich erfuhr, daß Hafer sich selbst erhitzt, wenn die grünen Körner gelagert und nicht bewegt werden – was ich sehr erstaunlich finde. Wir kamen zu keiner Einigung, konnten aber den Preis für einige Ladungen herunterhandeln. Wir sagten ihnen, daß wir uns wieder melden würden, und verabschiedeten uns.
Dann gingen wir zum Proviantamt und von dort zu mir nach Hause in den Garten, wo ich Kapitän Witham bat, mir alles über das Unglück in Tanger zu erzählen, denn er hielt gerade in der Nähe der Stadt Wache, als er sah, wie der Feind auf einer Anhöhe auftauchte. Er war anderthalb Meilen davon entfernt und ritt den anderen sofort zu Hilfe und konnte nur um Haaresbreite wieder entkommen. Wo Lord Rutherford war, konnte er nicht sehen, und auch sonst hat wohl keiner gesehen, was genau mit ihm geschah. Unsere Verluste belaufen sich auf ungefähr 400 Mann. Kapitän Witham sagte aber, daß es ein Wunder sei, daß Lord Rutherford ein solches Schicksal nicht schon viel früher ereilt habe. Er habe sich jeden Tag noch viel größeren Gefahren ausgesetzt, denn an diesem Tag hatte er immerhin Kundschafter ausgesandt, die ihm versichert hatten, daß sich der Feind nicht in der Nähe befinde. Sonst war er in Begleitung von zwei, drei Männern einfach losgeritten, um selbst die Gegend zu erkunden. Gleichzeitig duldete er nie, daß sich irgendeiner seiner Männer aus der Truppe entfernte und sich damit in Gefahr brachte. Kapitän Witham bedauerte sein Schicksal ungemein, denn Lord Rutherford sei ein Mann von großen Verdiensten gewesen, und jetzt sei dieses Leben mit einem Streich ausgelöscht. Nachdem er zu Ende erzählt hatte, verabschiedete er sich, und ich ging nach oben, um mich um unser Mittagessen zu kümmern. Als Mr. Creed kam, lud ich ihn zu bleiben. Schließlich kamen die drei jungen Damen, und wir aßen die Pastete, die sehr köstlich war. Außerdem gab es Huhn, Erbsen, Hummer und Erdbeeren. Anschließend spielten wir Karten. Gegen 5 Uhr fuhren wir mit dem Boot nach Greenwich, gingen dort bis oben auf den Hügel, wo wir uns ins Grüne setzten und Karten spielten. Danach gingen wir zurück bis zum Kirschgarten und fuhren dann mit dem Boot zur Brücke, wo wir an Land gingen. Während der Fahrt sangen wir sehr schön. Auf der anderen Seite der Brücke nahmen wir wieder ein Boot und fuhren bis zum Somerset House. Es war bereits 10 Uhr abends, und Lady Paulina litt schreckliche Angst, weil es bereits dunkel und die Strömung recht stark war. Als wir anlandeten, wartete schon ihre Kutsche auf sie, da es aber schon so spät war, war ich unschlüssig, wie wir am besten verfahren sollten. Wir berieten fast eine halbe Stunde, dann schickte ich schließlich meine Frau mit Mr. Creeds Burschen nach Hause, und ich selbst fuhr mit Creed und den jungen Damen in deren Kutsche nach Kensington. Himmel, jetzt fürchtete sich Lady Paulina vor den dunklen Straßen, und die Gegend war um diese Zeit in der Tat nicht ganz sicher. Ich bekam es selbst ein wenig mit der Angst zu tun, ließ mir aber nichts anmerken. Wir erreichten schließlich wohlbehalten ihr Haus, wo alle schon im Bett waren. Wir klopften und übergaben die jungen Damen den Dienstmädchen und wünschten ihnen eine gute Nacht. Es war mittlerweile Mitternacht oder noch später. Creed und ich fuhren zu verschiedenen Gasthöfen, konnten aber keine Unterkunft finden, da alle schon geschlossen hatten. Schließlich fanden wir einen Hof, wo noch Leute tranken und viel Lärm machten, und dort kehrten wir ein. Nachdem wir etwas getrunken hatten, gingen wir schlafen. Das Bett war dürftig, und ich schlief in Unterwäsche, Strümpfen und Weste.
/ WeiterlesenSonntag. Aufgestanden und durch die Stadt spaziert. Schöner Marktplatz und viele gute Straßen und sehr hübsche Steinhäuser. Dann zur großen Kirche, wo ich Bischof Mountagus Grab sah. Als ich dort saß, kamen viele vornehme Leute in die Kirche, und man trug auch zwei Sieche auf Tragen herein und stellte sie neben dem Altar ab, damit sie hören konnten. Ich kannte aber keinen einzigen von ihnen. Die Orgel war gut, aber ein eitler, pedantischer Bursche hielt eine lächerliche Predigt, die mich ärgerte und auch die Herren neben mir, die im übrigen sehr gut sangen. Auf dem Rückweg ging ich um die starke Stadtmauer herum, deren Zinnen noch stehen. Dem Küster 1s gegeben. Dann nach Hause zum Mittagessen, wo Mr. Butts zu mir kam. Wir gingen zusammen in die Kirche, wo aber wieder der eitle Bursche predigte. Ich ging wieder zurück, holte meine Frau und die Mädchen ab und kam wieder zur Kirche, um sie mit ihnen zu besichtigen und die Grabdenkmäler zu sehen, darunter das von Dr. Venner, von Pelling und das von Sir William Waller, zum Gedenken an seine erste Frau, das Sir William mit beschädigtem Gesicht zeigt, das die Königstreuen seinerzeit zerstört hatten. Wir machten einen kleinen Spaziergang durch die Wiesen und Felder und gingen dann nach Hause, wo ich mir den Kopf nach Läusen absuchen ließ. Darauf zum Abendessen. Der Wirt kam zu uns, ein umgänglicher Mann, und erzählte uns viel über die Vergangenheit von Bath und auch von Wells, unter anderem die Geschichte von den zwei Köpfen auf den zwei Säulen in der Kirche von Wells und daß mit ihnen bereits vor dreihundert Jahren die Reformation prophezeit wurde. Er war aber Katholik. Als er fort war, ging ich zu Bett.
/ WeiterlesenAufgestanden und mit der Kutsche zum St.-James-Palast zu unserer üblichen Sitzung beim Herzog. Bevor der Herzog aus dem Bett kam, ging ich mit Sir H. Cholmley in einem Vorzimmer auf und ab, und er erzählte mir, zwischen dem Herzog von York und dem Herzog von Albemarle rumore es sehr, weil letzterer einige Kommandanten abgesetzt habe, die der Herzog von York ernannt hat, darunter Kapitän du Teil, einen Franzose, auf den der Herzog große Stücke hält. Unterstützt werde er dabei von Monsieur Blanquefort, der offenbar einen ähnlich großen Einfluß auf den Herzog von York hat wie Sir W. Coventry, was ebenfalls für böses Blut sorgt. Tatsächlich habe ich Sir W. Coventry in letzter Zeit häufiger abfällige Bemerkungen über den Herzog von Albemarle und seine Kommandanten machen hören, besonders im Fall des älteren Teddeman, der bei dem Gefecht nicht zum Einsatz kommen sollte und dann auch kein Kommando erhielt. Allerdings habe ich Sir W. Coventry nachher sagen hören, der Herzog von Albemarle habe einen Mann an seine Stelle gesetzt, der ebenso unfähig sei und ebensowenig geleistet habe.
Nachdem wir beim Herzog von York fertig waren, ging ich mit den anderen nach Whitehall zum Tanger-Ausschuß, der wieder nicht zusammentrat, was mich ungemein ärgerte. Außerdem befürchte ich, daß der Ausschuß, wenn er denn endlich zusammenkommt, dem armen Yeabsley einen Strich durch die Rechnung machen wird und damit auch mir. Lord Peterborough setzt offenbar alles daran, die Sitzung zu verhindern – ob aus Boshaftigkeit gegen mich, obwohl er nichts von meinem persönlichen Interesse weiß, oder gegen Lord Ashley, kann ich nicht sagen, aber er scheint sich einen Spaß daraus zu machen, uns ins Leere laufen zu lassen, aber ich werde es ihm heimzahlen.
Ich blieb bis kurz vor Mittag, ging dann mit Balty (mit dem ich verabredet war) zum Schatzamt nach Westminster, um zwei Kerbhölzer über je 2000l in mehrere kleinere einzutauschen, worum ich mich nun schon eine ganze Weile bemühe. Es scheint aber ganz aussichtslos zu sein, obwohl ich nicht verstehe, warum, die Schreiber würde es nur wenig Mühe kosten, und für mich selbst springt ohnehin nichts dabei heraus.
Anschließend mit Balty in der Kutsche zu Hayls (heute war der siebte Tag meiner neuen Gelübde, und wenn ich sie sechs Tage lang fest befolge, darf ich mir am siebten Tag die eine oder andere Freiheit gestatten).
Bin sehr zufrieden mit dem Bild meines Vaters, an dem Hayls jetzt arbeitet. Es ist ganz nach meinem Wunsch und ich bin froh, daß mein Vater auf so gebührende Weise porträtiert wird, nicht nur, weil er mein Vater ist, der mich liebt, sondern auch, weil er ein so treusorgender und herzensguter Mensch ist, wie es nur je einen gab auf Erden.
Von dort sehr zufrieden nach Hause. Kaufte unterwegs in den Markthallen einige Hummer.
Zu Hause hatten meine Frau und mein Vater bereits zu Mittag gegessen und wollten gerade zu Hayls, so daß ich mich allein mit Balty zu Tisch setzte. Mitten im Gebet (als ich um den Segen für Gottes gute Geschöpfe bat) fielen mir die Hummer ein und ich rief laut: „Potztausend!“. Balty sah mich erschrocken an und glaubte zuerst, ich sei ungehalten, weil ich statt des Tischgebets das Dankgebet gesprochen hatte, doch dann rief ich: „Wo sind die Hummer?“. Sofort sprang er auf und rannte der Kutsche hinterher, konnte sie jedoch nicht mehr einholen und kam mit leeren Händen zurück. Bei Tisch lachten wir sehr über mein sonderbares Gebet. Nach dem Essen zum Schatzamt zu Lord Belasyse, wo sich die Mitglieder des Tanger-Ausschusses trafen. Gemeinsam besprachen wir die gespannte finanzielle Lage und kamen zu einer guten Übereinkunft, nämlich einer Aufstellung sämtlicher noch ausstehender Gelder für den Tanger-Ausschuß, den Haushalt und die Wachen vorzunehmen und so einen Überblick über das Ausmaß unserer Außenstände zu bekommen, um uns dann an den Lordschatzmeister zu wenden.
Von dort nach Hause und Balty verabschiedet. Dann zu Sir Chr. Myngs Beerdigung. Die anderen waren bereits gegangen. Ging daher allein zur Kirche (St. Mary in Whitechapel, eine recht große Kirche mit einer prachtvollen Kapelle) und blieb, bis der Sarg in die Erde gelassen wurde. Vor der Kirche traf ich Sir W. Coventry, der gekommen war (was sehr großmütig war, denn sonst waren keine Standespersonen erschienen), und stieg zu ihm in die Kutsche. In dem Moment geschah etwas ganz und gar Außergewöhnliches, und wenn ich nicht selbst dabeigewesen wäre, würde ich es kaum glauben.
Etwa ein Dutzend wackerer Kerle kamen mit Tränen in den Augen an den Kutschenverschlag, und einer von ihnen sagte zu Sir W. Coventry: „Wir haben Sir Christopher Myngs lange gekannt, ihn geliebt und ihm treu gedient, und jetzt haben wir ihm die letzte Ehre erwiesen und ihn zu Grabe getragen. Wie gern würden wir mehr für ihn tun und seinen Tod rächen – alles gäben wir darum und sei es unser Leben. Wir bitten Euch, sich bei Seiner Königlichen Hoheit dafür einzusetzen, uns auf einem Brander Dienst tun zu lassen und einem von uns das Kommando zu übergeben. Wir anderen wollen ihm gehorchen und alles tun, in Gedenken an unseren Kommandanten und um ihn zu rächen.“ Sir W. Coventry war darüber sehr gerührt und schrieb ihre Namen auf, und auch ich konnte die Tränen kaum zurückhalten, und er sagte, er werde Seiner Königlichen Hoheit dieses außerordentliche Anliegen vortragen (was er auch tat).
Tatsächlich war Sir Ch. Myngs ein ebenso tapferer wie verständiger Mann, der großen Ansehen auch bei den einfachen Leuten genoß, ein Mann, wie wir ihn heute mehr denn je brauchen könnten, wie Sir W. Coventry sagte. In England hat er es zu großem Ansehen gebracht, aber mehr noch in Westindien, dabei stammt er aus ganz einfachen Verhältnissen. (Sein Vater ist bis heute ein einfacher Schuster und seine Mutter Tochter eines Schiffers, worauf er immer sehr stolz war.) Und jetzt ist er tot und sein Ansehen und sein Name werden in kurzer Zeit vergessen sein, ebenso wie der seiner Familie, da er nicht die Zeit hatte, ein Vermögen zusammenzubringen, und eher arm als reich gestorben ist.
Dann fuhren wir los. Ich ließ mich beim Tower-Berg absetzen und ging von dort nach Hause und ins Amt, wo ich verschiedene Dinge erledigte. Dann noch spät mit dem Boot nach Deptford, wo ich mich so lange aufhielt, wie es ging, und schließlich zurück. Da aber niemand mehr im Amt war, fuhr ich noch einmal nach Deptford und ging (es war nach zehn Uhr und schon fast dunkel) zu Bagwells Haus und tat mit ihr, was ich wollte. Sie jagte mir allerdings einen gehörigen Schrecken ein, als sie mir erzählte, ihr Hausmädchen sei an der Pest gestorben, und sie sei gestern zum ersten Mal wieder vor der Tür gewesen. Sie habe das ganze Untergeschoß neu gekalkt, nur oben sei sie noch nicht so weit. Daraufhin machte ich, daß ich fortkam. Am Anleger ließ ich mir einen Schoppen Kanariensekt bringen, trank unterwegs davon und gab dem Fährmann den Rest. Gegen Mitternacht zurück. Im Haus waren die meisten bereits schlafen gegangen. Ging ebenfalls zu Bett.
Auf der Heimfahrt rief ich einen Fischer herbei und kaufte drei Aale, die mich 3s kosteten.
/ WeiterlesenBesuch von den beiden Herren Pearse sowie von Mr. Blackborne, Dr. Clarke und Mr. Creed, die ich mit einem Schweineschinken bewirtete.
Dann zum gnädigen Herrn und mit ihm zum Herzog von Gloucester. Dann zu Mr. Crew, um meine Unterlagen durchzusehen und zu ordnen. Sehr heißes Wetter. Die Herzog von Gloucester und der Herzog von York aßen heute Mittag beim Parlamentspräsidenten. Ich sah dort eine schöne Festlichkeit und aß mit einigen Kammerdienern.
Zu Mr. Crew, wohin auch Mr. Greatorex kam, und mit ihm zum Kupferstecher Faithorne, und dann in den Devil. Zum gnädigen Herrn, wo ich bis Mitternachts sehr beschäftigt war. Dann zu meinem Vater. Mein Vater und meine Mutter im Bett – sie hatten den ganzen Tag mit Onkel Fenner &c. und meiner Frau verbracht und auf mich gewartet. Aber ich traf noch Mr. Cooke an, und dann zu Bett.
/ WeiterlesenAm Morgen weitere Briefe von Sir W. Coventry wegen zusätzlicher Brander und dann mit W. Batten ins Amt. Brouncker kam zu uns. Er will nach Chatham abreisen, da Kommissar Pett ihn darum gebeten hatte. Pett macht sich wegen der Holländer ganz offensichtlich fast in die Hosen und fleht um Hilfe, im Namen Gottes, des Königs und des Königreiches. Brouncker fährt also zum ihm und ebenso Sir J. Mennes, von Gravesend aus. Heute morgen kam ein Brief von Pett, in dem es heißt, daß Sheerness am gestrigen Abend nach einem zwei- oder dreistündigem Kampf habe aufgegeben werden müssen, der Feind habe den Ort in Besitz genommen. Das ist sehr betrüblich und läßt uns für Chatham Schlimmes befürchten. Sir W. Batten und ich fuhren dann mit dem Boot nach Deptford und sprachen mit Sir W. Penn über die Entsendung weiterer Brander. Dann mit W. Batten nach Hause. Ich aß allein zu Mittag – meine Frau und mein Vater hatten schon gegessen. Nach dem Essen ging ich zu Mr. Fenn, und bat ihn, mir gut 100l meines Lohns auszuzahlen, was zu tun W. Hewer mir dringend geraten hatte. W. Hewer nahm das Geld für mich in Empfang und brachte es mir heute abend nach Hause. Dann mit einer Kutsche nach Westminster, zusammen mit Mr. Moore, der zu mir gekommen war. Als ich unterwegs Mercer sah, verabschiedete ich mich von Moore, stieg aus und folgte ihr. Bei St. Paul holte ich sie ein und begleitete sie fast bis zu sich nach Hause. Die Straßen waren sehr staubig. Dort in der Lombard Street sah ich in einer Kutsche Theophila Turner, die bei uns zu Hause gewesen war, um uns zu besuchen, da sie morgen die Stadt verläßt und wieder nach Yorkshire geht. Ich versprach, sie morgen zu besuchen. Dann nach Hause, wo ich mich daran machte, die Brander anzuheuern. Erhielt fast stündlich Briefe von Sir W. Coventry, der immer mehr Brander verlangte. Ich erhielt auch einen Bescheid vom Kronrat, das wir ermächtigt sind, jedes beliebige Schiff zu konfiszieren. Und Sir W. Coventry sagte uns in seinem Brief, daß der König bei einem feindlichen Einfall (und darum handle es sich ja hier) wohl tatsächlich berechtigt sei, Hab und Gut eines jeden seiner Untertanen zu beschlagnahmen. War bis spät abends damit beschäftigt. Dann nach Hause, wo ich mich sehr lange und sehr ernst mit meiner Frau über unsere schlimme Lage unterhielt, auch da wir hörten, wie auf den Straßen die Stadtmiliz zusammengetrommelt wurde. Die Männer haben morgen früh bewaffnet anzutreten, Zuwiderhandlungen werden mit dem Tod bestraft. Sie müssen Kugeln und Pulver mitbringen, und darüber hinaus ausreichend Geld, um sich für zwei Wochen verproviantieren zu können. Wenn man bedenkt, daß alle Soldaten nach Chatham und an andere Orte verlegt wurden, dann scheint es tatsächlich, als sei die City sich selbst überlassen und dem Untergang preisgegeben. Dann nach dem Abendessen sehr besorgt zu Bett. <Heute nachmittag schickte Lord Brounckers Geliebte, Mrs. Williams, nach mir. Ich ging auch hin, aber sie wollte nur hören, was es Neues gebe. Ich hatte wegen der Angelegenheit mit Carkesse schon lange nicht mehr mit ihr gesprochen.>
/ Weiterlesen