“Daß ein Buch wie das Tagebuch des Samuel Pepys überhaupt existiert, ist im Grunde ganz unbegreiflich. Ein rares Wunderwerk”    Robert Louis Stevenson



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Möge Gott mir vergeben, mit welchen Gedanken ich sie betrachtete


/ Juni 30th, 2010 | Pepys

30. Juni 1662

Früh aufgestanden und ins Amt, wo das Dienstmädchen von Griffith saubermachte. Möge Gott mir vergeben, mit welchen Gedanken ich sie betrachtete, aber ich rührte sie nicht an. Nachdem sie fort war, bohrte ich einige Löcher, um von meiner Kammer aus in das große Sitzungszimmer sehen zu können, ohne nach draußen gehen müssen, was mir sehr gefällt.

Dann an die Arbeit. Gegen Mittag mit meiner Frau zur Kleiderverwaltung, wo ich mit dem gnädigen Herrn speiste und den ganzen Nachmittag im Gespräch mit ihm verbrachte. Gegen 4 Uhr mit meiner Frau und Lady Sandwich in der Kutsche zu mir nach Hause. Besuchten unterwegs Lady Carteret, die zufällig daheim war (sie hatte sich einen oder zwei Monate in Deptford aufgehalten). Wir unterhielten uns eine Weile, und sie erzählte, daß Lady Fanshawe sich mit ihr überworfen habe, nur weil sie für die Franzosen eingetreten sei. Das verwundert Lady Sandwich, denn sie waren vorher wie Schwestern gewesen. Aber keine Freundschaft in der Welt ist dauerhaft, wie man sieht.

Dann zu mir nach Hause, wo ich sie an der Hand durch alle Zimmer führte, was mich mit großem Stolz erfüllte. Sie sah sehr hübsch aus, und der Kammerdiener trug ihre Schleppe, als es nach oben ging.

Sie blieb eine Weile bei uns, dann gingen wir durch den Garten zur Themse. Fuhren mit dem Boot flußabwärts und gingen zuerst an Bord der königlichen Jacht, die ihr gut gefiel. Dann zum Park von Greenwich, wo sie mit einiger Anstrengung den Hügel erklomm. Dann zurück und mit dem Boot durch die Brücke zum Blackfriars-Anleger und von dort zu ihr nach Hause. Sie war rundum mit dem Ausflug zufrieden. Wir aßen mit ihr zu Abend, dann nach Hause und zu Bett.




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