Aufgestanden und eine Weile ins Amt. Anschließend mit dem Boot flußabwärts und mehrere Schiffe inspiziert, die 400 Infanteristen zur Flotte bringen sollen. Dann zurück ins Amt und meine Unterlagen abgeholt und damit zum St.-James-Palast zu unserer Sitzung beim Herzog. Danach versammelten wir uns alle in Sir W. Coventrys Zimmer. (Dort wurde gerade die Kopie eines Porträts seines Vaters, des ersten Baron Coventry, aufgehängt, die Stone für ihn angefertigt hat. Es ist ein gelungenes Bild, das ihn in seiner Richterrobe und mit dem Großsiegel in der Hand zeigt. Während es aufgehängt wurde, scherzte Sir W. Coventry und sagte: „So springen wir mit unseren Vätern um.“) Dann trug Lord Brouncker das Angebot einer Hanflieferung vor, ohne den Namen des Händlers zu nennen, doch ich weiß, daß es sich um Hauptmann Cocke handelt. Lord Brouncker und Sir W. Coventry gerieten daraufhin aneinander, weil Lord Brouncker sich alles andere als uneigennützig für die Lieferung aussprach (von Cocke weiß ich, daß Lord Brouncker bei Vergabe des Auftrags 500l erhält, genausoviel wie ich), während Sir W. Coventry dagegen war, ohne zu wissen, von wem der Auftrag kam, was sehr geschickt von den beiden war. Ich saß nur da und schwieg, da ich selbst nicht viel von dem Geschäft halte, auch wenn Cocke mir damit einen Gefallen tun will. Bemerkenswert an der Diskussion war nur, wie ernst Sir W. Coventry unsere augenblickliche Lage beurteilte. Sollten wir die Holländer im anstehenden Gefecht besiegen, werden sie bereitwillig mit uns Frieden schließen. Sollten wir hingegen verlieren, müssen wir zu ihren Bedingungen Frieden schließen und können froh sein, wenn wir nicht zu teuer dafür bezahlen müssen. Und alles hängt einzig davon ab, ob uns das Parlament in der nächsten Sitzung Geld bewilligt, sonst ist alles verloren.
Danach fuhr ich mit der Kutsche zur alten Börse, ging aber nicht hinein, sondern zu meinem Buchhändler Mr. Cade und wartete dort das Ende des Regens ab, der nach der langen Dürre dringend nötig war. Erfuhr dort, daß Ogilby einen Band mit satirischen Fabeln plant. Dann nach Hause und gegessen. Anschließend brachte ich meine Frau zu ihrer Schwester und fuhr selbst zu Mr. Hayls, um ihn für das Porträt meines Vaters zu bezahlen, das mich 10l und weitere 25s für den Rahmen kostet. Dann weiter zu Lovett, der nun doch eine Möglichkeit gefunden hat, einzelne Blätter zu lackieren, was mich sehr freut. Er führte mich zum Gray’s Inn und zeigte mit im Zimmer eines Lords einen Bilderrahmen aus falschem Perlmutt, den er gemacht hat und der tatsächlich täuschend echt aussah. Danach gingen wir zu einem Bilderhändler, wo ich mir einen Stich zum Lackieren aussuchen wollte, doch konnte ich mich für keinen entscheiden.
Anschließend meine Frau abgeholt und nach Hause gefahren. Bis spät im Amt, dann mit meiner Frau zu Abend gegessen und zu Bett.
Am Nachmittag besuchte ich Lord Belasyse, der sehr zufrieden mit mir zu sein scheint. Creed hingegen mußte sich einige Rügen gefallen lassen, was ich nicht ohne Genugtuung zur Kenntnis nahm. Lord Belasyse reist morgen auf königlichen Befehl zu seiner Garnison nach Hull, um alles in Alarmbereitschaft zu versetzen, wie dies jetzt überall entlang der Küste geschieht, da man mit einem Einfall der Franzosen rechnet.
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