Sonntag. Da wir bei Anthony Joyce zum Essen eingeladen waren, mit meiner Frau, meiner Schwester und Mercer bei herrlichem Wetter zu Fuß zur Christuskirche und dort eine dumme Predigt gehört. Von meiner Bank aus sah ich aber einen ganz außerordentlich hübschen kleinen Jungen aus der Waisenschule, mit einem ganz entzückenden Mund.
Anschließend zu Joyce, wo auch sein Bruder William und seine Frau waren und wir ein gutes Essen bekamen. Nur ist mir ihre Gesellschaft nahezu unerträglich und ich wünschte, sie bliebe mir eine Weile erspart. Doch dann lud mich William für diese Woche ein, und als ich sagte, ich könne nicht kommen, fing seine Frau, das arme, unselige Ding, an zu weinen, weil sie sich von mir schlecht behandelt fühlte, und ich mußte versprechen zu kommen.
Anschließend mit meinem Vater nach Gray’s Inn Fields gelaufen und gut zwei Stunden spaziert und verschiedene Dinge besprochen. Zunächst erklärte er, daß das Landgut in Brampton 80l jährlich einbringe, abzüglich 30l Steuern und verschiedener anderer Ausgaben. Ich versicherte, die 30l Steuern zu übernehmen, worüber der arme Mann vor Rührung weinte.
Zu Palls Heiratsplänen sagte er, er sei mit Ensum sehr zufrieden. Ich versprach ihr im Falle einer Hochzeit 500l sowie weitere 100l bei der Geburt des ersten Kindes, und mein Vater erklärte, Ensum solle ihr ein Wittum von zehn Prozent der Mitgift aussetzen. Bis es soweit sei, will ich ihr 10l jährlich geben.
Was meinen jüngeren Bruder John angeht, sagte ich, daß ich ihm nichts schenken, sondern höchstens leihen wolle, da ich noch nicht zufrieden mit ihm sei. Sobald er seinen Abschluß erworben habe, würde ich ihn zu mir bitten, und wenn er zu irgendetwas tauge, ließe sich wohl ein Amt für ihn finden.
Mein Vater war über den Ausgang unseres Gesprächs sehr froh, genau wie ich, weil mir nicht zuviel abverlangt wird. Nachdem wir zum Haus von Anthony Joyce zurückgekehrt waren, lief ich auf der Suche nach einer Kutsche bis zur Neuen Börse, konnte aber nirgends eine auftreiben. Ich ging daraufhin in die Milchschenke und trank drei Gläser Molke, dann wieder die Strand auf und ab, bis ich endlich eine Kutsche fand. Holte meinen Vater, meine Frau, meine Schwester und Mercer bei Joyce ab und fuhr mit ihnen nach Islington, wo wir etwas tranken. Danach unsere übliche Runde über Hackney und wieder zurück. Noch kurz ins Amt gegangen, mit Lady Penn und Peg Penn im Garten geplaudert, dann nach Hause und todmüde zu Bett.
Kein Kommentar zu "Worüber der arme Mann vor Rührung weinte"
Jetzt kommentieren