“Daß ein Buch wie das Tagebuch des Samuel Pepys überhaupt existiert, ist im Grunde ganz unbegreiflich. Ein rares Wunderwerk”    Robert Louis Stevenson



/ HOME >  / AKTUELL >  /pepys >  /Die Männer haben morgen früh bewaffnet anzutreten, Zuwiderhandlungen werden mit dem Tod bestraft

Die Männer haben morgen früh bewaffnet anzutreten, Zuwiderhandlungen werden mit dem Tod bestraft


/ Juni 11th, 2010 | Pepys

11. Juni 1667

Am Morgen weitere Briefe von Sir W. Coventry wegen zusätzlicher Brander und dann mit W. Batten ins Amt. Brouncker kam zu uns. Er will nach Chatham abreisen, da Kommissar Pett ihn darum gebeten hatte. Pett macht sich wegen der Holländer ganz offensichtlich fast in die Hosen und fleht um Hilfe, im Namen Gottes, des Königs und des Königreiches. Brouncker fährt also zum ihm und ebenso Sir J. Mennes, von Gravesend aus. Heute morgen kam ein Brief von Pett, in dem es heißt, daß Sheerness am gestrigen Abend nach einem zwei- oder dreistündigem Kampf habe aufgegeben werden müssen, der Feind habe den Ort in Besitz genommen. Das ist sehr betrüblich und läßt uns für Chatham Schlimmes befürchten. Sir W. Batten und ich fuhren dann mit dem Boot nach Deptford und sprachen mit Sir W. Penn über die Entsendung weiterer Brander. Dann mit W. Batten nach Hause. Ich aß allein zu Mittag – meine Frau und mein Vater hatten schon gegessen. Nach dem Essen ging ich zu Mr. Fenn, und bat ihn, mir gut 100l meines Lohns auszuzahlen, was zu tun W. Hewer mir dringend geraten hatte. W. Hewer nahm das Geld für mich in Empfang und brachte es mir heute abend nach Hause. Dann mit einer Kutsche nach Westminster, zusammen mit Mr. Moore, der zu mir gekommen war. Als ich unterwegs Mercer sah, verabschiedete ich mich von Moore, stieg aus und folgte ihr. Bei St. Paul holte ich sie ein und begleitete sie fast bis zu sich nach Hause. Die Straßen waren sehr staubig. Dort in der Lombard Street sah ich in einer Kutsche Theophila Turner, die bei uns zu Hause gewesen war, um uns zu besuchen, da sie morgen die Stadt verläßt und wieder nach Yorkshire geht. Ich versprach, sie morgen zu besuchen. Dann nach Hause, wo ich mich daran machte, die Brander anzuheuern. Erhielt fast stündlich Briefe von Sir W. Coventry, der immer mehr Brander verlangte. Ich erhielt auch einen Bescheid vom Kronrat, das wir ermächtigt sind, jedes beliebige Schiff zu konfiszieren. Und Sir W. Coventry sagte uns in seinem Brief, daß der König bei einem feindlichen Einfall (und darum handle es sich ja hier) wohl tatsächlich berechtigt sei, Hab und Gut eines jeden seiner Untertanen zu beschlagnahmen. War bis spät abends damit beschäftigt. Dann nach Hause, wo ich mich sehr lange und sehr ernst mit meiner Frau über unsere schlimme Lage unterhielt, auch da wir hörten, wie auf den Straßen die Stadtmiliz zusammengetrommelt wurde. Die Männer haben morgen früh bewaffnet anzutreten, Zuwiderhandlungen werden mit dem Tod bestraft. Sie müssen Kugeln und Pulver mitbringen, und darüber hinaus ausreichend Geld, um sich für zwei Wochen verproviantieren zu können. Wenn man bedenkt, daß alle Soldaten nach Chatham und an andere Orte verlegt wurden, dann scheint es tatsächlich, als sei die City sich selbst überlassen und dem Untergang preisgegeben. Dann nach dem Abendessen sehr besorgt zu Bett. <Heute nachmittag schickte Lord Brounckers Geliebte, Mrs. Williams, nach mir. Ich ging auch hin, aber sie wollte nur hören, was es Neues gebe. Ich hatte wegen der Angelegenheit mit Carkesse schon lange nicht mehr mit ihr gesprochen.>




Kein Kommentar zu "Die Männer haben morgen früh bewaffnet anzutreten, Zuwiderhandlungen werden mit dem Tod bestraft"


Jetzt kommentieren


Name (erforderlich)
E-Mail (erforderlich)