“Daß ein Buch wie das Tagebuch des Samuel Pepys überhaupt existiert, ist im Grunde ganz unbegreiflich. Ein rares Wunderwerk”    Robert Louis Stevenson



/ HOME >  / AKTUELL >  /pepys >  /Und es ärgerte mich, so mir nichts, dir nichts eine unnötige Pflicht aufgebürdet zu bekommen

Und es ärgerte mich, so mir nichts, dir nichts eine unnötige Pflicht aufgebürdet zu bekommen


/ Mai 26th, 2010 | Pepys

26. Mai 1661

Sonntag. Lange im Bett gelegen. Ging dann in unsere Kirche, wo ich seit vielen Wochen nicht mehr gewesen war, und hörte eine gute Predigt. Aß zu Hause nur mit meiner Frau zu Mittag und erfreute mich daran, daß es in meinem Haus allmählich wieder ordentlich aussieht.

Heute hat das gesamte Unterhaus von Dr. Gunning, in St. Margaret, in Westminster, das Sakrament des Abendmahls empfangen.

Am Nachmittag kamen die beiden Sir Williams in die Kirche, wo ein Auswärtiger eine langweilige Predigt hielt. Dann nach Hause, und von dort ins Mitre, wo ich Dr. Burnet traf (den ich noch nie in einem Wirtshaus gesehens habe), außerdem Onkel Wight. Wir saßen beisammen und tranken recht viel. Dann ging ich zu Sir W. Batten, wo ich mich zuletzt etwas rar gemacht hatte, weil mir seine unwirsche Art vor einiger Zeit sauer aufgestoßen war. Ich erfuhr, daß Mrs. Browne, seine Schwester, ein Kind erwartet. Ich soll einer der Paten sein, was ich schlecht ablehnen kann, und es ärgerte mich, so mir nichts, dir nichts eine unnötige Pflicht aufgebürdet zu bekommen. Konnte deshalb nachts kaum schlafen. Aber am nächsten Morgen bedachte ich die Sache in Ruhe und war dann einverstanden.

Sir William Batten erzählte mir von dem Vorfall mit Mr. Prin (der zu den zwei, drei Abgeordneten gehörte, die sich in St. Margaret geweigert hatten, das Sakrament kniend zu empfangen): so habe man ihm aus Versehen den Kelch später noch einmal angeboten, nachdem Dr. Gunning ihm diesen verweigerte hatte, da er nicht bereit war, niederzuknien. Und dann brachte ihm noch jemand anderes noch das Brot gebracht, das er sitzend entgegennahm, was als überaus widersinnig empfunden wurde. Nach Hause und zu Bett.




Kein Kommentar zu "Und es ärgerte mich, so mir nichts, dir nichts eine unnötige Pflicht aufgebürdet zu bekommen"


Jetzt kommentieren


Name (erforderlich)
E-Mail (erforderlich)