Der Doktor und ich wachten sehr vergnügt auf, nur mein Auge war von der gestrigen Verletzung ganz rot und entzündet.
Am Morgen kamen zahllose Leute aus dem Gefolge des Königs an Bord, die mit ihm mitfahren.
Der gnädige Herr, Mr. Crew und andere setzten über ans Ufer, um den König zu begleiten, wenn er ablegt.
Wobei ich (von Sir R. Stayner, der Seine Majestät ins Boot begleitete) hörte, daß Seine Majestät den gnädigen Herrn bei der ersten Begegnung sehr freundlich küßte.
Der König kam mit den zwei Herzögen, der Königin von Böhmen, der Kronprinzessin und dem Prinzen von Oranien an Bord, wobei ich bei ihrer Ankunft dem König, der Königin und der Prinzessin die Hand küßte. Bei den anderen hatte ich es zuvor schon getan. Die Kanonen feuerten unablässig Salut, und zwar absichtlich durcheinander, was besser ist, als wenn es unabsichtlich geschieht.
Den ganzen Tag waren Lords und andere Standespersonen an Bord, so daß das Schiff gedrängt voll war.
Die königliche Gesellschaft aß in großem Staat für sich in der Achterhütte zu Mittag, was ein beglückender Anblick war.
Ich aß mit Dr. Clarke, Dr. Quatermain und Mr. Darcy in meiner Kajüte.
Heute früh kam Mr. Lucy an Bord, und der gnädige Herr schenkte ihm und den königlichen Wachen, die auf einem anderen Schiff waren, drei Dutzend Flaschen Wein. Er versöhnte mich auch wieder mit Mr. Pearse.
Nach dem Essen berieten der König und der Herzog am Achterdeckstisch und änderten die Namen einiger Schiffe: So wurde die Naseby zur Charles, die Richard zur James, die Speaker zur Mary, die Dunbar (die nicht dabei war) zur Henry, die Winsby zur Happy Return, die Wakefield zur Richmond, die Langport zur Henrietta, die Cheriton zur Speedwell, die Bradford zur Success.
Anschließend verabschiedeten sich die Königin, die Kronprinzessin und der Prinz von Oranien vom König, und der Herzog von York ging an Bord der London und der Herzog von Gloucester an Bord der Swiftsure – wonach wir Anker lichteten und mit frischer Brise und bei schönstem Wetter nach England absegelten. Der König lief den ganzen Nachmittag bald hierhin, bald dorthin (was ich nicht von ihm erwartet hätte), sehr lebhaft und rührig.
Auf dem Achterdeck begann er von seiner Flucht aus Worcester zu erzählen, und es trieb mir die Tränen in die Augen, zu hören, welche Mühen er erlitten hatte, wie er vier Tage und drei Nächte zu Fuß unterwegs gewesen war, bei jedem Schritt bis zu den Knien im Schlamm versinkend, mit nichts als einem grünen Mantel und einer Bauernhose bekleidet und einem Paar Bauernschuhe, von denen seine Füße so wund wurden, daß er kaum mehr laufen konnte. Und trotzdem mußte er vor einem Müller und anderen Leuten davonlaufen, die ihn und seinen Begleiter für Räuber hielten.
Und wie er einmal irgendwo an einem Tisch saß und ihn der Hausherr, der ihn seit acht Jahren nicht gesehen hatte, erkannte, das aber geheimhielt, und wie an demselben Tisch jemand saß, der bei Worcester in seinem Regiment gewesen war und ihn nicht erkannte, ihn aber nötigte, auf das Wohl des Königs zu trinken, und sagte, der König sei mindestens vier Fingerbreit größer als der verkleidete Charles Stuart.
An einem anderen Ort zwangen ihn einige Diener des Hauses zum Trinken, zum Beweis, daß er kein puritanischer Stutzkopf sei, was sie felsenfest glaubten.
Als der König an einem anderen Ort in einem Gasthof am Kamin stand, die Hände auf einer Stuhllehne, kniete der Gastwirt nieder und küßte heimlich seine Hand und sagte, er werde ihn nicht fragen, wer er sei, bitte aber für ihn zu Gott, er möge ihn behüten auf all seinen Wegen. Dann die Schwierigkeit, ein Boot nach Frankreich zu bekommen, wobei er gezwungen war, den Schiffer ins Vertrauen zu ziehen, damit dieser sein Vorhaben vor den vier Seeleuten und dem Schiffsjungen verbarg (größer war die Besatzung nicht) und ihn nach Fécamp in Frankreich brachte.
In Rouen sah er so ärmlich aus, daß die Leute, bevor er abreiste, in seine Zimmer gingen, um nachzusehen, ob er nicht das eine oder andere gestohlen habe.* Am frühen Abend ging ich nach oben zum gnädigen Herrn, um Briefe nach England zu schreiben, die wir mit der Nachricht von unserer Ankunft mit Mr. Edward Pickering losschickten. Der König aß allein in der Achterhütte zu Abend. Danach ließ ich eine Mahlzeit kommen, und wir vier aßen wie mittags in meiner Kajüte zu Abend.
Zur Schlafenszeit ließ mich Lord Bartlet (dem ich zuvor meine Dienste angeboten hatte) holen. Er wollte, daß ich ihm ein Bett besorgte, und ich brachte ihn mit viel Mühe im Bett von Lord Middlesex in der unteren großen Kajüte unter. Eine lästige Angelegenheit, und ich war froh, als ich mich wieder zurückziehen konnte.
Dann wieder in meine Kajüte, wo die anderen noch immer von den Fährnissen des Königs erzählten, etwa wie er gezwungen war, ein Stück Brot und Käse aus der Tasche eines armen Jungen zu essen.
Und wie er in einem katholischen Haus gezwungen war, eine Zeitlang in der Kammer eines Priesters zu schlafen, um nicht entdeckt zu werden.
Danach gingen die anderen, und der Doktor und ich gingen zu Bett. Wir haben sämtliche Gesandten des Oberhauses bei uns an Bord und noch viele andere. Die ganze Nacht bei allerschönstem Wetter gesegelt.
* 1680 diktierte der König Pepys die Ereignisse seiner Flucht noch einmal offiziell in die Feder. 1766 brachte Sir David Dalrymple sie als „An Account of the Preservation of King Charles“ heraus; eine neuere Ausgabe erschien 1966 unter dem Titel „Charles II’s Escape“ (hg. von William Matthews).
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