Früh aufgestanden. Dann kam der Flötenlehrer und gab mir ein neues Stück zum Üben, das ich schon bald spielen konnte, und ich denke, ich werde in einem Monat so weit mit dem Flageolett sein, wie ich es mir vorgenommen habe. Ging, nachdem er fort war, in mein Zimmer und erledigte einige dienstliche Angelegenheiten. Fuhr dann mit der Kutsche zum Steueramt und dann zur Westminster Hall. Sprach dort geschäftlich mit verschiedenen Leuten. Hörte dort unter anderem, daß der König gestern die Mitglieder der Schatzamtskommission benannt habe, aber wen genau, wußte niemand mit Sicherheit zu sagen. Auf jeden Fall gehört der Lordkanzler dazu, außerdem die beiden Staatssekretäre und Lord Ashley. Einige nannten auch Sir W. Coventry und Sir J. Duncombe sowie den Herzog von Albemarle, aber da gingen die Meinungen auseinander – in ein, zwei Tagen werden wir Gewißheit haben. Machte mich dann auf den Heimweg. Überholte unterwegs Mr. Commander, den Notar, und lud ihn zu mir in die Kutsche ein. Fuhr mit ihm nach Lincoln’s Inn Fields, um die dortigen Wagenschuppen zu besehen und herauszufinden, wie viel Platz für einen Wagenschuppen und einen Stall erforderlich ist. Dann fuhren wir zu mir nach Hause und aßen zu Mittag, nur zu zweit, denn meiner Frau ging es nicht gut, so daß sie uns keine Gesellschaft leisten konnte. Nach dem Essen gingen er und ich zu Mr. Hyde, um uns noch einmal das Grundstück hinter dem Haus anzusehen. Wir verabredeten uns mit ihm für morgen, damit wir uns gemeinsam einige Ställe ansehen können, denn er ist der Meinung, daß wir weniger Platz brauchen, als wir meinten. Dann wieder nach Hause. Da der Tag ohnehin schon halb herum war und meine Gelübde mir dies auch erlaubte, ging ich zu Fuß aus dem Haus und spazierte durch die Minories-Straße. Sah zum ersten Mal diesen Teil des Tower-Bergs, seit die Häuser dort nach dem Brand abgerissen worden sind. Ich wollte das Haus suchen, in dem der junge Seidenhändler, Finch, mit seiner hübschen kleinen Frau wohnt, der früher in der Lombard Street gewohnt hat. Sah sie dort auch, ging aber nicht zu ihnen. Dann zur Old-Swan-Lane, wo ich Betty Mitchell besuchte, die ich seit der Taufe nicht mehr gesehen hatte. Himmel, wie schön sie ist, und gesund und munter eh und je. Und ihr Kind ist ebenfalls sehr hübsch und wird gewiß einmal ein hübsches Geschöpf werden (was ich ihr auch sagte, um sie zu erfreuen). Von dort mit dem Boot zur Westminster Hall. Spazierte eine Weile mit Sir William Doyly, dem Abgeordneten, auf und ab. Dann fort und zur Wohnung von Mrs. Martin, die vorausgegangen war und dort auf mich wartete. Und dort yo hace was yo vellem cum ihr, und trank etwas. Von dort mit der Kutsche nach Hause (ich vergaß zu erwähnen, daß ich am Vormittag in den Swan am Neuen Palasthof gegangen war, wo ich la kleine fille des Hauses antraf, und als son Onkel hereinkam, sah er, daß sich su Halstuch gelöst hatte, was mir unangenehm war, aber er machte keine große Sache daraus, sondern tat es mit einem Lachen ab). Verbrachte den Abend zu Hause mit meiner Frau flötespielend. Dann zum Abendessen und nach ein wenig Lektüre zu Bett. Meiner Frau geht es wegen einer Erkältung immer noch nicht gut. Überall hört man, daß es um den Friedensvertrag schlecht steht. Der Kapitän von einem der Schiffe, die unsere Gesandten nach Holland gebracht haben, sagte, daß die holländischen Seeleute sich über uns lustig machen, uns englische Hunde nennen und auf die Friedensverhandlungen schimpfen. Auch sollen viele hohe Standespersonen gegen einen Frieden sein, selbst wenn das gemeine Volk, wie er sagt, den Frieden wünsche.
Kein Kommentar zu "Dann fort und zur Wohnung von Mrs. Martin, die vorausgegangen war und dort auf mich wartete"
Jetzt kommentieren