“Daß ein Buch wie das Tagebuch des Samuel Pepys überhaupt existiert, ist im Grunde ganz unbegreiflich. Ein rares Wunderwerk”    Robert Louis Stevenson



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Der gnädige Herr sagte kühl: „Gott sei mit Euch“, was sehr befremdlich war


/ Mai 13th, 2010 | Pepys

13. Mai 1660

Sonntag. Ließ mich morgens rasieren. Danach mit Mr. Shipley in die Kombüse, und es war das erste Mal, daß ich dort war.

Dann aufs Achterdeck, wo die Schneider und Maler daran arbeiteten, Stücke gelben Stoffs in Form einer Krone mit einem C. R. zurechtzuschneidern und sie auf feines Tuch zu nähen und dies wiederum anstelle des Staatswappens in die Flagge, die nach dem Essen fertig war und gehißt wurde – nachdem sie dem gnädigen Herrn gezeigt worden war, der heute ein Abführmittel genommen hatte und in seiner Kajüte blieb. Sie gefiel ihm so gut, daß er mich anwies, den Schneidern dafür 20s zu geben.

Heute morgen trafen wir Sir John Boys und Kapitän Isham auf der Nonsuch, von denen der erste, nachdem er einige Worte mit dem gnädigen Herrn gewechselt hatte, weiterfuhr, der andere blieb bei uns.

Ich hörte von ihnen, daß Mr. Downing nie irgendeine Ergebenheitsadresse an den König gerichtet habe, was man ihm am Hof sehr übel genommen habe, und daß er angeblich beim König in Ungnade gefallen sei und auf einem holländischen Schiff bereits wieder auf dem Weg nach England.

Ferner, daß Mr. Morland diese Woche vom König geadelt worden sei und daß der König offen verkündet habe, warum, nämlich weil er ihm in seiner Zeit als Schreiber beim Staatsseketär Thurloe regelmäßig Nachrichten übermittelt habe.

Am Nachmittag ein Kriegsrat, aber nur, um bekanntzugeben, daß die Harfe aus allen Flaggen entfernt werden müsse, da sie dem König ein Ärgernis sei.

Mr. Cooke kam uns auf der Yarmouth nachgefahren und brachte mir einen Brief von meiner Frau und einen lateinischen Brief von meinem Bruder John. Über beide freute ich mich außerordentlich.

Da wir den ganzen Tag fuhren, gab es keinen Gottesdienst, lediglich ein Abendgebet, in dem Mr. Ibbott für unsere Brüder und Schwestern betete, die leiblichen wie auch die im Geiste.

Wir kamen in Sichtweite der Küste bei Middelburg.

Spät abends schrieben wir Briefe, in denen wir dem König unsere Ankunft meldeten, und Mr. Edw. Pickering überbrachte sie.

Auch Kapitän Isham ging an Land, doch niemand schien ihn zu beachten. Der alte Mann verabschiedete sich daher sehr knapp vom gnädigen Herrn, und der gnädige Herr sagte kühl: „Gott sei mit Euch“, was sehr befremdlich war, aber ich hörte, daß er beim König bereits wieder das große Wort führe und stolz verkünde, welche Kommandos er unter dem gnädigen Herrn gehabt habe &c.

Brachte die Briefe auf den Weg, dann zu Bett.




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