Archiv: / Mai, 2010


So heißt es etwa, sie könne mit ihrem Blick jeden Mann in die Knie zwingen


/ Mai 30th, 2010 | Haffmans Tolkemitt

30. Mai 1667

Aufgestanden und ins Amt und den ganzen Vormittag dort verbracht. Mittags zum Essen nach Hause. Ohne viele Worte hatten meine Frau und ich uns wieder vertragen, wenngleich ich gestern abend sehr w√ľtend war, doch hatte sie gewi√ü auch allen Grund auf mich w√ľtend zu sein. Nach dem Essen ging ich zu Fu√ü zur Akademie der Wissenschaften zum Arundel House. Der Weg war allerdings sehr staubig (sie haben ihre Sitzungen von Mittwoch auf Donnerstag verlegt, was ich erst vor kurzem erfahren hatte, und zwar weil der Kronrat mittwochs tagt, in dem auch einige Mitglieder der Akademie sind und dem K√∂nig ihre Aufwartung machen m√ľssen). Der Saal war erstaunlich voll, denn man erwartete die Herzogin von Newcastle, die den Wunsch ge√§u√üert hatte, zu einem Vortrag eingeladen zu werden. Nach einer langen Debatte hatte man sie auch tats√§chlich eingeladen, obwohl offensichtlich viele Mitglieder dagegen waren, und alles f√ľrchtete nun, da√ü es in der Stadt vor Spottgedichten nur so wimmeln wird. Schlie√ülich kam die Herzogin mit einigen Hofdamen, darunter auch Mrs. Ferrabosco, √ľber die so viel geredet wird, so hei√üt es etwa, sie k√∂nne mit ihrem Blick jeden Mann in die Knie zwingen. Sie ist in der Tat schwarzhaarig und hat sch√∂ne schwarze Augen, aber ansonsten kommt sie mir wie eine ziemlich gew√∂hnliche Frau vor. Sie soll allerdings eine gute S√§ngerin sein. Die Herzogin selbst ist eine recht anmutige Person, aber ihre phantastische Art, sich zu kleiden, und ihr theatralisches Gebaren gefallen mir nicht. Auch was sie sagte, war nicht sehr bemerkenswert, sie wiederholte nur ein ums andere mal, wie wundervoll alles sei. Es wurden ihr einige sehr sch√∂ne Versuche mit Farben, Magneten, mit dem Mikroskop und verschiedenen Fl√ľssigkeiten vorgef√ľhrt. Bei einem wurde vor ihren Augen ein St√ľck Lammbraten in reines Blut verwandelt, was wirklich erstaunlich war. Auch Mr. More aus Cambridge, den ich noch nie zuvor gesehen hatte, war anwesend, was mich sehr freute, und ein h√ľbscher schwarzhaariger Junge lief zwischen den Erwachsenen herum ‚Äď wohl das Kind von jemandem im Arundel House. Nachdem man ihr zahlreiche Versuche vorgef√ľhrt hatte und sie noch rief, wie ‚Äěwundervoll‚Äú alles sei, verlie√ü sie den Saal und wurde von einigen der anwesenden Lords, die sie bereits hereingef√ľhrt hatten, wieder hinausgeleitet ‚Äď darunter Lord George Berkeley und der Graf von Carlisle und auch ein √ľberaus galanter junger Herr, der Herzog von Somerset.

Fuhr, nachdem sie gegangen war, mit der Kutsche nach Hause und war noch lange damit beschäftigt, Briefe zu schreiben. War am Abend dann mit meiner Frau zusammen, sang mit ihr im Garten und hatte dabei viel Freude. Dann nach Hause zum Abendessen und zu Bett.

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Lange im Bett gelegen. Leichte Schmerzen, Blähungen, Koliken.


/ Mai 30th, 2010 | Haffmans Tolkemitt

29. Mai 1665

Lange im Bett gelegen. Leichte Schmerzen, Bl√§hungen, Koliken. Dann aufgestanden und zum Herzog von Albemarle. Anschlie√üend im Swan etwas getrunken und mit der Kutsche nach Hause. √úberall in der City wird der Geburtstag und die Wiedereinsetzung des K√∂nigs gefeiert. Im Amt Simpson, dem Tischler, dabei zugesehen, wie er mehrere kleinere Arbeiten in meiner Amtsstube ausf√ľhrte und einige h√ľbsche Stiche aufh√§ngte, die ich bei Burston in Auftrag gegeben habe. Nach dem Mittagessen fuhren meine Frau, meine Mutter und Mercer mit dem Boot nach Woolwich und ich in einem anderen Boot hinterher. W√§hrend die Frauen noch ein wenig auf dem Flu√ü fuhren, ging ich zu Fu√ü nach Greenwich, konnte dort aber kaum etwas ausrichten und kehrte schon bald wieder zur√ľck. Dann nach Hause zum Abendessen und m√ľde zu Bett. Der Flotte sind zahlreiche Prisen in die H√§nde gefallen. Unsere Handelsschiffe hatten Gl√ľck und sind alle unbeschadet angekommen: die Kohleschiffe aus dem Norden, soeben erst einige Mittelmeerschiffe, und auch die Hamburger Flotte, um die wir uns gro√üe Sorge gemacht hatten, liegt sicher in Hamburg. Unsere Flotte will in ein oder zwei Tagen wieder von Harwich in See stechen.

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/ Mai 28th, 2010 | Tolkemitt

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Himmel, ich brauche nur einmal ohne Mantel zur Börse zu gehen, und schon bekomme ich Schmerzen


/ Mai 28th, 2010 | Haffmans Tolkemitt

28. Mai 1664

War am Morgen ohne Beschwerden, hatte keine Schmerzen oder Bl√§hungen. Dann ins Amt, wo wir Sitzung hatten und viele Anordnungen trafen. Mittags zur B√∂rse und weiter zu Mr. Cutler, denn ich hatte geh√∂rt, da√ü Sir W. Rider bei ihm sei. Als ich ankam, sa√üen sie am Mittagstisch, und ich a√ü mit ihnen. Mr. Cutler sagte, er habe gestern und heute einen leichten Gichtanfall gehabt, was er noch nie zuvor gehabt habe. Das Essen war sehr gut und wir unterhielten uns angeregt. Sir W. Rider √§u√üerte sich sehr besorgt √ľber einen m√∂glichen Krieg gegen die Holl√§nder, und ich teile seine Besorgnis. Von dort wieder zur√ľck und ins Amt. Ging dann mit Mr. Deane zu mir nach Hause, wo er mir erneut das Wesen des Schiffsbaus nahebrachte, sehr zu meiner Zufriedenheit. Ging, nachdem er fort war, noch einmal ins Amt und dann sp√§t abends nach Hause zum Abendessen und zu Bett. Himmel, ich brauche nur einmal ohne Mantel zur B√∂rse zu gehen, und schon bekomme ich Schmerzen und Bl√§hungen. Sie sind erst wieder weggegangen, als ich wieder zu Hause war. Ich wei√ü wirklich nicht, was ich davon halten soll. Aber ich glaube, da√ü es daher kommt, da√ü ich mich an den Beinen verk√ľhlt habe, da ich jetzt so lange daran gew√∂hnt war, einen langen Mantel zu tragen.

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Fr√ľh aufgestanden und im Amt mein Testament in zweifacher Ausfertigung aufgesetzt


/ Mai 27th, 2010 | Haffmans Tolkemitt

27. Mai 1666

Sonntag. Fr√ľh aufgestanden und im Amt mein Testament in zweifacher Ausfertigung aufgesetzt. Darin vermache ich meiner Schwester Pall 500l, meinem Vater und meiner Mutter zusammen 2000l und den Rest meines Verm√∂gens meiner Frau, der nach dem jetzigen Stand 2500l ausmacht.

Noch vor dem Gottesdienst hatte ich alles erledigt, dann nach Hause und mit meiner Frau zur Kirche. Zu Hause in Gesellschaft von Onkel und Tante Wight, Onkel Norbury und Mr. Shipley zu Mittag gegessen. Das Essen war vorz√ľglich, und alle waren sehr vergn√ľgt. Nach dem Essen trennten wir uns, und ich fuhr mit dem Boot nach Westminster zu Mrs. Martin und verbrachte ein, zwei Stunden mit ihr, ihrem Mann und der sch√∂nen Mrs. Burrows. Dann eine Weile in den Swan und von dort mit dem Boot nach Hause. Unternahm noch einen Ausflug mit meiner Frau im Boot bis nach Greenwich. Dann zur√ľck, zu Abend gegessen und sehr zufrieden zu Bett.

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Und es √§rgerte mich, so mir nichts, dir nichts eine unn√∂tige Pflicht aufgeb√ľrdet zu bekommen


/ Mai 26th, 2010 | Haffmans Tolkemitt

26. Mai 1661

Sonntag. Lange im Bett gelegen. Ging dann in unsere Kirche, wo ich seit vielen Wochen nicht mehr gewesen war, und hörte eine gute Predigt. Aß zu Hause nur mit meiner Frau zu Mittag und erfreute mich daran, daß es in meinem Haus allmählich wieder ordentlich aussieht.

Heute hat das gesamte Unterhaus von Dr. Gunning, in St. Margaret, in Westminster, das Sakrament des Abendmahls empfangen.

Am Nachmittag kamen die beiden Sir Williams in die Kirche, wo ein Ausw√§rtiger eine langweilige Predigt hielt. Dann nach Hause, und von dort ins Mitre, wo ich Dr. Burnet traf (den ich noch nie in einem Wirtshaus gesehens habe), au√üerdem Onkel Wight. Wir sa√üen beisammen und tranken recht viel. Dann ging ich zu Sir W. Batten, wo ich mich zuletzt etwas rar gemacht hatte, weil mir seine unwirsche Art vor einiger Zeit sauer aufgesto√üen war. Ich erfuhr, da√ü Mrs. Browne, seine Schwester, ein Kind erwartet. Ich soll einer der Paten sein, was ich schlecht ablehnen kann, und es √§rgerte mich, so mir nichts, dir nichts eine unn√∂tige Pflicht aufgeb√ľrdet zu bekommen. Konnte deshalb nachts kaum schlafen. Aber am n√§chsten Morgen bedachte ich die Sache in Ruhe und war dann einverstanden.

Sir William Batten erz√§hlte mir von dem Vorfall mit Mr. Prin (der zu den zwei, drei Abgeordneten geh√∂rte, die sich in St. Margaret geweigert hatten, das Sakrament kniend zu empfangen): so habe man ihm aus Versehen den Kelch sp√§ter noch einmal angeboten, nachdem Dr. Gunning ihm diesen verweigerte hatte, da er nicht bereit war, niederzuknien. Und dann brachte ihm noch jemand anderes noch das Brot gebracht, das er sitzend entgegennahm, was als √ľberaus widersinnig empfunden wurde. Nach Hause und zu Bett.

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Zum Magdalenenkollegium und dort ganz inkognito in die Kantine, wo ich reichlich Bier trank, wohl das beste, das ich je getrunken habe


/ Mai 25th, 2010 | Haffmans Tolkemitt

25. Mai 1668

Wachte fr√ľh auf und lag lange im Bett, hacendo doz vezes con mi mujer con grando Vergn√ľgen f√ľr mich und ella. Danach unterhielten wir uns und standen dann auf, denn es war der erste halbwegs sch√∂ne Tag seit l√§ngerer Zeit. Ich ging dann mit meinem Vater im Garten spazieren und wir besprachen, was mit ihm und dem Haus geschehen soll, wenn Pall und ihr Mann wegziehen. Am besten w√§re es, man verpachtet das Haus und er geht mit ihnen, obwohl ich dagegen bin, da√ü es zu lange verpachtet wird, denn ich w√ľrde es gern als Ruhesitz nutzen. Sp√§ter besuchte mich Mr. Cooke, und ich verbrachte den Vormittag mit ihm. Als er fort war, a√üen wir um 12 Uhr mit Mr. Shipley zu Mittag und waren sehr vergn√ľgt. Zwischen meiner Frau und den anderen herrscht ganz offensichtlich gute Stimmung. Danach versprach ich, sie in zwei Wochen abzuholen, und wir ritten mit den Frauen und meinem Vater zu M√ľtterchen Gorhams Schenke und tranken dort etwas und waren sehr fr√∂hlich. Dann nahm ich Abschied und ritt mit meinem Burschen ans Ende von Huntington, zusammen mit meinem Bruder und meinem Schwager sowie einem gewissen Browne als F√ľhrer, den sie zum Spa√ü ‚ÄúOberst‚ÄĚ nannten, und auch Mr. Shipley kam, au√üerdem ein weiterer Herr, der sich uns ganz zuf√§llig anschlo√ü, ein gewisser Mr. Castle. Im Exchequer gab ich noch eine Runde aus und sah dort den Schankwirt Tom, der schon da war, als ich klein war. Dann verabschiedete ich mich von Shipley und dem anderen Herrn, und wir ritten los und kamen gegen 7 in Cambridge bei der Rose an, denn die Stra√üen standen nicht mehr so unter Wasser wie noch kurz zuvor. Ich stieg ab und ging mit meinem Bruder, meinem Schwager und meinem Burschen Tom zum Magdalenenkollegium und dort ganz inkognito in die Kantine, wo ich reichlich Bier trank, wohl das beste, das ich je getrunken habe. Au√üerdem konnte ich den Diener des Verwalters ein wenig ausfragen, √ľber das Kollegium und seine Mitglieder ‚Äď er war der Sohn von Mutter Mulliner, die gegen√ľber vom Kollegium wohnte, wo wir immer eingekochte Pflaumen gekauft hatten. Es sind nur noch wenige von fr√ľher da, ich glaube nur Mr. Hollins und Mr. Peachell. Ich freute mich aber sehr, alles wiederzusehen und mit jemandem von fr√ľher plaudern zu k√∂nnen. Dann gab ich ihm ein Trinkgeld und ging nach Chesterton, um unseren alten Spazierweg zu sehen. Dort ging ich in die Kirche, w√§hrend die Glocken l√§uteten, und sah meinen alten Platz. An der F√§hre setzte ich √ľber und ging vergn√ľgt spazieren. Der Flu√ü stand bei der Barnwell-Abtei sehr hoch. Beim Jesuskollegium kam ich in die Stadt zur√ľck, ging zu unserem Gasthof und a√ü dort zu Abend. Dann sehr m√ľde zu Bett, aber sehr zufrieden mit dem Abendspaziergang.

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Wie er während der Predigt meiner Frau verstohlene Blicke zuwarf, die sie erwiderte


/ Mai 25th, 2010 | Haffmans Tolkemitt

24. Mai 1663

Sonntag.¬†Nachdem ich gestern abend eine von Mr. Holliers Pillen eingenommen hatte, an diesem Morgen mehrmals Stuhlgang gehabt. Ging daher nicht in den Gottesdienst, sondern blieb zu Hause und ordnete meine Unterlagen den Rechtsstreit mit T. Trice betreffend. Als mir meine Frau beim Mittagessen erz√§hlte, in Begleitung von Peg Penn sei heute morgen im Gottesdienst eine h√ľbsche Dame gewesen, bekam ich pl√∂tzlich doch Lust, in die Kirche zu gehen, um sie in Augenschein zu nehmen, und tats√§chlich ‚Äď sie war sehr sch√∂n. Auf der Empore gegen√ľber erblickte ich allerdings Pembleton und sah, wie er w√§hrend der Predigt meiner Frau verstohlene Blicke zuwarf, die sie erwiderte ‚Äď ich lie√ü mir aber nichts anmerken. Beim Hinausgehen knickste sie gar vor ihm, ohne sich um mich zu k√ľmmern. Wenn man bedenkt, wie sehr ihr an den letzten beiden Sonntagen daran gelegen war, sowohl vor- wie nachmittags in die Kirche zu gehen, dann k√∂nnte man wirklich argw√∂hnen, da√ü da mehr zwischen ihnen ist, wenn ich auch nicht gleich vom Schlimmsten ausgehen will. Aber die Sache macht mich ratlos, und ich verfluche den Tag, da ich mein Einverst√§ndnis zu den Tanzstunden gegeben habe, ja, da√ü ich den Unterricht sogar noch um einen Monat verl√§ngert habe, worauf sie gar nicht bestanden h√§tte, und das, nachdem ich von ihrem Gebaren bereits mehr als genug hatte. Aber ich mu√ü mich in Geduld √ľben. Ich werde sie aufs Land schicken oder zumindest dem Tanzunterricht so bald wie m√∂glich ein Ende bereiten. Nach der Predigt mit Sir J. Mennes zu Sir W. Penn, um zu besprechen, was wir heute abend Mr. Coventry zur Antwort geben sollten. Dann nach Hause und mit meiner Frau und Ashwell im Garten spaziert. Wir sprachen dar√ľber, wer wohl die sch√∂ne Dame sein mochte, die in Begleitung von Mrs. Penn war ‚Äď vielleicht ihre Gesellschafterin, allerdings sa√ü sie mit ihr in der Kirchenbank, was ihr Vater einer Bedienten wohl nicht erlauben w√ľrde.

Dann nach Hause. Las meiner Frau einige Fabeln aus Ogilbys ‚ÄĚ√Ąsop‚ÄĚ vor. Dann zum Abendessen, gebetet und zu Bett ‚Äď heute abend sprach meine Frau davon, sich Kleider f√ľr ihren Aufenthalt auf dem Land schneidern zu lassen. Ich tat, als sei ich dagegen, und behauptet, das sei zu teuer, aber im Grunde bin ich froh ‚Äď wenn sie auf dem Land ist, sieht sie diesen Kerl nicht mehr, und ich kann mich endlich wieder mehr um meine Gesch√§fte k√ľmmern. Gebetet und zu Bett.

Susan ist, seit sie zuletzt bei uns war, entweder wirr im Geiste geworden oder eine Trinkerin, denn sie ist mehrmals am Tag in die Schenke gegangen, ohne meine Frau um Erlaubnis zu fragen. Heute hat sie offenbar vor 5 Uhr fr√ľh Griffith, unseren Pf√∂rtner, aus dem Bett gescheucht, damit er sie hinausl√§√üt. Sie sagte, sie wolle in die Schenke ‚Äď angeblich um sich aufzuw√§rmen. Meine Frau ist dar√ľber mit ihr in Streit geraten und hat sie daraufhin hinausgeworfen. Also ist das nichtsnutzige Frauenzimmer gegangen. Nahm auch heute abend wieder eine Pille.

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Und es trieb mir die Tr√§nen in die Augen, zu h√∂ren, welche M√ľhen er erlitten hatte


/ Mai 23rd, 2010 | Haffmans Tolkemitt

23. Mai 1660

Der Doktor und ich wachten sehr vergn√ľgt auf, nur mein Auge war von der gestrigen Verletzung ganz rot und entz√ľndet.

Am Morgen kamen zahllose Leute aus dem Gefolge des Königs an Bord, die mit ihm mitfahren.

Der gn√§dige Herr, Mr. Crew und andere setzten √ľber ans Ufer, um den K√∂nig zu begleiten, wenn er ablegt.

Wobei ich (von Sir R. Stayner, der Seine Majest√§t ins Boot begleitete) h√∂rte, da√ü Seine Majest√§t den gn√§digen Herrn bei der ersten Begegnung sehr freundlich k√ľ√üte.

Der K√∂nig kam mit den zwei Herz√∂gen, der K√∂nigin von B√∂hmen, der Kronprinzessin und dem Prinzen von Oranien an Bord, wobei ich bei ihrer Ankunft dem K√∂nig, der K√∂nigin und der Prinzessin die Hand k√ľ√üte. Bei den anderen hatte ich es zuvor schon getan. Die Kanonen feuerten unabl√§ssig Salut, und zwar absichtlich durcheinander, was besser ist, als wenn es unabsichtlich geschieht.

Den ganzen Tag waren Lords und andere Standespersonen an Bord, so daß das Schiff gedrängt voll war.

Die k√∂nigliche Gesellschaft a√ü in gro√üem Staat f√ľr sich in der Achterh√ľtte zu Mittag, was ein begl√ľckender Anblick war.

Ich a√ü mit Dr. Clarke, Dr. Quatermain und Mr. Darcy in meiner Kaj√ľte.

Heute fr√ľh kam Mr. Lucy an Bord, und der gn√§dige Herr schenkte ihm und den k√∂niglichen Wachen, die auf einem anderen Schiff waren, drei Dutzend Flaschen Wein. Er vers√∂hnte mich auch wieder mit Mr. Pearse.

Nach dem Essen berieten der König und der Herzog am Achterdeckstisch und änderten die Namen einiger Schiffe: So wurde die Naseby zur Charles, die Richard zur James, die Speaker zur Mary, die Dunbar (die nicht dabei war) zur Henry, die Winsby zur Happy Return, die Wakefield zur Richmond, die Langport zur Henrietta, die Cheriton zur Speedwell, die Bradford zur Success.

Anschlie√üend verabschiedeten sich die K√∂nigin, die Kronprinzessin und der Prinz von Oranien vom K√∂nig, und der Herzog von York ging an Bord der London und der Herzog von Gloucester an Bord der Swiftsure ‚Äď wonach wir Anker lichteten und mit frischer Brise und bei sch√∂nstem Wetter nach England absegelten. Der K√∂nig lief den ganzen Nachmittag bald hierhin, bald dorthin (was ich nicht von ihm erwartet h√§tte), sehr lebhaft und r√ľhrig.

Auf dem Achterdeck begann er von seiner Flucht aus Worcester zu erz√§hlen, und es trieb mir die Tr√§nen in die Augen, zu h√∂ren, welche M√ľhen er erlitten hatte, wie er vier Tage und drei N√§chte zu Fu√ü unterwegs gewesen war, bei jedem Schritt bis zu den Knien im Schlamm versinkend, mit nichts als einem gr√ľnen Mantel und einer Bauernhose bekleidet und einem Paar Bauernschuhe, von denen seine F√ľ√üe so wund wurden, da√ü er kaum mehr laufen konnte.¬†Und trotzdem mu√üte er vor einem M√ľller und anderen Leuten davonlaufen, die ihn und seinen Begleiter f√ľr R√§uber hielten.

Und wie er einmal irgendwo an einem Tisch saß und ihn der Hausherr, der ihn seit acht Jahren nicht gesehen hatte, erkannte, das aber geheimhielt, und wie an demselben Tisch jemand saß, der bei Worcester in seinem Regiment gewesen war und ihn nicht erkannte, ihn aber nötigte, auf das Wohl des Königs zu trinken, und sagte, der König sei mindestens vier Fingerbreit größer als der verkleidete Charles Stuart.

An einem anderen Ort zwangen ihn einige Diener des Hauses zum Trinken, zum Beweis, daß er kein puritanischer Stutzkopf sei, was sie felsenfest glaubten.

Als der K√∂nig an einem anderen Ort in einem Gasthof am Kamin stand, die H√§nde auf einer Stuhllehne, kniete der Gastwirt nieder und k√ľ√üte heimlich seine Hand und sagte, er werde ihn nicht fragen, wer er sei, bitte aber f√ľr ihn zu Gott, er m√∂ge ihn beh√ľten auf all seinen Wegen. Dann die Schwierigkeit, ein Boot nach Frankreich zu bekommen, wobei er gezwungen war, den Schiffer ins Vertrauen zu ziehen, damit dieser sein Vorhaben vor den vier Seeleuten und dem Schiffsjungen verbarg (gr√∂√üer war die Besatzung nicht) und ihn nach F√©camp in Frankreich brachte.

In Rouen sah er so √§rmlich aus, da√ü die Leute, bevor er abreiste, in seine Zimmer gingen, um nachzusehen, ob er nicht das eine oder andere gestohlen habe.*¬†Am fr√ľhen Abend ging ich nach oben zum gn√§digen Herrn, um Briefe nach England zu schreiben, die wir mit der Nachricht von unserer Ankunft mit Mr. Edward Pickering losschickten. Der K√∂nig a√ü allein in der Achterh√ľtte zu Abend. Danach lie√ü ich eine Mahlzeit kommen, und wir vier a√üen wie mittags in meiner Kaj√ľte zu Abend.

Zur Schlafenszeit lie√ü mich Lord Bartlet (dem ich zuvor meine Dienste angeboten hatte) holen. Er wollte, da√ü ich ihm ein Bett besorgte, und ich brachte ihn mit viel M√ľhe im Bett von Lord Middlesex in der unteren gro√üen Kaj√ľte unter. Eine l√§stige Angelegenheit, und ich war froh, als ich mich wieder zur√ľckziehen konnte.

Dann wieder in meine Kaj√ľte, wo die anderen noch immer von den F√§hrnissen des K√∂nigs erz√§hlten, etwa wie er gezwungen war, ein St√ľck Brot und K√§se aus der Tasche eines armen Jungen zu essen.

Und wie er in einem katholischen Haus gezwungen war, eine Zeitlang in der Kammer eines Priesters zu schlafen, um nicht entdeckt zu werden.

Danach gingen die anderen, und der Doktor und ich gingen zu Bett. Wir haben sämtliche Gesandten des Oberhauses bei uns an Bord und noch viele andere. Die ganze Nacht bei allerschönstem Wetter gesegelt.

* 1680 diktierte der K√∂nig Pepys die Ereignisse seiner Flucht noch einmal offiziell in die Feder. 1766 brachte Sir David Dalrymple sie als ‚ÄěAn Account of the Preservation of King Charles‚Äú heraus; eine neuere Ausgabe erschien 1966 unter dem Titel ‚ÄěCharles II‚Äôs Escape‚Äú (hg. von William Matthews).

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Er hatte auch jedem von uns Sardellen, Oliven und Muskat geschickt, aber ich wußte nicht, was das ist, und schäme mich, zu fragen.


/ Mai 22nd, 2010 | Haffmans Tolkemitt

22. Mai 1662

Heute morgen kam eine Anordnung von Staatssekret√§r Nicholas, ich solle einem Mr. Lee, einem Rechtsanwalt, s√§mtliche Unterlagen zur Verf√ľgung stellen, die aus der j√ľngsten Vergangenheit von Sir H. Vane stammen, als dieser K√§mmerer der Flotte war, sie sollen der Anklageerhebung dienen. Ich legte sie ihm vor und er machte sich an die Durchsicht. Am Mittag a√ü er mit mir sowie Sir W. Penn und dessen Tochter. Danach ging er wieder an seine Arbeit, w√§hrend wir mit der Kutsche ins Theater fuhren und ‚ÄěLove in a Maze‚Äú*¬†sahen. Das St√ľck ist nicht besonders gut, nur Lacy, in der Rolle des Bauern, war bewunderungsw√ľrdig. A√ü zu Abend bei Sir W. Penn, wohin auch Sir W. Batten und Hauptmann Cocke kamen, den ich in letzter Zeit kaum gesehen habe. Heute abend hatte jeder von uns einen Brief von Kapit√§n Teddeman von der Mittelmeerflotte erhalten, der von einem Frieden zu g√ľnstigen Bedingungen berichtet, den Sir J. Lawson mit den Algeriern schlie√üen konnte. Das sind ganz ausgezeichnete Nachrichten. Er hatte auch jedem von uns Sardellen, Oliven und Muskat geschickt, aber ich wu√üte nicht, was das ist, und sch√§me mich, zu fragen.

Nach dem Essen nach Hause und zu Bett. Fa√üte den Entschlu√ü, am Ende dieser Woche Theater und andere Vergn√ľgungen erst einmal wieder zu meiden und mich ab n√§chster Woche wieder verst√§rkt den dienstlichen Pflichten zu widmen.

*‚ÄěThe Changes, or Love in a Maze‚Äú, Kom√∂die von Shirley.

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