Aufgestanden und ins Amt und den ganzen Vormittag dort verbracht. Mittags zum Essen nach Hause. Ohne viele Worte hatten meine Frau und ich uns wieder vertragen, wenngleich ich gestern abend sehr wütend war, doch hatte sie gewiß auch allen Grund auf mich wütend zu sein. Nach dem Essen ging ich zu Fuß zur Akademie der Wissenschaften zum Arundel House. Der Weg war allerdings sehr staubig (sie haben ihre Sitzungen von Mittwoch auf Donnerstag verlegt, was ich erst vor kurzem erfahren hatte, und zwar weil der Kronrat mittwochs tagt, in dem auch einige Mitglieder der Akademie sind und dem König ihre Aufwartung machen müssen). Der Saal war erstaunlich voll, denn man erwartete die Herzogin von Newcastle, die den Wunsch geäußert hatte, zu einem Vortrag eingeladen zu werden. Nach einer langen Debatte hatte man sie auch tatsächlich eingeladen, obwohl offensichtlich viele Mitglieder dagegen waren, und alles fürchtete nun, daß es in der Stadt vor Spottgedichten nur so wimmeln wird. Schließlich kam die Herzogin mit einigen Hofdamen, darunter auch Mrs. Ferrabosco, über die so viel geredet wird, so heißt es etwa, sie könne mit ihrem Blick jeden Mann in die Knie zwingen. Sie ist in der Tat schwarzhaarig und hat schöne schwarze Augen, aber ansonsten kommt sie mir wie eine ziemlich gewöhnliche Frau vor. Sie soll allerdings eine gute Sängerin sein. Die Herzogin selbst ist eine recht anmutige Person, aber ihre phantastische Art, sich zu kleiden, und ihr theatralisches Gebaren gefallen mir nicht. Auch was sie sagte, war nicht sehr bemerkenswert, sie wiederholte nur ein ums andere mal, wie wundervoll alles sei. Es wurden ihr einige sehr schöne Versuche mit Farben, Magneten, mit dem Mikroskop und verschiedenen Flüssigkeiten vorgeführt. Bei einem wurde vor ihren Augen ein Stück Lammbraten in reines Blut verwandelt, was wirklich erstaunlich war. Auch Mr. More aus Cambridge, den ich noch nie zuvor gesehen hatte, war anwesend, was mich sehr freute, und ein hübscher schwarzhaariger Junge lief zwischen den Erwachsenen herum – wohl das Kind von jemandem im Arundel House. Nachdem man ihr zahlreiche Versuche vorgeführt hatte und sie noch rief, wie „wundervoll“ alles sei, verließ sie den Saal und wurde von einigen der anwesenden Lords, die sie bereits hereingeführt hatten, wieder hinausgeleitet – darunter Lord George Berkeley und der Graf von Carlisle und auch ein überaus galanter junger Herr, der Herzog von Somerset.
Fuhr, nachdem sie gegangen war, mit der Kutsche nach Hause und war noch lange damit beschäftigt, Briefe zu schreiben. War am Abend dann mit meiner Frau zusammen, sang mit ihr im Garten und hatte dabei viel Freude. Dann nach Hause zum Abendessen und zu Bett.
Lange im Bett gelegen. Leichte Schmerzen, Blähungen, Koliken. Dann aufgestanden und zum Herzog von Albemarle. Anschließend im Swan etwas getrunken und mit der Kutsche nach Hause. Überall in der City wird der Geburtstag und die Wiedereinsetzung des Königs gefeiert. Im Amt Simpson, dem Tischler, dabei zugesehen, wie er mehrere kleinere Arbeiten in meiner Amtsstube ausführte und einige hübsche Stiche aufhängte, die ich bei Burston in Auftrag gegeben habe. Nach dem Mittagessen fuhren meine Frau, meine Mutter und Mercer mit dem Boot nach Woolwich und ich in einem anderen Boot hinterher. Während die Frauen noch ein wenig auf dem Fluß fuhren, ging ich zu Fuß nach Greenwich, konnte dort aber kaum etwas ausrichten und kehrte schon bald wieder zurück. Dann nach Hause zum Abendessen und müde zu Bett. Der Flotte sind zahlreiche Prisen in die Hände gefallen. Unsere Handelsschiffe hatten Glück und sind alle unbeschadet angekommen: die Kohleschiffe aus dem Norden, soeben erst einige Mittelmeerschiffe, und auch die Hamburger Flotte, um die wir uns große Sorge gemacht hatten, liegt sicher in Hamburg. Unsere Flotte will in ein oder zwei Tagen wieder von Harwich in See stechen.
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/ WeiterlesenWar am Morgen ohne Beschwerden, hatte keine Schmerzen oder Blähungen. Dann ins Amt, wo wir Sitzung hatten und viele Anordnungen trafen. Mittags zur Börse und weiter zu Mr. Cutler, denn ich hatte gehört, daß Sir W. Rider bei ihm sei. Als ich ankam, saßen sie am Mittagstisch, und ich aß mit ihnen. Mr. Cutler sagte, er habe gestern und heute einen leichten Gichtanfall gehabt, was er noch nie zuvor gehabt habe. Das Essen war sehr gut und wir unterhielten uns angeregt. Sir W. Rider äußerte sich sehr besorgt über einen möglichen Krieg gegen die Holländer, und ich teile seine Besorgnis. Von dort wieder zurück und ins Amt. Ging dann mit Mr. Deane zu mir nach Hause, wo er mir erneut das Wesen des Schiffsbaus nahebrachte, sehr zu meiner Zufriedenheit. Ging, nachdem er fort war, noch einmal ins Amt und dann spät abends nach Hause zum Abendessen und zu Bett. Himmel, ich brauche nur einmal ohne Mantel zur Börse zu gehen, und schon bekomme ich Schmerzen und Blähungen. Sie sind erst wieder weggegangen, als ich wieder zu Hause war. Ich weiß wirklich nicht, was ich davon halten soll. Aber ich glaube, daß es daher kommt, daß ich mich an den Beinen verkühlt habe, da ich jetzt so lange daran gewöhnt war, einen langen Mantel zu tragen.
/ WeiterlesenSonntag. Früh aufgestanden und im Amt mein Testament in zweifacher Ausfertigung aufgesetzt. Darin vermache ich meiner Schwester Pall 500l, meinem Vater und meiner Mutter zusammen 2000l und den Rest meines Vermögens meiner Frau, der nach dem jetzigen Stand 2500l ausmacht.
Noch vor dem Gottesdienst hatte ich alles erledigt, dann nach Hause und mit meiner Frau zur Kirche. Zu Hause in Gesellschaft von Onkel und Tante Wight, Onkel Norbury und Mr. Shipley zu Mittag gegessen. Das Essen war vorzüglich, und alle waren sehr vergnügt. Nach dem Essen trennten wir uns, und ich fuhr mit dem Boot nach Westminster zu Mrs. Martin und verbrachte ein, zwei Stunden mit ihr, ihrem Mann und der schönen Mrs. Burrows. Dann eine Weile in den Swan und von dort mit dem Boot nach Hause. Unternahm noch einen Ausflug mit meiner Frau im Boot bis nach Greenwich. Dann zurück, zu Abend gegessen und sehr zufrieden zu Bett.
/ WeiterlesenSonntag. Lange im Bett gelegen. Ging dann in unsere Kirche, wo ich seit vielen Wochen nicht mehr gewesen war, und hörte eine gute Predigt. Aß zu Hause nur mit meiner Frau zu Mittag und erfreute mich daran, daß es in meinem Haus allmählich wieder ordentlich aussieht.
Heute hat das gesamte Unterhaus von Dr. Gunning, in St. Margaret, in Westminster, das Sakrament des Abendmahls empfangen.
Am Nachmittag kamen die beiden Sir Williams in die Kirche, wo ein Auswärtiger eine langweilige Predigt hielt. Dann nach Hause, und von dort ins Mitre, wo ich Dr. Burnet traf (den ich noch nie in einem Wirtshaus gesehens habe), außerdem Onkel Wight. Wir saßen beisammen und tranken recht viel. Dann ging ich zu Sir W. Batten, wo ich mich zuletzt etwas rar gemacht hatte, weil mir seine unwirsche Art vor einiger Zeit sauer aufgestoßen war. Ich erfuhr, daß Mrs. Browne, seine Schwester, ein Kind erwartet. Ich soll einer der Paten sein, was ich schlecht ablehnen kann, und es ärgerte mich, so mir nichts, dir nichts eine unnötige Pflicht aufgebürdet zu bekommen. Konnte deshalb nachts kaum schlafen. Aber am nächsten Morgen bedachte ich die Sache in Ruhe und war dann einverstanden.
Sir William Batten erzählte mir von dem Vorfall mit Mr. Prin (der zu den zwei, drei Abgeordneten gehörte, die sich in St. Margaret geweigert hatten, das Sakrament kniend zu empfangen): so habe man ihm aus Versehen den Kelch später noch einmal angeboten, nachdem Dr. Gunning ihm diesen verweigerte hatte, da er nicht bereit war, niederzuknien. Und dann brachte ihm noch jemand anderes noch das Brot gebracht, das er sitzend entgegennahm, was als überaus widersinnig empfunden wurde. Nach Hause und zu Bett.
/ WeiterlesenWachte früh auf und lag lange im Bett, hacendo doz vezes con mi mujer con grando Vergnügen für mich und ella. Danach unterhielten wir uns und standen dann auf, denn es war der erste halbwegs schöne Tag seit längerer Zeit. Ich ging dann mit meinem Vater im Garten spazieren und wir besprachen, was mit ihm und dem Haus geschehen soll, wenn Pall und ihr Mann wegziehen. Am besten wäre es, man verpachtet das Haus und er geht mit ihnen, obwohl ich dagegen bin, daß es zu lange verpachtet wird, denn ich würde es gern als Ruhesitz nutzen. Später besuchte mich Mr. Cooke, und ich verbrachte den Vormittag mit ihm. Als er fort war, aßen wir um 12 Uhr mit Mr. Shipley zu Mittag und waren sehr vergnügt. Zwischen meiner Frau und den anderen herrscht ganz offensichtlich gute Stimmung. Danach versprach ich, sie in zwei Wochen abzuholen, und wir ritten mit den Frauen und meinem Vater zu Mütterchen Gorhams Schenke und tranken dort etwas und waren sehr fröhlich. Dann nahm ich Abschied und ritt mit meinem Burschen ans Ende von Huntington, zusammen mit meinem Bruder und meinem Schwager sowie einem gewissen Browne als Führer, den sie zum Spaß “Oberst” nannten, und auch Mr. Shipley kam, außerdem ein weiterer Herr, der sich uns ganz zufällig anschloß, ein gewisser Mr. Castle. Im Exchequer gab ich noch eine Runde aus und sah dort den Schankwirt Tom, der schon da war, als ich klein war. Dann verabschiedete ich mich von Shipley und dem anderen Herrn, und wir ritten los und kamen gegen 7 in Cambridge bei der Rose an, denn die Straßen standen nicht mehr so unter Wasser wie noch kurz zuvor. Ich stieg ab und ging mit meinem Bruder, meinem Schwager und meinem Burschen Tom zum Magdalenenkollegium und dort ganz inkognito in die Kantine, wo ich reichlich Bier trank, wohl das beste, das ich je getrunken habe. Außerdem konnte ich den Diener des Verwalters ein wenig ausfragen, über das Kollegium und seine Mitglieder – er war der Sohn von Mutter Mulliner, die gegenüber vom Kollegium wohnte, wo wir immer eingekochte Pflaumen gekauft hatten. Es sind nur noch wenige von früher da, ich glaube nur Mr. Hollins und Mr. Peachell. Ich freute mich aber sehr, alles wiederzusehen und mit jemandem von früher plaudern zu können. Dann gab ich ihm ein Trinkgeld und ging nach Chesterton, um unseren alten Spazierweg zu sehen. Dort ging ich in die Kirche, während die Glocken läuteten, und sah meinen alten Platz. An der Fähre setzte ich über und ging vergnügt spazieren. Der Fluß stand bei der Barnwell-Abtei sehr hoch. Beim Jesuskollegium kam ich in die Stadt zurück, ging zu unserem Gasthof und aß dort zu Abend. Dann sehr müde zu Bett, aber sehr zufrieden mit dem Abendspaziergang.
/ WeiterlesenSonntag. Nachdem ich gestern abend eine von Mr. Holliers Pillen eingenommen hatte, an diesem Morgen mehrmals Stuhlgang gehabt. Ging daher nicht in den Gottesdienst, sondern blieb zu Hause und ordnete meine Unterlagen den Rechtsstreit mit T. Trice betreffend. Als mir meine Frau beim Mittagessen erzählte, in Begleitung von Peg Penn sei heute morgen im Gottesdienst eine hübsche Dame gewesen, bekam ich plötzlich doch Lust, in die Kirche zu gehen, um sie in Augenschein zu nehmen, und tatsächlich – sie war sehr schön. Auf der Empore gegenüber erblickte ich allerdings Pembleton und sah, wie er während der Predigt meiner Frau verstohlene Blicke zuwarf, die sie erwiderte – ich ließ mir aber nichts anmerken. Beim Hinausgehen knickste sie gar vor ihm, ohne sich um mich zu kümmern. Wenn man bedenkt, wie sehr ihr an den letzten beiden Sonntagen daran gelegen war, sowohl vor- wie nachmittags in die Kirche zu gehen, dann könnte man wirklich argwöhnen, daß da mehr zwischen ihnen ist, wenn ich auch nicht gleich vom Schlimmsten ausgehen will. Aber die Sache macht mich ratlos, und ich verfluche den Tag, da ich mein Einverständnis zu den Tanzstunden gegeben habe, ja, daß ich den Unterricht sogar noch um einen Monat verlängert habe, worauf sie gar nicht bestanden hätte, und das, nachdem ich von ihrem Gebaren bereits mehr als genug hatte. Aber ich muß mich in Geduld üben. Ich werde sie aufs Land schicken oder zumindest dem Tanzunterricht so bald wie möglich ein Ende bereiten. Nach der Predigt mit Sir J. Mennes zu Sir W. Penn, um zu besprechen, was wir heute abend Mr. Coventry zur Antwort geben sollten. Dann nach Hause und mit meiner Frau und Ashwell im Garten spaziert. Wir sprachen darüber, wer wohl die schöne Dame sein mochte, die in Begleitung von Mrs. Penn war – vielleicht ihre Gesellschafterin, allerdings saß sie mit ihr in der Kirchenbank, was ihr Vater einer Bedienten wohl nicht erlauben würde.
Dann nach Hause. Las meiner Frau einige Fabeln aus Ogilbys ”Äsop” vor. Dann zum Abendessen, gebetet und zu Bett – heute abend sprach meine Frau davon, sich Kleider für ihren Aufenthalt auf dem Land schneidern zu lassen. Ich tat, als sei ich dagegen, und behauptet, das sei zu teuer, aber im Grunde bin ich froh – wenn sie auf dem Land ist, sieht sie diesen Kerl nicht mehr, und ich kann mich endlich wieder mehr um meine Geschäfte kümmern. Gebetet und zu Bett.
Susan ist, seit sie zuletzt bei uns war, entweder wirr im Geiste geworden oder eine Trinkerin, denn sie ist mehrmals am Tag in die Schenke gegangen, ohne meine Frau um Erlaubnis zu fragen. Heute hat sie offenbar vor 5 Uhr früh Griffith, unseren Pförtner, aus dem Bett gescheucht, damit er sie hinausläßt. Sie sagte, sie wolle in die Schenke – angeblich um sich aufzuwärmen. Meine Frau ist darüber mit ihr in Streit geraten und hat sie daraufhin hinausgeworfen. Also ist das nichtsnutzige Frauenzimmer gegangen. Nahm auch heute abend wieder eine Pille.
/ WeiterlesenDer Doktor und ich wachten sehr vergnügt auf, nur mein Auge war von der gestrigen Verletzung ganz rot und entzündet.
Am Morgen kamen zahllose Leute aus dem Gefolge des Königs an Bord, die mit ihm mitfahren.
Der gnädige Herr, Mr. Crew und andere setzten über ans Ufer, um den König zu begleiten, wenn er ablegt.
Wobei ich (von Sir R. Stayner, der Seine Majestät ins Boot begleitete) hörte, daß Seine Majestät den gnädigen Herrn bei der ersten Begegnung sehr freundlich küßte.
Der König kam mit den zwei Herzögen, der Königin von Böhmen, der Kronprinzessin und dem Prinzen von Oranien an Bord, wobei ich bei ihrer Ankunft dem König, der Königin und der Prinzessin die Hand küßte. Bei den anderen hatte ich es zuvor schon getan. Die Kanonen feuerten unablässig Salut, und zwar absichtlich durcheinander, was besser ist, als wenn es unabsichtlich geschieht.
Den ganzen Tag waren Lords und andere Standespersonen an Bord, so daß das Schiff gedrängt voll war.
Die königliche Gesellschaft aß in großem Staat für sich in der Achterhütte zu Mittag, was ein beglückender Anblick war.
Ich aß mit Dr. Clarke, Dr. Quatermain und Mr. Darcy in meiner Kajüte.
Heute früh kam Mr. Lucy an Bord, und der gnädige Herr schenkte ihm und den königlichen Wachen, die auf einem anderen Schiff waren, drei Dutzend Flaschen Wein. Er versöhnte mich auch wieder mit Mr. Pearse.
Nach dem Essen berieten der König und der Herzog am Achterdeckstisch und änderten die Namen einiger Schiffe: So wurde die Naseby zur Charles, die Richard zur James, die Speaker zur Mary, die Dunbar (die nicht dabei war) zur Henry, die Winsby zur Happy Return, die Wakefield zur Richmond, die Langport zur Henrietta, die Cheriton zur Speedwell, die Bradford zur Success.
Anschließend verabschiedeten sich die Königin, die Kronprinzessin und der Prinz von Oranien vom König, und der Herzog von York ging an Bord der London und der Herzog von Gloucester an Bord der Swiftsure – wonach wir Anker lichteten und mit frischer Brise und bei schönstem Wetter nach England absegelten. Der König lief den ganzen Nachmittag bald hierhin, bald dorthin (was ich nicht von ihm erwartet hätte), sehr lebhaft und rührig.
Auf dem Achterdeck begann er von seiner Flucht aus Worcester zu erzählen, und es trieb mir die Tränen in die Augen, zu hören, welche Mühen er erlitten hatte, wie er vier Tage und drei Nächte zu Fuß unterwegs gewesen war, bei jedem Schritt bis zu den Knien im Schlamm versinkend, mit nichts als einem grünen Mantel und einer Bauernhose bekleidet und einem Paar Bauernschuhe, von denen seine Füße so wund wurden, daß er kaum mehr laufen konnte. Und trotzdem mußte er vor einem Müller und anderen Leuten davonlaufen, die ihn und seinen Begleiter für Räuber hielten.
Und wie er einmal irgendwo an einem Tisch saß und ihn der Hausherr, der ihn seit acht Jahren nicht gesehen hatte, erkannte, das aber geheimhielt, und wie an demselben Tisch jemand saß, der bei Worcester in seinem Regiment gewesen war und ihn nicht erkannte, ihn aber nötigte, auf das Wohl des Königs zu trinken, und sagte, der König sei mindestens vier Fingerbreit größer als der verkleidete Charles Stuart.
An einem anderen Ort zwangen ihn einige Diener des Hauses zum Trinken, zum Beweis, daß er kein puritanischer Stutzkopf sei, was sie felsenfest glaubten.
Als der König an einem anderen Ort in einem Gasthof am Kamin stand, die Hände auf einer Stuhllehne, kniete der Gastwirt nieder und küßte heimlich seine Hand und sagte, er werde ihn nicht fragen, wer er sei, bitte aber für ihn zu Gott, er möge ihn behüten auf all seinen Wegen. Dann die Schwierigkeit, ein Boot nach Frankreich zu bekommen, wobei er gezwungen war, den Schiffer ins Vertrauen zu ziehen, damit dieser sein Vorhaben vor den vier Seeleuten und dem Schiffsjungen verbarg (größer war die Besatzung nicht) und ihn nach Fécamp in Frankreich brachte.
In Rouen sah er so ärmlich aus, daß die Leute, bevor er abreiste, in seine Zimmer gingen, um nachzusehen, ob er nicht das eine oder andere gestohlen habe.* Am frühen Abend ging ich nach oben zum gnädigen Herrn, um Briefe nach England zu schreiben, die wir mit der Nachricht von unserer Ankunft mit Mr. Edward Pickering losschickten. Der König aß allein in der Achterhütte zu Abend. Danach ließ ich eine Mahlzeit kommen, und wir vier aßen wie mittags in meiner Kajüte zu Abend.
Zur Schlafenszeit ließ mich Lord Bartlet (dem ich zuvor meine Dienste angeboten hatte) holen. Er wollte, daß ich ihm ein Bett besorgte, und ich brachte ihn mit viel Mühe im Bett von Lord Middlesex in der unteren großen Kajüte unter. Eine lästige Angelegenheit, und ich war froh, als ich mich wieder zurückziehen konnte.
Dann wieder in meine Kajüte, wo die anderen noch immer von den Fährnissen des Königs erzählten, etwa wie er gezwungen war, ein Stück Brot und Käse aus der Tasche eines armen Jungen zu essen.
Und wie er in einem katholischen Haus gezwungen war, eine Zeitlang in der Kammer eines Priesters zu schlafen, um nicht entdeckt zu werden.
Danach gingen die anderen, und der Doktor und ich gingen zu Bett. Wir haben sämtliche Gesandten des Oberhauses bei uns an Bord und noch viele andere. Die ganze Nacht bei allerschönstem Wetter gesegelt.
* 1680 diktierte der König Pepys die Ereignisse seiner Flucht noch einmal offiziell in die Feder. 1766 brachte Sir David Dalrymple sie als „An Account of the Preservation of King Charles“ heraus; eine neuere Ausgabe erschien 1966 unter dem Titel „Charles II’s Escape“ (hg. von William Matthews).
Heute morgen kam eine Anordnung von Staatssekretär Nicholas, ich solle einem Mr. Lee, einem Rechtsanwalt, sämtliche Unterlagen zur Verfügung stellen, die aus der jüngsten Vergangenheit von Sir H. Vane stammen, als dieser Kämmerer der Flotte war, sie sollen der Anklageerhebung dienen. Ich legte sie ihm vor und er machte sich an die Durchsicht. Am Mittag aß er mit mir sowie Sir W. Penn und dessen Tochter. Danach ging er wieder an seine Arbeit, während wir mit der Kutsche ins Theater fuhren und „Love in a Maze“* sahen. Das Stück ist nicht besonders gut, nur Lacy, in der Rolle des Bauern, war bewunderungswürdig. Aß zu Abend bei Sir W. Penn, wohin auch Sir W. Batten und Hauptmann Cocke kamen, den ich in letzter Zeit kaum gesehen habe. Heute abend hatte jeder von uns einen Brief von Kapitän Teddeman von der Mittelmeerflotte erhalten, der von einem Frieden zu günstigen Bedingungen berichtet, den Sir J. Lawson mit den Algeriern schließen konnte. Das sind ganz ausgezeichnete Nachrichten. Er hatte auch jedem von uns Sardellen, Oliven und Muskat geschickt, aber ich wußte nicht, was das ist, und schäme mich, zu fragen.
Nach dem Essen nach Hause und zu Bett. Faßte den Entschluß, am Ende dieser Woche Theater und andere Vergnügungen erst einmal wieder zu meiden und mich ab nächster Woche wieder verstärkt den dienstlichen Pflichten zu widmen.
*„The Changes, or Love in a Maze“, Komödie von Shirley.