Den ganzen Morgen war ich damit beschäftigt, mein Fenster zu ändern und meinen Tisch so umbauen zu lassen, wie ich es haben wollte. Als es fertig war, war ich überaus zufrieden damit. Stelle auch mit Genugtuung fest, welche Autorität ich jetzt habe, daß jeder meine Anweisungen befolgt. Am frühen Abend kam ein Mr. Boyle an Bord, dem ich eine Bescheinung ausstellte, damit ein Schiff ihn nach Vlissingen bringt. Er aß mit dem gnädigen Herrn zu Abend, und der gnädige Herr behandelte ihn wie eine hochgestellte Person. Heute abend kam auch Mr. John Pickering an Bord. Ich hatte den ganzen Abend Kopfschmerzen, was ich darauf zurückführe, daß ich in meiner Kajüte neuerdings rückwärts sitze. Mr. Shipley erzählte mir heute abend, er habe in Dover mit Gewißheit gehört, daß Mr. Edward Montagu, als er neulich hier war, aus Flandern gekommen sei, und ich bin geneigt zu glauben, daß er dort mit dem König gesprochen hat.
Heute erzählte mir jemand, daß Th. Wendy und I. Thornton sich wider Erwarten bei der Wahl in Cambridge gegen Sir Dudley North und Sir Thomas Willys durchgesetzt hätten, und anscheinend hatten sie verkündet, sie seien für das Parlament und für den König und für die Anglikanische Kirche.
Heute abend aß ich mit Mr. Shipley unten im Zwischendeck, und anschließend sah ich Mr. Pickering, den der gnädige Herr zu seiner Kajüte hinunterbrachte, und dann zu Bett.
Aufgestanden und mit Tom (dem ich versprochen hatte, ich wolle ihm 40l und seiner Frau 20l geben, damit sie einen Hausstand gründen können, woraufhin meine Frau ihr auch 20l geben will, damit sie dasselbe hat) mit der Kutsche nach Whitehall. Brachte ihn in den Kleidersaal, wo er etwas für mich abschreiben sollte. Ging dann zur Westminster Hall und lief dort von 10 bis 12 Uhr auf und ab in der Hoffnung, Deb zu treffen. Vielleicht war sie vorher dort und konnte nicht kommen oder, wer weiß, vielleicht will sie mich nicht sehen (letzteres würde mich freuen, denn es würde zeigen, daß sie ein anständiges Mädchen ist). Ging daher schließlich nach Hause, und da meine Frau den ganzen Tag bei Jane war und ihr beim Zuschneiden der Wäsche und bei anderen Dinge in ihrem neuen Haushalt helfen wollte, ging ich nach dem Mittagessen wieder fort. Gab für meine Kutsche, die seit zwei oder drei Tagen beim Stellmacher steht, einen neuen Anstrich in Auftrag, mit vergoldeten Fensterrahmen, für den 1. Mai. Fuhr dann in einer Mietkutsche nach Whitehall und im Boot weiter zur Westminster Hall, wo ich Doll Lane, die sich jetzt Mrs. Powell nennt, ein Zeichen gab und zur Wohnung ihrer Schwester Martin ging, wohl das erste Mal seit acht oder zehn Monaten. Da Betty aber zu ihrem Mann nach Portsmouth gefahren war, plauderte ich ein wenig mit Doll, trank etwas und konnte hacer ella para tocar mi Ding, und yo tat das gleiche para ihr. Tat aber nicht das andere mit ihr, da die Umstände ungünstig waren. Von dort nach Whitehall. Stieg in meine eigene Kutsche, die inzwischen gekommen war, fuhr nach Hause und arbeitete dort noch ein wenig. Als meine Frau nach Hause kam, aßen wir zu Abend. Sie hat nach wie vor nicht herausgefunden, was jüngst zwischen mir und Deb vorgefallen ist. Darum sehr zufrieden zu Bett.
/ WeiterlesenAm Morgen mit Sir W. Batten und Sir Th. Allin in der Kutsche nach Whitehall zu unserer üblichen Sitzung beim Herzog, wo es um die Reisevorbereitungen des Prinzen und der Generäle ging, da die Flotte am kommenden Montag auslaufen soll. Danach mit Sir W. Batten und Sir Th. Allin zu Mr. Lely, dem Maler, wo wir uns die Porträts der Flaggoffiziere aus der Schlacht von Lowestoft unter dem Herzog von York ansahen. Der Herzog von York hat sie in Auftrag gegeben, um sie in seinem Empfangszimmer aufzuhängen, und sie sind in der Tat sehr prächtig geworden. Zu sehen sind der Prinz, Sir G. Ayscue, Sir Th. Teddeman, Sir Ch. Myngs, Sir Joseph Jordan, Sir W. Berkeley, Sir Th. Allin, Kapitän Harman sowie der Herzog von Albemarle. Hinzu kommen noch Porträts von Lord Sandwich, Sir W. Penn und Sir J. Smith. Wir waren sehr angetan von den Porträts und einigen anderen guten Bildern in seinem Haus, dann trennten wir uns. Ich vertrieb mir die Zeit bei dem Bilderhändler auf dem Weg zur Börse. Sah dort viele schöne Stiche, kaufte aber nur einen, der eine Siegessäule im alten Rom zeigt, die mir gefiel, weil sie ringsum mit altertümlichen Schiffen geschmückt ist.
Dann zur Börse, das heißt zur Neuen Börse, wo ich mir einige Textbücher ansah, weil ich mir vorgenommen habe, alle neueren Theaterstücke zu kaufen. Von dort in den Swan, wo ich ein Stück Fleisch aß, und dann in die King’s Street. Sah aus der Kutsche heraus Jane Welsh, die früher bei Jervas, dem Barbier, in Stellung war. Ich fuhr noch ein Stück weiter, stieg dann aus und lief zu Fuß zurück. Beim Westminster-Anleger sah ich sie in ein Boot steigen und rief sie an und sie sagte mir, sie fahre nach Lambeth, woraufhin ich ebenfalls ein Boot nahm und ihr hinterherfuhr. Dort tranken wir etwas, und sie erzählte mir von ihrem Geliebten, der ihr lange den Hof gemacht hatte, bis sich herausstellte, daß er bereits verheiratet ist. Jervas hatte mir allerdings erzählt (was sie abstreitet), der junge Mann habe einige Male bei ihr übernachtet.
Dann verabschiedete ich mich, sin hacer alguna cosa con ella, und fuhr mit dem Boot zur Börse. Von dort weiter mit der Kutsche zu Mr. Hayls, der mich zu überreden versuchte, die Landschaft im Hintergrund zu lassen. Mir gefällt sie aber nicht und ich bestand darauf, sie zu übermalen, was ihm sichtlich nicht paßte, aber er blieb sehr höflich und versprach, es zu ändern. Von dort zu Mrs. Pearse, die ich aber nicht antraf, da sie mit Mrs. Knepp unterwegs zu mir war. Nahm deshalb ihre Tochter Betty und Mary, das Dienstmädchen, das früher bei uns war, mit zu mir, doch waren die anderen inzwischen wieder fort. Auf dem Rückweg kamen sie uns schließlich in der Cornhill-Straße entgegen, und wir hielten an und lachten über das Mißgeschick. Dann führte ich sie in die Fish Street und lud sie zu Garnelen und Hummer ein. Als es dunkel wurde und wir uns auf den Heimweg machten, weigerten sich die Pferde kurioserweise, den Tower-Berg hinaufzugehen, und wir mußten aussteigen und warten, bis der Kutscher gewendet hatte und sich die Pferde unten etwas warm gelaufen hatten. Danach kamen sie recht munter angetrabt, und wir stiegen zu und ich brachte alle nach Hause. Unterwegs bei der alten Frau angehalten, die für mich das Papier liniert, und dort zu meiner großen Freude die dunkelhaarige Nan angetroffen. Nachdem ich sie mehrmals geküßt hatte, nach Hause und zu Bett, apres ayant tocado les mamelles de Mercer, que eran ouverts, con grand plaisir.
Dann zu Bett. <Seit drei Wochen beschäftige ich mich bei meinen Fahrten in der Kutsche und bei anderen Gelegenheiten im Geiste sehr mit meiner Vertonung von „It is decreed“ &c.>
/ WeiterlesenAufgestanden und mit den beiden Sir Williams in der Kutsche zum Herzog von York gefahren, der jetzt wieder in den St.-James-Palast gezogen ist. Es war das erste Mal in diesem Jahr, daß wir ihm dort unsere Aufwartung machten. Auf dem Weg dorthin, in der Tower Street, sahen wir Desborough, den Schwager von Cromwell. Er ist jetzt aus dem Tower entlassen worden, und er sieht gut aus, gar nicht verändert. Als wir zum Herzog von York vorgelassen wurden, wurde ich von Mr. Henry Brouncker auf Carkesse angesprochen. Anschließend mit der Kutsche zu Sir G. Carteret nach London, um einige seiner Abrechnungen durchzusehen. War damit bis zum Mittagessen beschäftigt. Dann wieder ins Amt und kurz darauf fort. Hatte meine Frau zur Neuen Börse kommen lassen, holte sie dort ab und fuhr mit ihr ins Königliche Theater (trafen dort Will Joyce, der zu uns an die Kutsche kam, aber wir waren in Eile und hielten uns nicht mit ihm auf – wenn ich ihn auch nicht mag, tat es mir doch hinterher leid, schon wegen seiner Frau). Wir sahen „Rollo“,* ein Stück, das ich nicht sehr mag, obwohl die Schauspieler sehr gut waren. Der Saal war fast leer. Dann nach Hause. Ging noch kurz ins Amt und dann zu Sir R. Vyner. Von dort nach Hause. Meine Frau war ausgegangen, um eine Bootsfahrt zu unternehmen. Ging daraufhin in mein Zimmer und verbrachte den Abend damit, mein neues Buch über die Advokateninnungen zu lesen, das mir gut gefällt. Dann zum Abendessen und zu Bett.
*„The Bloody Brother, or Rollo, Duke of Normandy“, Tragödie von John Fletcher u. a.
Als ich die Mitteilung erhielt, daß Mr. Coventry mit der Barke am Tower angelegt habe, machte ich mich auf den Weg zu ihm. Er war gerade dabei, Psalmen in einer neuen Kurzschrift zu lesen (die er jetzt eifrig studiert). Wir scherzten über die langen Symbole, die verwendet werden, wenn vom Göttlichen die Rede ist, und er wird die Schrift wahrscheinlich nie benutzen. Wir warteten auf Sir R. Slingsby und fuhren dann zusammen nach Deptford, wo wir uns das Lustschiff des Königs ansahen, das Kommissar Pett gerade baut. Es wird wirklich prächtig.
Von dort zur Wohnung von Kommissar Pett, wo wir ein gutes Frühstück zu uns nahmen. Als die beiden Sir Williams aus Walthamstow eintrafen, machten wir uns an die Arbeit, die Ausrüstung der Flotte betreffend, die bald auslaufen soll.
Später gingen wir in den Globe, wo wir ein gutes Mittagessen bekamen. Anschließend bestiegen wir wieder die Barke und fuhren heimwärts. Unterwegs wollten sie, daß ich singe, was ich gemeinsam mit Mr. Coventry tat. Ging dann mit ihm zu Sir W. Batten, wo wir eine Weile blieben und plauderten, dann trennten wir uns. Ich ging nach Hause und dann zu meinem Vater, wo ich bei meiner Frau schlief.
/ WeiterlesenOstersonntag. Aufgestanden und mit dem Boot nach Westminster und in den Swan. Sarah war allein dort. Plauderte eine Weile mit ihr, dann zur Kapelle von Whitehall. Kam aber zu spät und die Predigt des Bischofs von London war schon vorbei. Ging deshalb in den Park und zur Kapelle der Königin und hörte dort einen Großteil der Messe und der Musik, die durchaus nicht so schlecht ist, wie die Leute immer sagen, und mir gut gefiel. Sie gefiel mir sogar besser als die Motette, die ich nachher in Whitehall hörte.
Ich blieb, bis der König das Abendmahl empfing, was ich zum ersten Mal aus der Nähe sah, da ich mich mit vielen anderen in seiner Gebetstube befand. Stellte fest, daß der Unterschied zwischen unserem Gottesdienst und dem der Katholiken nicht sehr groß ist, abgesehen davon, daß unsere Kapelle schmuckloser ist als die der Königin und alles weniger pompös vonstatten geht.
Anschließend zu Fuß zu Mr. Pearse und zusammen mit ihm, seiner Frau und den Kindern zu Mittag gegessen. Unterhielten uns sehr angeregt. Sie berichteten mir von den neuesten Ereignissen bei Hofe, von den Liebschaften und Tollheiten, die sich dort zutragen, und wie Mrs. Stuart jetzt ganz die Rolle der Favoritin übernommen hat, und daß der König außer dem kleinen Herzog von Monmouth noch weitere uneheliche Kinder hat, zu denen er sich offen bekennt. Nachdem wir lange geplaudert hatten, ging ich mit James, ihrem ältesten Sohn, in den Park. Er ist ein blitzgescheiter Kerl und mit ihm zu plaudern ist ein wahrer Genuß. Auf dem Hin- und Rückweg kamen wir durch Whitehall, und mehrere Leute fragten, ob er mein Sohn sei.
Als wir ins Haus zurückkehrten, war Mr. Pearse bereits fort. Fuhr daher mit seiner Frau und den Kindern mit der Kutsche nach Kensington, wo wir vor einigen Tagen schon einmal waren und wo wir einen vergnügten Nachmittag verbrachten. Kehrten erst sehr spät zurück, da die Pferde erschöpft waren und alle zwanzig Schritte stehenblieben. Unterwegs unterhielten wir uns über Mrs. Clarke, die offenbar sehr eingebildet und stolz geworden ist. Mrs. Pearse erzählte mir aber die erstaunliche Geschichte, daß Hauptmann Rolt sie vor kurzem dabei beobachtet habe, wie sie in Westminster Hall einen Mann ansprach und mit ihm fortging. Er folgte ihnen heimlich bis Moorfields und sah, wie sie in einem niederen Hurenhaus, dessen Fenster verdunkelt waren, verschwanden und drei Stunden nicht wieder herauskam, bis er fort mußte. Und er sei sich ganz sicher, daß sie es war, da er sie gut kenne und genau beschreiben konnte, was sie anhatte, und es waren tatsächlich ihre Kleider.
Nachdem ich sie vor ihrer Tür abgesetzt hatte, wollte ich weiter nach Hause, doch in der Ludgate-Hill-Straße gaben die Pferde endgültig auf, und ich mußte aussteigen und, da es bereits etwa 10 Uhr war, mit einer Fackel zu Fuß nach Hause gehen. Noch ein, zwei Psalmen gesungen, zu Abend gegessen und zu Bett.
/ WeiterlesenFrüh aufgestanden und mit dem Boot zum Temple. Las unterwegs den Bericht der Neunerkommission über die Prisen. Dann zu Lord Crew, der noch im Bett lag. Weiter nach Westminster, wo ich hörte, Penn sei gestern abend durch einen Boten vorgeladen worden. Dann zur Befragung durch die Neunerkommission. Darauf zurück in die Halle, wo lautstark gefordert wurde, alle in den Tower zu stecken. Aß mit Creed im Quaker. Danach ins Parlament, das bis etwa 4 Uhr tagte und wo Penn mit viel Mühe erreicht hatte, daß er sich erst am Donnerstag rechtfertigen muß. So blieb er heute noch ungeschoren. Von dort mit Godolphin und George Mountagu zu George Carteret zum Mittagessen. Ich erfuhr, daß viele Abgeordnete mich sehr loben. Sah im Theater »Love’s Cruelty«.* Hinterher zu Lord Crew, der sich zuversichtlich äußerte, da in der Prisensache wieder etwas Zeit gewonnen worden sei. Von dort ins Amt, dann nach Hause zum Abendessen und zu Bett, denn meine Augen taten weh, sind aber gleichwohl besser, seit ich abends nichts mehr trinke.
*Tragödie von Shirley.
Um 5 Uhr aufgestanden und ins Amt und bis Mittag viel erledigt. Dann nach Hause, wo ich einen Imbiß einnahm. Verließ das Haus und traf Mr. Mount, meinen alten Bekannten, mit dem ich ein, zwei Glas Wein in einem Wirtshaus trank. Ich hatte aber nicht viel Zeit für ihn, da ich mit Sir W. Batten verabredet war, mit dem ich zum Stalhof ging, wo wir zusammen einen Hummer verzehrten. Als Wine, der Fischlieferant des Königs, dazu kam, wurde es für eine halbe Stunde sehr ausgelassen. Fuhren dann mit dem Boot nach Whitehall, wo nach und nach die Kollegen des Flottenamts zu unserer Sitzung beim Herzog eintrafen. Von dort zum Tanger-Ausschuß, wo wir einen interessanten Vortrag der Rechtsgelehrten Dr. Walker und Dr. Wiseman hörten, die sich gegen die Gründung eines unabhängigen Handelsgerichts in Tanger aussprachen. Lord Sandwich (den ich noch nie so gut habe reden hören) und Sir Robert Ford entgegneten ihrerseits mit sehr klugen Einwänden.
Anschließend wandten wir uns der Abreise von Lord Rutherford zu, der wenig erbaut schien von der Sache, denn er ist ein Schotte von der Sorte, die versucht, Geld an sich zu raffen, wo es nur geht, worauf sich der Ausschuß natürlich nicht einließ. Beim erstbesten Anlaß sprang er erbost auf und verließ den Raum, ohne sich zu verabschieden, was ihm alle verübelten, obwohl kein Wort darüber verloren wurde. Nur der Herzog von Albemarle sagte, daß wir die Dinge so regeln sollen, wie es sich gehört, wenn er zu diesen Bedingungen nicht reisen wolle, werde es zweifellos ein anderer tun. Sprachen noch lange über seine Abreise, dann war die Sitzung beendet. Ging von dort zu Fuß nach Hause, mit Creed, der mich bis zum Temple Bar begleitet und mit dem ich mich über die Vorkommnisse im Ausschuß unterhielt. Von dort zum Haus der königlichen Kleiderverwaltung. Traf Mr. Moore und wechselte in der Horn-Schenke ein, zwei Worte ihm. Eigentlich wollte ich zu Mr. Townshend, dem Gewandkämmerer, und ihn fragen, ob er meinem Vetter Charles womöglich einen Teil seiner Außenstände ausbezahlen könne. Aber ich war vergebens gekommen, da er heute auf seinen Landsitz gefahren war.
Von dort nach Hause. Meine Frau war zu Tante Wight gegangen, kam aber kurz darauf ebenfalls heim. Dann zum Abendessen und zu Bett.
/ WeiterlesenMorgens zog meine Frau ihr schönes neu besetztes Kleid an und sah in der Tat sehr hübsch darin aus. Fuhren dann, zusammen mit W. Howe, der zu mir gekommen war, in der Kutsche zu Onkel Wight, wo ich sie absetzte. Howe und ich fuhren weiter ins Kaffeehaus, wo wir uns darüber unterhielten, ob er, vermittelt durch Lord Sandwich, einen guten Posten auf See annimmt. Ich sähe es aber auch gern, wenn er Creeds Amt als Sekretär in der Admiralität bekäme – denn Creed ist ein windiger Geselle, dem nie ganz zu trauen ist.
Dann gingen wir zur Börse und anschließend zusammen zu Onkel Wight. Dort war eine große Gesellschaft versammelt. Auch mein Vater war dort (ein Schatten seiner selbst, und früher war er so lebhaft und vergnügt wie alle anderen), außerdem Mr. Sutton (der Bruder meiner Tante, ein ehrbarer Mann, Kaufmann in Flandern), sowie Mr. Cole und seine Gattin. Himmel, wie ich diesen Mann früher für seine klugen Reden bewundert habe, und jetzt macht er auf mich nur noch einen sehr gewöhnlichen Eindruck. Sein Sohn ist ein hübscher Knabe, aber unglücklicherweise hat er eine krumme Nase. Für eine so große Gesellschaft war das Mittagessen allerdings etwas dürftig. Nach dem Essen nahm ich mit meiner Frau eine Kutsche, die sehr teuer war, weil Ostern war und das Wetter sehr schlecht. Fuhren zum Haus von Lord Sandwich, um die gnädige Frau zu besuchen. Ich verließ sie kurz darauf und fuhr mit W. Howe zu Mr. Paget. Hörten dort ein wenig Musik, die aber nicht sonderlich gut war. Die Ausnahme war ein gewisser Dr. Walgrave, ein Engländer, der in Rom aufgewachsen ist – der beste Lautenspieler, den ich je gehört habe. Ich traf dort auch den jungen Mr. Hill, den Kaufmann. Und nachdem alle gespielt hatten, sangen wir gemeinsam. Ich gab den einen oder anderen Psalm von Lawes* ganz anständig zum besten. Hill ist ebenfalls recht musikalisch, jedenfalls singt er sehr gut – und einer seiner Freunde singt einen guten Baß.
Ging von dort zu später Stunde mit den beiden zusammen zu Fuß zum Haus des gnädigen Herrn, um meine Frau abzuholen. Da aber keine Kutsche zu bekommen war, verabschiedeten sie sich. Ich wartete noch eine Weile, und es war schon sehr spät, gegen 10 Uhr, als wir eine Kutsche bekamen. Ich traf den gnädigen Herrn, die Damen und meine Frau beim Abendessen an. Der gnädige Herr schien guter Dinge zu sein. Aber ich bin noch immer geneigt, stets mit dem Schlimmsten zu rechnen, und ich fürchte, daß er sich nur freundlich gab, weil meine Frau und seine Gattin anwesend waren.
Dann fuhren wir nach Hause und trafen meinen Vater an, der heute bei uns übernachten wollte. Wir machten ihm etwas zum Abendessen, und dann brachte ich ihn zu Bett. Ich habe noch nie so viel Zuneigung für ihn empfunden wie jetzt, und ich bewundere ihn sehr dafür, wie er für alles sorgt. Den ganzen Tag macht er sich Gedanken um das Wohl meiner Geschwister und meiner Mutter. Und dann muß er miterleben, wie Tom das Geschäft in den Ruin treibt! Dann ich und meine Frau zu Bett.
*Henry und William Lawes: „Choice Psalms put into Music for Three Voices“.
Früh aufgestanden und zur Laute ein Lied gesungen. Gegen 6 Uhr mit Sir W. Penn im Boot nach Deptford, um die Abfahrt der Schiffe zu überwachen, die an diesem Tag nach Portugal aufbrachen. Dann nach Greenwich, von wo aus wir einen schönen Spaziergang nach Woolwich machten. In unserer Gesellschaft befand sich auch Kapitän Myngs, dessen Reden mir gefielen, denn er drückt sich sehr gewählt und doch klar und verständlich aus. Unter anderem berichteten er und die anderen Kapitäne, daß ertrunkene Neger ihre schwarze Hautfarbe verlieren und weiß aussehen, was mir neu war.
In Woolwich gingen wir umher, wieder um die Abfahrt der Schiffe zu überwachen, dann im Boot zurück nach Greenwich, wo Sir William und ich, während das Essen zubereitet wurde, im Park spazieren gingen. Der König hat Bäume pflanzen und den Hügel hinauf zum Schloß mit einer Treppe versehen lassen. Im Schloß, in dem wir uns umsahen, werden die Gemächer der Königinmutter gründlich erneuert. Ein prächtiges Gebäude.
Zum Mittagessen in den Globe, wo uns Kapitän Lambert vom Lustschiff des Herzogs Gesellschaft leistete. Waren guter Dinge. Dann zurück. Ich ging am Abend zur Börse und sprach mit Onkel Wight. Von dort nach Hause, wo ich mit meiner Frau noch spät auf der Dachterrasse spazieren ging, bis der Barbier zu mir kam. War sehr erschöpft, als ich zu Bett ging, was mir selten passiert.