Aufgestanden und mit der Kutsche zu Lord Sandwich gefahren. Da dieser noch nicht aufgestanden war, unterhielt ich mich mit Mr. Moore, bis der gnädige Herr fertig war und herunterkam. Aber er verließ sofort das Haus, ohne mit mir oder sonst jemandem zu sprechen. Ich weiß nicht, ob er wußte, daß ich da war, und bin geneigt zu glauben, daß er es nicht wußte. Denn wenn er mich hätte mit Mißachtung strafen wollen, hätte er doch die übrigen Anwesenden nicht ebenso behandelt. Also ging ich wieder zurück und unterhielt mich lediglich mit Mr. Moore, der, nach allem, was er erzählt, recht wohlhabend geworden ist. Und in der Tat begegnet er mir weniger ehrerbietig als früher und betrachtet mich ganz offensichtlich als Seinesgleichen. Er machte mich auch mit dem Hauskaplan bekannt – einem ehrbaren, klugen Mann ist. Von dort nach Hause und später ins Kaffeehaus und weiter zur Börse und dann wieder nach Hause zum Mittagessen. Ging, nachdem ich mich eine Weile mit meiner Frau unterhalten hatte, ins Amt, und war dort den ganzen Nachmittag sehr beschäftigt. Dann spät abends nach Hause und zu Bett – voller Hoffnung, daß mein Fleiß, der dem König so sehr von Nutzen ist, auch mir selbst am Ende Gewinn bringen wird. Unterdessen bin ich guter Dinge, weil ich täglich dazulerne und meine Bekanntheit wächst.
/ WeiterlesenAufgestanden und den ganzen Vormittag Sitzung im Amt. Mittags aßen Mrs. Pearse und Mrs. Knepp bei uns und wir waren sehr vergnügt. Fuhren nach dem Essen mit der Kutsche zur Neuen Börse, wo ich Mrs. Pearse, als meinem Valentinsschatz, ein Dutzend Paar Handschuhe und ein Paar Seidenstrümpfe kaufte. Damit Mrs. Knepp nicht leer ausging, bekam auch sie sechs Paar Handschuhe, obwohl ich meiner Frau erst vor einigen Tagen 20s für sie zugesteckt hatte. Dann zu Hayls, um nach unseren Bildern zu sehen, doch es war niemand dort. Fuhren weiter zum Kuchenbäcker in der Nähe und aßen, in der Kutsche sitzend, mit großem Vergnügen ganz vorzügliches Gebäck. Anschließend setzte ich sie bei Mrs. Pearse ab und fuhr nach Hause. Mrs. Pearse’ kleiner Sohn ist ein sehr aufgeweckter Junge. Von dort ins Amt und bis spät abends Briefe geschrieben. Schaffte jedoch nicht viel und verschob allerhand Arbeit auf Montag. Dann nach Hause zum Abendessen und zu Bett.
Wenn ich mich jetzt stärker dem Vergnügen hingebe, so weil ich weiß, daß dies die besten Jahre sind, um das Leben zu genießen, denn ich habe immer wieder beobachtet, wie Männer, die damit beschäftigt sind, ihren Wohlstand zu mehren, darüber vergessen, das Leben zu genießen, und wenn sie endlich reich sind, ist es dazu womöglich zu spät.
/ WeiterlesenAufgestanden und ins Amt gegangen und dort den ganzen Vormittag sehr beschäftigt. Mittags zum Essen nach Hause. Mrs. Pearse und ihr Bursche (der erstaunlich geistreich ist für sein Alter) waren noch bei uns und aßen mit uns zu Mittag. Ihr Mann kam ebenfalls, zusammen mit einem Schwager von ihm, einem Pfarrer – eine wahrer Riese von Kerl. Dann ins Amt, wo wir eine außerordentliche Sitzung hatten, in der es um den Lohn für Lord Brounckers Schreiber ging, die er braucht für die ihm übertragene Aufgabe der Prüfung der Rechnungsbücher des Kämmerers. Dabei kamen wir auch auf die gestrige Verhandlung zu sprechen, und es zeigte sich, daß Lord Brouncker auf mich in der Tat nicht gut zu sprechen ist. Ich mache mir darum aber keine Sorgen, denn alle anderen sind auf meiner Seite. Und es ist gut, daß er auf diese Weise erfahren hat, daß wir nicht bei jeder Gelegenheit klein beigeben, was er wohl erwartet hatte. Er bedachte mich mit einigen scharfen Bemerkungen, die ich ihm nicht schuldig blieb, so daß es wohl in nächster Zeit keinen Frieden zwischen uns geben wird. Es schert mich aber einen feuchten Dreck. Dennoch muß ich vorsichtig sein und mich wieder gewissenhafter um meine dienstlichen Angelegenheiten kümmern, denn aus seinen Äußerungen und Drohungen schließe ich, daß er versuchen wird, mir und den Kollegen etwas am Zeug zu flicken. Gingen daher etwas gedrückt auseinander. Ich nach Hause und zusammen mit Mrs. Pearse und meiner Frau zur Neuen Börse. Dort kaufte ich ihr und auch mir selbst ein Paar Handschuhe, und dann wieder gemeinsam nach Hause. Ging sogleich zurück ins Amt, um meinen Amtsgeschäften nachzugehen. Am Abend zu Sir W. Batten, wo auch Sir W. Penn und die anderen waren. Waren sehr vergnügt. Allerdings hatte ich eine starke Erkältung bekommen, und die Streitereien heute im Amt mit Lord Brouncker hatte sie noch schlimmer gemacht, so daß ich kaum sprechen konnte. Sir W. Batten und seine Gattin begegneten mir mit ausgesuchter Höflichkeit, aus Dankbarkeit, daß ich ihm in der Carkesse-Sache beigestanden hatte, was mich denn doch sehr freut. Hauptmann Cocke, der ebenfalls dort war, wollte wissen, daß gestern im Kronrat beschlossen worden sei, den Herzog von Buckingham zum Landesverräter zu erklären, und daß dies am Montag veröffentlicht werden solle. Dann spät nach Hause. Trank noch etwas heißes Butterbier und dann zu Bett und geschlafen. Ich habe mir die Erkältung höchstwahrscheinlich dadurch zugezogen, daß ich gestern morgen auf der Suche nach sauberen Strümpfen zu lange barfuß herumgelaufen bin. Denn die Strümpfe, die ich tags zuvor getragen hatte, hatten über Nacht in der Fensternische gelegen, und waren am Morgen ganz gefroren, so daß ich sie nicht anziehen konnte.
/ WeiterlesenAufgestanden und mit W. Hewer in einer Mietkutsche nach Whitehall. Der König und der Herzog von York waren um drei Uhr früh abgereist. Doch sie hatten Pech gehabt und waren am King’s Gate in Holborn mit ihrem Wagen, in dem auch der Herzog von Monmouth und der Prinz saßen, umgekippt. Der König war über und über mit Kot bedeckt, aber unverletzt. Wie es passierte, weiß ich nicht, ich hörte nur, daß es dunkel war und die Fackeln wohl nicht gut genug geleuchtet hätten. Wollte heute morgen mit Lord Sandwich sprechen, bevor er London verläßt, kam aber eine halbe Stunde zu spät. Das betrübte mich, denn ich habe ihn seit dem Tod von Lady Pall nicht gesehen. Trank mit Will Hewer meinen Morgentrunk im Harp and Ball, denn wir waren eilig aufgebrochen. Dort trafen wir den Abgeordneten King, mit dem ich ein paar belanglose Worte wechselte. Dann zum Siegelamt, um Dokumente zu finden für meinen großen Bericht, den ich schreiben soll, über die gegenwärtige und die frühere Form der Verwaltung der Marine. Ich hätte aber eine Genehmigung von einem gewissen Mr. Bickerstaffe gebraucht, der zur Zeit nicht in der Stadt ist. Vorher war ich noch in der Neuen Börse und traf dort Mr. Moore, der mich ein Stück begleitete. Er ist wie immer mit allem unzufrieden. Er erzählte, der gnädige Herr beabsichtige, Mr. Shipley als Verwalter in Hinchingbrooke durch jemand anderen ersetzen zu lassen. Das tut mir leid, aber der Mann ist alt und neigt dazu, lieber zu schwatzen als seiner Arbeit nachzugehen. Dann traf ich mich bei Unthank mit meiner Frau und fuhr in unserer Kutsche zur meiner Base Turner zum Mittagessen. Hinterher allein mit meiner Frau ins Königliche Theater. Man spielte »The Mock Astrologer«, das ich schon oft gesehen habe. Kein besonderes Stück. Danach wieder zu meiner Base Turner, wo wir Roger Pepys mit Frau und Töchtern antrafen und noch eine Weile blieben. Zu Hause las meine Frau mir vor, denn meine Augen schmerzten von dem hellen Licht im Theater. Dann zum Abendessen und zu Bett.
Früh aufgestanden und ins Amt, wo wir im kleinen Kreis den ganzen Vormittag Sitzung hatten. Mittags wandte sich Sir W. Penn mit heuchlerischer Freundlichkeit an mich und sprach mit mir über die Bauarbeiten im Haus und die Rechnungen, die noch abzuzeichnen wären. Aber ich traue ihm nicht über den Weg, also ließ ich ihn reden und erwiderte nichts. Dann trennten wir uns.
Ich ging zum Mittagessen nach Hause und traf dort Theophila Turner. Das Mädchen aus einer Laune heraus zu Fuß gekommen ist, um mich zu bitten, für ihren Diener John einen Posten auf einem Schiff zu finden. Er ist ein liederlicher Kerl, aber vielleicht tut ihm das Leben auf See gut und hilft ihm, ein besserer Mensch zu werden. Ich will deshalb sehen, was ich tun kann. Sie aß mit mir zu Mittag, danach brachte ich sie in der Kutsche nach Hause. Unterwegs, in Cheapside, stieg ich aus und kaufte ihr ein Dutzend Paar Handschuhe als mein Valentinsgeschenk. Ging von dort zu Lord Sandwich, der sich zu Sir W. Wheler begeben hat, weil er hoffte, bei ihm mehr Ruhe zu finden. Er hatte dort letzte Nacht gut geschlafen, und ich traf ihn sehr vergnügt beim Kartenspiel an, inmitten einer größeren Gesellschaft. Ging von dort mit Creed nach Westminster Hall, wo wir ziemlich lange spazieren gingen. Er erzählte mir, daß sich Lady Gerard gegenüber der Königin abschätzig über Lady Castlemaine geäußert habe, woraufhin der König auf einem Ball nicht mir ihr getanzt habe, als diese es gewünscht hatte, sondern mit Lady Castlemaine. Und er hat ihr außerdem verboten, der Königin aufzuwarten, worüber viel geredet wird, da ihr Gatte, Lord Gerard, ein großer Günstling bei Hof ist.
Von dort mit dem Boot zurück ins Amt. Briefe geschrieben, dann nach Hause und zu Bett.
Früh aufgestanden und mit Sir D. Gauden zu Sir W. Coventry gefahren, wo dieser mich mit den Worten begrüßte: “Ah, Mr. Pepys, der neue Präsident des Parlaments”, und fügte an, ich hätte mir im Parlament ewigen Ruhm erworben. Sein Bruder Henry, der neben ihm saß, sagte, er habe mich sehr bewundert, und ein Herr neben ihm habe gesagt, als Advokat vor Gericht könnte ich leicht 1000l im Jahr verdienen. Am meisten gefällt mir aber, daß er erzählte, Sir Heneage Finch, der Kronanwalt, habe mich den besten Redner Englands genannt. Sprachen dann lange unter vier Augen über seine Angelegenheiten. Danach nahm er mich mit nach Whitehall, wo wir uns trennten. Ich ging zu den Gemächern des Herzogs von York, aber der Herzog war in den Park gegangen, da das Wetter sehr schön war. Ich ging ebenfalls in den Park, und sobald er mich sah, kam er zu mir und berichtete mit großer Genugtuung, ich hätte gestern viele Abgeordnete auf unsere Seite gezogen, und lobte mich sehr. Und als wir uns dem König näherten, trat dieser zu uns und sagte: “Mr. Pepys, ich freue mich sehr über Ihren gestrigen Erfolg”, und er sprach über meine gute Rede. Und da viele Lords anwesend waren, lobte Lord Berkeley mich in den höchsten Tönen und bestätigte ihnen, was sie von der Sache bereits gehört hatten. Einige Parlamentarier, die sich in der Gesellschaft des Königs befanden, sagten, sie hätten noch nie eine solche Rede gehört. Proger, der Kammerherr, erzählte mir später in Anwesenheit von Brouncker, er habe zum König gesagt, ich könne dem Kronanwalt noch etwas beibringen. Fast jeder, der mich sah, kam zu mir, Joseph Williamson etwa, und alle lobten mich in einer Weise, daß es kaum zu sagen ist. Von dort ging ich zur Westminster Hall, wo ich Mr. G. Mountagu traf, der auf mich zukam, mich küßte und sagte, er habe mir schon oft die Hand geküßt, aber nun küsse er meine Lippen, denn ich sei ein neuer Cicero und, so meinte er, das sagten auch alle anderen. Mr. Ashburnham und alle Abgeordneten, die ich traf, oder Leute, die von den Vorgängen im Parlament wußten, begrüßten mich ähnlich, Mr. Godolphin etwa und Mr. Sandys, der ausrief, für eine solche Rede würde er jederzeit 20 Meilen Fußmarsch in Kauf nehmen und er habe noch nie so viele Leute vier Stunden lang still dasitzen und jemandem zuhören sehen, wie gestern geschehen. Und Mr. Chicheley und Sir J. Duncombe sagten, der Ruf von meiner Redegewandtheit würde durchs ganze Königreich hallen, und ich hätte Ruhm genug für mein ganzes Leben erworben. Hauptmann Cocke und andere meiner Freunde sagten, besser hätte ich die Öffentlichkeit nicht von meinen Fähigkeiten überzeugen können. Und der Leutnant des Tower erzählte, Mr. Vaughan habe erst zu ihm und später zum Herzog von Albemarle und W. Coventry gesagt, er sitze seit 26 Jahren im Parlament und habe dort noch nie eine solche Rede gehört. Gebe Gott, daß ich dankbar bin und nicht stolz und eitel werde. Aber da ich nun einmal dieses Ansehen habe, will ich alles daransetzen, es zu bewahren.
So verbrachte ich den Vormittag, spazierte in der Halle umher und wurde von jedem bewundert und beglückwünscht. Ging mittags mit Sir W. Warren, der auch dort war, ins Leg, wo wir ein wenig über seine Angelegenheiten sprachen. Von dort noch einmal kurz in die Hall. Fuhr dann in seiner Kutsche bis zum Temple mit und stieg dort aus, um Lord Brounckers Kutsche zu folgen, die ich zufällig entdeckt hatte. Bei Madam Williams, in der Piazza in Covent Garden, holte ich ihn ein, und wir verabredeten uns für den Nachmittag. Dann nach Hause zum Essen. Darauf mit W. Penn, der mich zu Hause aufsuchte, nach Whitehall zum Herzog von York. Dieser und alle Anwesenden lobten mich erneut und auch mehrere in der Galerie, unter ihnen Lord Gerard, der vorher nie mit mir gesprochen hatte und nun besser mit mir bekannt zu sein wünscht. Er sagte, er habe bei Tisch noch nie solche Lobeshymnen gehört.
Wir machten dem Herzog von York unsere Aufwartung und gingen dann in die Galerie, wo das Oberhaus darauf wartete, daß der König aus dem Park zurückkäme, was er denn auch tat. Im Wetterfahnensaal verlas der Großsiegelbewahrer, im Kreis der Lords, eine Botschaft der Barone von England an den König, in der sie, sehr klug und mit wohlgesetzten Worten, auf ihren Vorrang vor den schottischen und irischen Adligen, gleich welchen Titels, pochten. Und sie führten an, daß letztere in England nur als Gemeine gelten, im Unterhaus säßen und bei Unterredungen mit den Lords barhäuptig dastünden. Es war sehr interessant. Der König sagte aber nur, er wolle es bedenken und entließ sie damit. Von dort gingen Brouncker und ich zum Ausschuß für Pflichtverletzungen, der im Vormundschaftsgericht tagte und wo wir, zusammen mit Sir D. Gauden, zu Prinz Ruperts Beschwerde wegen des Proviantmangels gehört werden sollten. Aber die von Holmes erhobenen Vorwürfe gegen Sir J. Smith hielten sie den ganzen Nachmittag auf. Es ist eine höchst unwürdige Sache, wenn Flaggoffiziere sich gegenseitig beschuldigen, und das vor Leuten, die durchaus nichts von der Materie verstehen und nachdem es vor dem König und dem Großadmiral und anderen tüchtigen Seeleuten untersucht und entschieden worden ist – sehr traurig. Deshalb wurden wir jedoch nicht mehr gehört, und die Sitzung wurde auf einen anderen Tag verschoben. Von dort mit dem Leutnant des Tower in dessen Kutsche nach Hause. War dort sehr vergnügt mit meiner Frau. Spielten Karten mit W. Hewer und Deb. Dann nach einem kleinen Abendessen zu Bett.
/ WeiterlesenAufgestanden und ins Amt, wo wir den ganzen Vormittag Sitzung hatten. Wir können nur wenig tun, da uns das Geld fehlt, müssen aber den Schein wahren, daß unseren Pflicht nachkommen. Zum Mittagessen nach Hause und dann wieder ins Amt. Mr. Martin, der Proviantmeister, kam zu mir, und wir gingen eine Weile im Garten spazieren, wo ich ihm den guten Rat gab, in seinen Abrechnungen keine Supernumerare und dergleichen mehr aufzuführen. Denn jetzt, da Sir W. Penn sich um die Abrechnungen kümmert, wird die Abnahme der Bücher nicht mehr so einfach sein wie früher. Er sagte mir, daß sei nicht nötig, denn er könne die Beträge mühelos anders verbuchen. Und er sagte, daß er auch für die Speisen des Kapitäns zuständig sei und daher von ihm in alles eingeweiht. Und er sei zuversichtlich, daß er auf seinem Schiff fünfter Ordnung in fünf Jahren mindestens 1000l verdient haben wird. Dieses Jahr habe er abzüglich aller seiner Ausgaben, die recht hoch gewesen sein dürften, auf einer Reise, in etwa fünf oder sechs Monaten, 150l verdient, was ein recht hübscher Profit ist.
Ging, nachdem er fort war, ins Amt, blieb dort den ganzen Nachmittag bis spät abends und erledigte viele verschieden Dinge. Dann zu Sir W. Batten, der mit seinem Bein nach wie vor nicht laufen kann, die Schmerzen haben aber nachgelassen. Unterhielt mich mit ihm, und aus ihren Reden entnehme ich, daß er und seine Gatten von Lord Brouncker und Mrs. Williams ganz offensichtlich nichts mehr wissen wollen. Ich machte eine Anmerkung dazu, er ging aber überhaupt nicht darauf ein. Himmel, wie wenig den Leuten in der heutigen vornehmen Welt die Freundschaft bedeutet. Ich aber werde mich allzeit an meine Frau halten, und alle anderen können mir gestohlen bleiben, denn es ist nichts als Falschheit in der Welt. Dann nach Hause zum Abendessen. Meine Frau und ihre Gesellschafterin sagen mir noch etwas vor, dann sehr zufrieden zu Bett.
/ WeiterlesenFrüh aufgestanden und bei bitterer Kälte zu Fuß nach Rotherhithe zum Landkartenstecher und zurück. Ins Amt und den ganzen Vormittag Sitzung. Hatte heute einige Schmerzen, weil mein Magen leer, aber voller Luft und Wind war. Allein zu Hause gegessen. Meine Frau erneut unterwegs, um Kleider einzukaufen. Den ganzen Nachmittags im Amt. Erhielt Besuch von William Howe, der mit dem gnädigen Herrn auf See war. Ist ein scharfsinniger, aber auch sehr eingebildeter Kerl geworden ist. Er erzählte mir, wie wenig respektvoll sich Sir W. Penn an Bord des herzoglichen Schiffs gegenüber dem gnädigen Herrn verhalten habe, ebenso Kapitän Mennes, der besondere Liebling von Prinz Rupert. Alle anderen jedoch hätten dem gnädigen Herrn die ihm gebührende Achtung entgegengebracht. Die Dummheit des letzteren betrübt mich, ebenso wie mich die Heuchelei des ersteren ärgert. Spät abends nach Hause zum Essen und zu Bett. Heute verkündeten die Herolde an der Börse, daß Holland der Krieg erklärt worden sei.
/ WeiterlesenLange im Bett gelegen und sehr vergnügt mit meiner Frau geplaudert. Dann aufgestanden und in die Kirche gegangen, wo wir eine recht langweilige Predigt über die Erbsünde von Mr. Milles hörten. Dann nach Hause. Der junge Mitchell war gekommen zusammen mit seiner Frau, in die ich so vernarrt bin. Freute mich sehr an ihrer Gesellschaft, denn ich liebe sie wirklich sehr. Nach dem Essen verabschiedete ich mich und fuhr vom Old-Swan-Anleger nach Whitehall. Dort spazierte ich in der Galerie auf und ab und begegnete Mr. Pearse, der mir erzählte, was es mit dem Tod des Arztes Tom Woodall auf sich habe, und zwar war er bei einem Zechgelage im Streit getötet worden. Mr. Pearse sagte mir auch, daß der Herzog von York ihm ein Amt im St.-Thomas-Hospital angeboten habe, als Entschädigung für das Amt des Stabsarztes der Flotte. Dann gesellte sich Mr. Hayward, der Diener des Herzogs von York, zu uns und erzählte uns, daß der schwedische Botschafter mit Neuigkeiten zum Hof gekommen sei. Anscheinend sind die Holländer jetzt bereit, zu den Friedensverhandlungen nach London oder Dover zu kommen – was aber nach wie vor eine Beleidigung für den König darstellt, da er selbst Den Haag vorgeschlagen hatte, und de Witt soll sich dagegen ausgesprochen haben, weil er glaubt, der König führe irgend etwas im Schilde, was meines Wissens nach aber nicht der Fall ist. Die beiden erzählten auch, daß der König heute erfahren habe, daß der König von Frankreich mit seiner Armee bis an die flandrische Grenze vorgerückt sei und um Erlaubnis gebeten habe, auf seinem Weg nach Polen das Land durchqueren zu dürfen. Das sei aber abgelehnt worden, und daraufhin sei er einfach ins Land einmarschiert. Was daran wahr ist, kann ich bislang noch nicht sagen.
Da das Wetter sehr schön, wenn auch sehr kalt war, ging ich von dort in den Park und lief zwei-, dreimal die Pall Mall auf und ab. Dort traf ich Barcroft, den königlichen Zepterträger, der den Herzog von Buckingham verhaften und in den Tower bringen sollte. Er ist erst heute wieder in die Stadt gekommen und erzählte, wie er vor einige Tagen auf dem Weg zum Herzog war und einige Meilen vor Wothorpe Lodge, dem Sitz des Herzogs, von der Herzogin von Buckingham überholt worden war. Sie dürfte etwa eine Viertelstunde vor ihm dort angekommen sein, so daß der Herzog Zeit genug hatte, sich auf sein Kommen vorzubereiten, und als er ankam, war das Haus in der Tat verriegelt und verrammelt. Am nächsten Tag sei er wiedergekommen, in Begleitung einiger Soldaten aus dem benachbarten Stamford, die ihm die Türen mit Gewalt öffnen sollten. Als man sie geöffnet hatte, stellten sie fest, daß der Herzog von Buckingham fort war. Barcroft ritt daher augenblicklich zurück und erfuhr unterwegs, daß der Herzog von Buckingham sich bereits vor ihm auf den Weg nach London gemacht habe. Er glaubt daher, daß er heute ebenfalls eingetroffen sein müsse, aber man habe noch keine Nachrichten von ihm. Mehr konnte er dazu nicht sagen. Ich ging zum Lordkanzler und traf dort Sir H. Cholmley, mit dem ich dort im Garten spazierenging. Wir unterhielten uns unter anderem über die Friedensverhandlungen, und er sagte, er sei fest davon überzeug, daß es Frieden geben werde, aber ich bin skeptisch. Er erzählte auch, was dem Herzog von Buckingham vorgeworfen wird. Er soll zusammen mit einigen Regierungskritikern Ränke geschmiedet haben, um das Unterhaus gegen den König aufzubringen, und er habe versucht, die Abgeordneten geschlossen hinter sich zu bringen, und habe ihnen verkündet, wie er mit dem Oberhaus zu verfahren gedenke. Auch habe er einen Astrologen damit beauftragt, das Horoskop des Königs zu stellen. Der Astrologe sitze deswegen jetzt im Tower. Und Sir H. Cholmley sagte, allein dafür habe man früher Leute wegen Hochverrats hingerichtet, aber seit den Zeiten der Königin Maria gelte das entsprechende Statut nicht mehr. Und er sagte, daß dieser Wahnsinnige durch sein närrisches Verhalten den Herzog von York, den Lordkanzler und alle hohen Staatsmänner gegen sich aufgebracht habe und daß er deshalb wohl hingerichtet werde. Und er soll den König bereits zu früheren Zeiten verraten haben, so in Schottland, wo er Nachrichten aus dem Kreis der engsten Berater des Königs an Cromwell weitergeleitet habe, und der König wisse das sehr wohl, habe ihm dafür aber Straffreiheit gewährt.
Ich unterhielt mich auch mit Creed eine Weile, den ich dort traf. Dann mit Creed zusammen fort und zu Fuß nach Whitehall. Anschließend mit dem Boot zurück und zu den Mitchells und von dort nach Hause. Las sehr interessante Dinge in Fullers „Kirchengeschichte“ und in seinen „Lebensbildern“.* Dann zum Abendessen. Nach dem Essen unterhielt ich mich angeregt mit W. Hewer, der bei uns gegessen hatte, über die Lohnscheinstelle und die Betrügereien, die dort täglich stattfinden, und über Mr. Carkesse, der wohl in der Tat ein großer Schuft ist. Dann verabschiedete er sich, und ich ging zu Bett.
*„The Church-History of Britain“ von Thomas Fuller und seine „History of the Worthies in England“.
Seyfried und Ziska werden am 12.03.10 eine ganze Stunde lang auf der LiMA referieren. LiMA heisst “Linke Medienakademie”, und wir erwarten ein multiplikatorenschwangeres Publikum.
Das Konkurrenzprogramm auf der LiMA, also zeitgleich: “Medien und Krieg”, “Zeichen setzen”, “Medien und Gegenöffentlichkeit”, “Berliner Journalisten”, “Linkes Boulevard”, usw. usf.
Wir gehen zu Seyfried und Ziska…
mehr info: www.linke-journalisten.de
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