Sonntag – Ostersonntag. Aufgestanden und zum Gottesdienst (mit meiner Frau, die seit ein oder zwei Monaten nicht mehr in der Kirche war). Mittags mit meiner Frau nach Hause zum Essen (Mercer blieb noch zum Abendmahl).
<Gesundheit>. Heute ist es sieben Jahre her, daß ich mit Gottes Hilfe meine Steinoperation überstanden habe. Erfreue mich allerbester Gesundheit, und obwohl dies der härteste Winter seit Jahren war, ging es mir nie besser im Leben. Dabei habe ich in diesem Winter kaum mehr am Leib getragen als in den vergangenen zehn Sommern, nämlich lediglich ein Wams, eine hinten geschlitzte Weste, einen Gehrock für draußen und einen einfachen Hausrock für drinnen. Ich wüßte zu gern, ob ich dies meiner Hasenpfote verdanke, die ich als Talisman gegen Darmwinde trage. Seit ich sie habe, bin ich frei von Koliken, denn wenn mir etwas Schmerzen bereitet, dann sind es Blähungen. Oder liegt es daran, daß ich meinen Rücken kühl halte, da mein Urin, wenn ich im Bett länger als gewöhnlich auf dem Rücken liege, morgens immer sehr heiß ist. Oder ist es die krampflösende Wirkung der Terpentin-Pillen, die ich jeden Morgen nehme. Oder alles zusammen. Doch abgesehen von den Blähungen, die mich hin und wieder quälen, die aber rasch wieder vergehen, bin ich völlig gesund und danke Gott dem Allmächtigen dafür. Nur mein Rücken bereitet mir einige Probleme, da ich mich zum Schreiben nicht vorbeugen kann und mich auch zum Geldzählen hinsetzen muß und nachher längere Zeit Schmerzen habe.
Vor ein oder zwei Wochen hatte ich allerdings einen Tag lang große Schmerzen, nachdem ich mir einen Hoden gequetscht hatte. Anschließend schied ich zwei kleine Steine aus, aber ohne Schmerzen, und nachdem ich mich zu Bett gelegt und meinen Hoden geschont hatte, war am nächsten Tag alles wieder gut. Ich erinnere mich aber, daß ich zuvor im Amt mit dem Rücken zum Feuer gesessen hatte, was bei mir stets Rückenschmerzen und heißen Urin und andere Beschwerden zur Folge hat.
Gestern schickte ich eine Einladung an Mrs. Turner und ihre Familie, den Jahrestag mit mir zu feiern. Sie sagte zunächst zu, bat mich aber später, es auf einen anderen Tag zu verschieben, da Sonntag und zudem Ostern sei. Was mir nur recht ist. Will sehen, wann ich es nachholen kann. Vielleicht komme ich so auch einmal um das Fest herum. Den ganzen Nachmittag im Amt und an meinem Vertrag mit Mr. Povey gearbeitet, den ich morgen in seinem Beisein unterschreiben will.
Abends eine Stunde lang mit Sir J. Mennes im Garten spaziert und mich mit ihm über Sir W. Battens rücksichtsloses Verhalten im Fall der Rentenkasse unterhalten, worüber der alte Mann im Augenblick sehr aufgebracht ist. Doch sein Eifer wird verfliegen und zu nichts führen.
Nach Hause zum Essen, gebetet und zu Bett.
2 Kommentare zu "Ob ich dies meiner Hasenpfote verdanke, die ich als Talisman gegen Darmwinde trage"
Das Geschreibsel von Mr. Pepys mit all seinen Alltagsbanalitäten wirkt wie ein einziger stinkender Darmwind. Wozu braucht die Welt allen Ernstes die ungekürzte Version seiner Tagebücher?
Der einzig stinkende Darmwind in diesem Zusammenhang muss sich in Ihrem Hirn verfestigt haben.
Schön dass es bald eine kpl. deutsche Ausgabe geben wird.
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