“Daß ein Buch wie das Tagebuch des Samuel Pepys überhaupt existiert, ist im Grunde ganz unbegreiflich. Ein rares Wunderwerk”    Robert Louis Stevenson



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Was für ein höchst sonderbarer Traum


/ Februar 22nd, 2010 | Pepys

15. Februar 1663

Sonntag. Heute morgen weckte mich meine Frau, weil ich im Schlaf besorgniserregende Laute von mir gegeben hatte. Ich hatte geträumt, einer unserer Kapitäne wolle sich meine Zeichnung der St.-John’s-Insel ansehen, die ich ihm wohl auch gab, aber er ging so grob damit um, daß es mir gräßliche Schmerzen bereitete. Als ich erwachte, waren es tatsächlich meine Hoden, die schmerzten, und dies noch lange Zeit später. Was für ein höchst sonderbarer Traum.*

Danach wieder eingeschlafen und lange im Bett gelegen. Ließ mich schließlich vom Barbier rasieren, schickte Will in den Gottesdienst und blieb selbst zu Hause. In meinem grünen Zimmer das Bild von der Sovereign aufgehängt und ein wenig aufgeräumt.

Zum Mittagessen mit meiner Frau drei weitere Stock- und zwei Krickenten gegessen. Danach in die Kirche. Langweilige Predigt. Von dort nach Hause. Mit meiner Frau geplaudert und durch die Zimmer geschlendert. Dann ins Amt, wo ich einige Schreibarbeiten erledigte und verschiedene Dinge für morgen vorbereitete. – Las am Vormittag meine Gelübde durch, die ich am letzten Sonntag nicht erfüllt habe, nicht weil ich nicht willens gewesen wäre, sondern wegen der Krankheit. Ich hoffe also, daß es nicht gegen die Regeln verstößt, wenn ich kein Reuegeld dafür bezahle. Dann nach Hause, gebetet und zu Bett – lange mit meiner Frau geplaudert und ihr verschiedene Dinge der Astronomie erklärt.

* “And what should that be but my cods (Hoden), which were in great pain”; mit der St. John’s Isle könnte die Halbinsel Avalon auf Neufundland (Hauptstadt St. John’s) gemeint sein, auch “Land of Cod”, Kabeljau-Land, genannt.




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