Aufgestanden und mit der Kutsche nach Westminster, wo ich Mr. Godolphin in seiner Wohnung besuchte. Ein sehr vornehmer, fähiger und begabter Mann, der dem gnädigen Herrn treu ergeben ist, den er für einen der weisesten und fähigsten Männer der Welt hält. Er erzählte mir, der gnädige Herr sei in Portugal von Sir R. Southwell, der mit ihm bei den Verhandlungen unterschreiben wollte, auf ungebührliche Weise behandelt worden, denn er ist ein vorlauter junger Mann. Aber der gnädige Herr habe ihn in seine Schranken verwiesen, und die Sache wurde hier bei der Anhörung eines Ausschuß des Rats für ihn entschieden. Er sagt, wenn der gnädige Herr Frieden zwischen Spanien und Portugal stiften könne, und die Ehre wird nun ihm allein zufallen, dann wird er Ruhm auf sich häufen wie nur wenige Menschen vor ihm, was ihm gewiß noch von Nutzen sein wird. Von dort nach Westminster, in die Halle, die übervoll war. Nicht zuletzt, weil das Parlament heute seine Sitzungsperiode begann und der König kommen wollte. Bevor der König kam, trat das Unterhaus aber zusammen, da man die Nachricht erhalten hatte, daß ein Gesetz zur Tolerierung aller Protestanten eingebracht werden solle. Man verwahrte sich auf schärfste gegen das geplante Gesetz und beschloß, den König aufzufordern, vielmehr die geltenden Gesetze gegen die presbyterianischen Übertreter der Uniformitätsakte zur Anwendung zu bringen. Dieser Beschluß soll durch Parlamentsmitglieder dem Kronrat überbracht werden. Und man beschloß auch, wer neue Gesetze zur Religion einbringen wolle, solle dies tun, wie es die Alten in Athen taten, wenn sie neue Gesetze beantragten – mit einem Strick um den Hals. Später kam der König ins Oberhaus und berichtete von seinem Bündnis mit Holland und der Notwendigkeit einer Flotte und dem Geldmangel wegen seiner Schulden, und er wünschte, sie sollten darauf sinnen, wie es möglich wäre, unter seinen protestantischen Untertanen Einigkeit und Frieden zu stiften, womit er die Toleranzakte meinte. Als das Unterhaus zusammenkam, wurde der Antrag gestellt, den Beschluß von heute vormittag wegen der Rede des Königs noch zurückzuhalten, bis das Parlament vollzählig und in zwei Tagen offiziell eröffnet sei. Doch der Antrag wurde abgelehnt, so entschieden ist man gegen das Gesetz. Das ist ein schwerer Schlag für den König und die Presbyterianer, aber auch für das Parlament selbst, da es ablehnt, was der König und der größte Teil der Nation sich sehnlich wünscht. Was auch immer daraus wird – wenn der König nur ein wenig Stolz im Leib hat, wird er diesen Beschluß sehr übel nehmen.
Von dort mit Creed nach Hause zum Essen, wo ich Mr. Jackson traf, und meine Frau war wütend auf Deb, was mich wiederum ärgerte. Fuhren dann mit der Kutsche nach Westminster und nahmen auch einen Freund von Mr. Jackson mit, einen jungen Anwalt. Creed ging dann nach Whitehall und wir anderen zur Westminster Hall. Dort traf ich Roger Pepys, ging mit zu ihm, las den Ehevertrag und gab allem mein Einverständnis: Ich zahle für sie sofort 600l, dafür bekommt sie ein Wittum von 60l jährlich zugesprochen, womit ich sehr zufrieden bin. Dann zum Temple zu Charles Porter, wo ich Hauptmann Cocke traf. Gingen zusammen zu einem fähigen Anwalt namens Pemerton wegen unserer Prisen und legten ihm unseren Fall vor, damit er ihn bis morgen prüfe. Denn irgend etwas beunruhigt mich an der Sache, obwohl ich gleichzeitig glaube, daß ich mir nichts habe zu schulden kommen lassen und also nichts zu verbergen habe. Dann zu Cockes Haus, wo ich ihn verließ, und weiter nach Hause, wo ich mir von meiner Frau aus dem Buch vorlesen ließ, das gerade heute erschienen ist, imprimiert von Joseph Williamson für Lord Arlington – über das jetzige Verhältnis Englands zu Frankreich.* Das eigentliche Buch ist sehr gut und klug, die Einleitung jedoch die dümmste, die ich je las. Doch es beschreibt sehr gut den Vorteil, den wir aus unserem jetzigen Bündnis mit Holland werden ziehen können. Dann, voller Unruhe wegen meiner vielfältigen Sorgen, zu Bett.
*„The buckler of state and justice against the design manifestly discovered of the universal monarchy, under the vain pretext of the Queen of France her pretensions“, Übersetzung eines französischen Pamphlets (Lisola zugeschrieben). Die Einleitung kritisiert die Besitzansprüche des französischen Königs auf die spanischen Niederlande, die dieser mit seiner Heirat mit Maria Theresa von Spanien („the Queen of France“) rechtfertigte.
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