Valentinstag. Wurde von Mercer geweckt, die mein Valentinsschatz war. Stand also auf und meine Frau ebenso, und wir waren guter Dinge, und ich gab ihr eine Goldguinee als Valentinsgeschenk. Auch mein Vetter Roger Pepys kam früh und besuchte meine Frau, die sein Valentinsschatz sein sollte. Außerdem ist sie auch mein Valentinsschatz, wie vereinbart jedes Jahr, und dieses Jahr wird es mich wohl 4 oder 5l für einen Ring kosten, den sie sich wünscht. Vetter Roger wollte auch mit Sir W. Penn sprechen, der gestern laut Sir Fr. Holles gesagt haben soll, wenn Lord Sandwich dies und jenes getan hätte, hätten wir alle holländischen Schiffe erbeuten können, als er damals zurückblieb und sie entkommen ließ. Doch Sir W. Penn sagte uns, er werde in dieser Sache nichts äußern, was dem gnädigen Herrn schaden könne – und wenn er es anders hält, kann ich beweisen, daß er ein Schuft ist. Als er fort war, ging ich ins Amt, um meinen Bericht über die Prisengüter noch einmal zu überarbeiten und trug ihn dann zur Neunerkommission, wo man ihn sehr freundlich aufnahm und mir Respekt und große Wertschätzung bekundete. Ich bin sehr beruhigt, daß er jetzt vollständig und wahrheitsgetreu bei ihnen liegt, obwohl ich vielleicht einen Verlust dabei mache. Ich sah aber, wie gründlich und umfassend sie ihre Untersuchungen anstellen, denn zahlreiche Kommandanten und andere Offiziere waren vorgeladen, und das begrüße ich. Recht erleichtert, aber den Kopf voller Gedanken, zur alten Börse, wo ich Mr. Houblon traf und ihn bat, mit einigen Kaufleuten zu sprechen, die in der Neunerkommission sitzen, um zu hören, was sie über meinen Bericht und allgemein über meine Arbeit im Flottenamt denken. Er hat versprochen, das mit aller gebotenen Vorsicht für mich zu tun und mir dann zu berichten. Es war sehr schön, den alten Mr. Houblon, dem ich nie zuvor begegnet war, im Kreise seiner Söhne zu sehen, alles tüchtige Kaufleute. Dann nach Hause zum Essen. Sprach dort lange mit Will Hewer über meinen Besuch bei Oberst Thomson, einem Mitglied der Neunerkommission. Er ist besonders freundlich zu mir und steht wohl mehr als alle anderen auf unserer Seite, und ich möchte gern ein gutes Verhältnis zu ihm pflegen. Nach dem Essen nach Whitehall zum Herzog von York, dem ich von unseren Sorgen berichtete, vor allem meinen Sorgen, denn ich muß jeden Tag vor irgendeiner Kommission erscheinen. Ich bemerkte, daß der Herzog selbst beunruhigt ist und nicht wünscht, daß sein Name im Parlament genannt wird, obwohl er selbst sagte, er habe Lord Brouncker den Befehl gegeben, die Männer in Chatham mit Lohnscheinen zu entlassen, und er wird es zugeben, wenn das Parlament ihn dazu auffordert, aber sonst nicht. Von dort mit einigen anderen zum König und zum Rat, um über den Wert eines Schiffs Auskunft zu geben, das einem gewissen Dorington gehört. Hübsch war folgendes: Als Sir William Penn die unter Eid gemachten Aussagen des Obermaats des Schiffes in Frage stellte, weil dieser wohl erst 23 Jahre alt sei, sagte der Besitzer des Schiffs, gegen den wir auftraten, er habe sich in diesem Alter für fähig gehalten, Obermaat auf jedem Schiff zu werden, und er wisse, daß Sir William Penn in diesem Alter auch keinen höheren Rang bekleidet habe – worauf Sir W. Penn verstummte und den Mund nicht mehr aufmachte, und ich sah, wie sich der König und der Herzog vergnügt zuzwinkerten. Danach gingen wir in die Galerie, wo ich mit mehreren Leuten sprach, unter anderem mit Lord Brouncker, der wegen der Sache mit den Lohnscheinen immer noch sehr beunruhigt ist. Sein Fall wird angeblich heute im Bericht über die Pflichtverletzungen erwähnt. Er schien zu glauben, daß viele der Auskünfte von mir stammten. Ich konnte ihn aber beruhigen und versicherte ihm, daß dem nicht so ist. Im Gegenteil, ich würde ihm gern helfen und habe es auch bereits getan, denn er verdient nicht den geringsten Tadel, sondern nur Lob. Traf auch Vetter Roger Pepys und Creed. Erfuhr von ihnen, daß der Bericht über die Pflichtverletzungen heute im Parlament verlesen worden war. Darin wurde dem gnädigen Herrn in der oben erwähnten Angelegenheit die Schuld zugesprochen, aber ich mache mir keine großen Sorgen um ihn, denn die Sache kann ihm nicht schaden.
Unsere Angelegenheit mit den Lohnscheinen ist vertagt worden und noch vieles andere. Man debattierte den ganzen Vormittag nur über den ersten Punkt, nämlich die Teilung der Flotte. Es ging anscheinend hoch her, und zwar zwischen den vornehmsten Standespersonen, Staatsräten und angeblich auch Sir William Coventry. Aber ich mach mir da keine Sorgen. Ich hoffe nur, es wird deutlich werden, daß es der Herzog von Albemarle und der Prinz waren, die zu der Handlungsweise rieten. Obwohl das Parlament beschlossen hatte, heute über die Rede des Königs zu beraten, schenkte es ihr keine Aufmerksamkeit, sondern zeigt auf alle nur erdenkliche Weise, wie es den König verachtet. Neulich fiel im Parlament eine kuriose Bemerkung, wie mir Vetter Pepys berichtet. Als man den Antrag stellte, über die Rede des Königs zu beraten, hieß es: Gewiß sei die Tripelallianz, mit der er sich im ersten Teil befaßt, das Beste, was der König zum Wohl des Staats beigetragen habe, seit er nach England gekommen ist, aber bis nächsten Freitag, also heute, habe die Sache gewiß noch Zeit. Staatssekretär Morice sagte heute im Parlament, als man über das Nachrichtenwesen sprach, er bekomme im Jahr nur 700l, zu Cromwells Zeiten gab es dagegen 70 000l, worin ihn Oberst Birch bestätigte, der sagte, Cromwell habe auf diese Weise die Geheimnisse aller Fürsten Europas ausgekundschaftet. Das Parlament ist heilloser Unordnung. Niemand hält sich an irgend etwas, sondern schimpft und wettert drauflos. Und alles regt sich über die “Unternehmer” auf, wie sie allgemein genannt werden, Littleton, Lord Vaughan, Sir R. Howard und andere, die an den Hof gerufen wurden, um dem König Geld zu beschaffen. Die Parlamentarier verachten sie und wollen sie nicht im Parlament anhören, und die Höflinge tut dasselbe, da sie sehen, daß sie ihnen nicht so nützlich sind, wie ursprünglich gedacht. Kurz, es ist deutlich, daß König und Parlament nie an einem Strang ziehen werden. Der einzig Weg, irgend etwas zum Besseren zu wenden (und schlechter kann es nicht mehr werden), ist gewiß der, das Parlament aufzulösen und ein neues einzuberufen. Manche glauben, das sei bereits beabsichtigt. Heute abend hörte ich, Lady Castlemaine sei eine so leidenschaftliche Spielerin, daß sie in einer Nacht 15 000l gewonnen und in einer anderen 25 000l verloren habe und mit einem Wurf um 1000l oder 1500l gespielt habe. Von dort zum Temple, wo ich mich bei Porter mit Hauptmann Cocke traf, aber umsonst, denn unser Anwalt Pemerton war nicht da. Darum nach Hause und ins Amt. Spät zum Essen und dann zu Bett.
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